Lange Diskussion im Rathaus Fürstenauer Fachausschuss billigt Windparkpläne

Über drei geplanten Windparks beriet der Planungs-, Bau- und Umweltausschuss der Stadt Fürstenau in seiner jüngsten Sitzung. Symbolfoto: Aloys SchulteÜber drei geplanten Windparks beriet der Planungs-, Bau- und Umweltausschuss der Stadt Fürstenau in seiner jüngsten Sitzung. Symbolfoto: Aloys Schulte

Fürstenau. „Wer Wind erntet, sät Sturm!“ heißt die 951. Folge der Fernseh-Krimireihe Tatort. Der Titel hätte auch als Motto der jüngsten Sitzung des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses der Stadt Fürstenau getaugt, in der erneut über die Windparks „Sellberg-Utdrift“, „Settrup“ und „Fürstenauer Mühlenbach“ beraten wurde.

Schon in der Einwohnerfragestunde zu Beginn der Sitzung wurde deutlich, dass an diesem Abend nicht nur sachlich, sondern auch emotional diskutiert werden würde. „Sie stimmen über die Beerdigung von Hollenstede und Settrup ab“, appellierte ein Zuhörer an das Gewissen der Ausschussmitglieder.

Die widmeten sich in den nächsten knapp vier Stunden einer umfangreichen Liste mit den Ergebnissen der Öffentlichkeitsbeteiligung und den Eingaben der Träger öffentlicher Belange.

Die technischen Details der drei Windparks und die abgegebenen Einwendungen stellte Matthias Desmarowitz vom Ingenieurplanungsbüro Wallenhorst (IPW) vor. Im Windpark „Sellberg-Utdrift“ sollen auf einer Fläche von 50 Hektar fünf Windkraftanlagen des Typs Enercon E-141 EP4 errichtet werden. Jede Anlage ist 200 Meter hoch bei einer Narbenhöhe von 129 Metern und einem Rotordurchmesser von 141 Metern.

Drei Windkraftanlagen des gleichen Typs sollen im 29 Hektar großen Windpark „Settrup“ gebaut werden. Im Windpark „Fürstenauer Mühlenbach“ sind auf einer Fläche von 55,3 Hektar fünf Anlagen des oben genannten Typs und eine Anlage vom Typ Enercon E-126 EP4 (Höhe 200 Meter; Narbenhöhe 135 Meter, Rotordurchmesser 126 Meter) geplant.

Matthias Desmarowitz, Michael Kasper, der den Umweltbericht vorstellte, sowie Kay Lorenz, der die Gutachten zur optischen Bedrängung erstellt hatte, kamen zu dem Schluss, dass in der Gesamtabwägung nichts gegen die drei Planentwürfe spräche.

So sei beispielsweise eine optische Bedrängung der Anwohner durch die Windkraftanlagen auszuschließen. Negative Auswirkungen auf die Gesundheit durch Infraschall seien nach dem Stand der Wissenschaft nicht zu erwarten. Zu tolerieren sei außerdem die Tatsache, dass die Rotorblätter einiger Anlagen die im Flächennutzungsplan festgelegten Grenzen überstreifen.

Eine Unklarheit bezüglich der Entfernung einer Anlage zum nächsten Wohnhaus soll bis zur Abstimmung im Stadtrat am Dienstag abschließend geklärt werden.

Letztlich empfahl die Mehrheit der Ausschussmitglieder dem Stadtrat, die drei Bebauungspläne in der Sitzung am Dienstag als Satzungen zu beschließen. Für die betroffenen Anwohner war das eine herbe Enttäuschung. Sie fühlten sich von vielen Ausschussmitgliedern nicht vertreten.


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