Amtsgefängnis wird saniert Eine Nacht im Fürstenauer Gefängnis als Attraktion

Von Jürgen Schwietert

Der alte Kalkanstrich muss weg: das Team unter der Regie von Werner Pries ist dabei, die alten Wandbeläge zu entfernen. Auch einige Flüchtlinge helfen tatkräftig mit. Foto: Jürgen SchwietertDer alte Kalkanstrich muss weg: das Team unter der Regie von Werner Pries ist dabei, die alten Wandbeläge zu entfernen. Auch einige Flüchtlinge helfen tatkräftig mit. Foto: Jürgen Schwietert

Fürstenau. Fleißig gearbeitet wird derzeit wieder bei der denkmalgerechten Sanierung des alten Amtsgefängnisses auf der Schlossinsel in Fürstenau. Der archäologische Arbeitskreis der Stadt sanierte jetzt die alten Kalkwände mit Hilfe von Fürstenauer Flüchtlingen.

Nachdem der Bodenbelag in Dachgeschoss erneuert, der überflüssige Bewuchs der Gefängnismauer entfernt und Mauererarbeiten und Mauerdurchbrüche abgearbeitet wurden, muss jetzt der sehr anhängliche alte Kalkanstrich von den Wänden entfernt werden. Immer, wenn sich jemand an die Wand lehnt, färbt er ab. Und das geht nicht. Jetzt ist der Bautrupp unter der Leitung von Werner Pries vom archäologischen Arbeitskreis fleißig bei der Arbeit.

Flüchtlinge helfen mit

Zu den ehrenamtlichen Bauarbeitern gehören auch Neu-Fürstenauer: Vier Ivorer, die vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat Elfenbeinküste nach Europa geflohen sind, engagieren sich tatkräftig für den Umbau des alten Gemäuers. Für sie hatten Werner Pries und Alfred Wittkabel ein dickes Lob auf den Lippen. „Die Ivorer sind mit Begeisterung bei der Sache und wollen etwas für die hier gewährte Gastfreundschaft zurückgeben“, so die Projektleiter. Und beide Seiten haben etwas von der gemeinsamen Arbeit. Die Ivorer lernen so ganz nebenbei die deutsche Sprache kennen und sprechen: praktische Integration.

Denkmalgerechte Sprossenfenster

Sodann müssen die Fußböden erneuert werden. Es ist noch eine Menge zu tun. Aber das Ziel eines restaurierten, unter Denkmalschutzaspekten wieder hergerichteten Gebäudes, nimmt so langsam Formen an. Demnächst können Touristen in der Gefängnisatmosphäre übernachten und einmalige historische Atmosphäre erleben. Ein dickes Dankeschön galt den Helfern und Mitgliedern sowie den Sponsoren, die mit dafür gesorgt haben und auch weiterhin dafür sorgen, dass sich das Projekt realisieren lässt.


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