Manuela Lüttecke liebt Taekwondo Fürstenauerin zertrümmert Bretter und Steine

Von Birgit Eckhoff

Trainerin Manuela Lüttecke in Aktion: Gemeinsam mit den Schülern Leon Johannemann (14, links) und Florian Röwer (14, hinten rechts) präsentierte die Berger Gruppe sich mit Übungen auf dem Herbstmarkt. Foto: Birgit EckhoffTrainerin Manuela Lüttecke in Aktion: Gemeinsam mit den Schülern Leon Johannemann (14, links) und Florian Röwer (14, hinten rechts) präsentierte die Berger Gruppe sich mit Übungen auf dem Herbstmarkt. Foto: Birgit Eckhoff

Fürstenau/Berge. Wer am frühen Montagabend an der Turnhalle in Berge vorbeikommt, der nimmt sicherlich den einen oder anderen Schrei war. Hier ist nicht Gefahr in Verzug – ganz im Gegenteil.

Dort wird geübt, um sich gegen Gefahren verteidigen zu können, und jede Übung beginnt mit dem Kampfschrei „Kiap“. Manuela Lüttecke ist Taekwondo-Trainerin und vermittelt ihren Schülern diese Fähigkeiten.

Die 44-Jährige lebt mit ihrem Mann Ansgar (42) in Fürstenau. Vom Beruf ist sie Fachkraft für Lagerlogistik. „Mein Mann ist ein totaler Sportmuffel“, schmunzelt Manuela Lüttecke, die voll und ganz im Kampfsport aufgeht und das bereits seit dem Teenageralter. Ihre erste Sportausrüstung habe sie sich durch Ferienjobs finanziert, denn früh war ihr die eigene Verteidigung wichtig. Aber auch der Film „American Fighter“ mit ihrem Idol Michael Dudikoff wirkte beeinflussend.

Mittlerweile ist aus ihrem Hobby ein kleines zweites Standbein geworden. „Wenn es im Job nicht mehr läuft, durchaus ausbaufähig. Ich trainiere mehr als 60 Schüler im Alter von sechs bis zwanzig Jahren in drei Gruppen in Berge, Grafeld und Schwagsdorf“, so die Fürstenauerin. Ein Drittel davon seien Mädchen, darunter auch einige Flüchtlingskinder. Aber in ihren Gruppen seien alle willkommen – egal welcher Hautfarbe. „Ich trage den halb schwarzen Gürtel im ersten Kup. Den ,Dan‘-Meistertitel strebe ich an“, erzählt die Kampfsportlerin. Ehrenamtlich unterstützt sie Quitt Ankum, trainiert als Kotrainerin von Wolfram Dietrich die Shotokan–Karategruppe. Unter ihrer Organisation wurde in diesem Jahr zum ersten Mal das Turnier „Summer Fight“ ausgetragen.

Mit zwei Taekwondo-Vorführungen präsentierte sich die Berger Gruppe zuletzt auf dem Herbstmarkt. Und die Besucher sahen, dass bei dieser Sportart Bretter, Ziegelsteine und alles, was sich zertreten lässt, kaputt geht.

Die Augen der dunkelhaarigen Frau glänzen, wenn sie von ihrem Sport erzählt. „Taekwondo wird mit ,Fuß – Faust – Weg‘ aus dem koreanischen übersetzt: ,Tae‘ steht für Kicks mit dem Fuß als wichtige Angriffstechnik. Spektakulär sind hier die gesprungenen Kicks. ,Kwon‘ für Faust, Handkante und Unterarme als Werkzeuge zur Verteidigung, und ‚Do‘ beschreibt den Weg“, erklärt die Kampfsportlerin. Wer Taekwondo richtig betreibe, erlerne eine gewisse Art Charakterschule. „Bekämpfe nicht das Übel, indem du mit Bösem antwortest, aber zeige deine Widerstandskraft als Zeichen deiner Selbstverteidigung“, zitiert sie Sri Ramakrishna.

Beim Taekwondo richteten sich die Sportler nach fünf Grundsätzen: Höflichkeit, Integrität, Durchhaltevermögen, Selbstdisziplin und Unbezwingbarkeit. Bereits vor Christus solle es schon Taekwondo-ähnliche Kämpfe gegeben haben. „Seit 2000 ist Taekwondo sogar olympisch, jedoch erst seit 2015 paraolympisch“, ergänzt sie .


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