Zu viele neue Wege? Motorsportpark im Fürsten Forest: Kritik von Grünen

Die Wege im Fürsten Forest würden immer breiter, so Claudia Funke. Sie beklagt, dass die Regeln längst nicht immer eingehalten werden. Foto: Claudia FunkeDie Wege im Fürsten Forest würden immer breiter, so Claudia Funke. Sie beklagt, dass die Regeln längst nicht immer eingehalten werden. Foto: Claudia Funke

Fürstenau. Die Grünen kritisieren, dass entgegen den Absprachen doch immer wieder neue Wege im Fürsten Forest entstehen. Das Ratsmitglied Claudia Funke hat deshalb erneut an den Landkreis und die Stadtverwaltung geschrieben. Das Thema soll nun im Beirat für den Fürsten Forest angesprochen werden.

Wie berichtet, hat es in der Vergangenheit wegen der Offroad-Strecke im Ferien- und Freizeitpark immer wieder Diskussionen gegeben. Sie mündeten unter anderem darin, einen Beirat zu gründen, dem Vertreter des Ferien- und Freizeitparkes, der Stadt, des Landkreises Osnabrück, der Kommunalpolitik, einem Wachdienst und der Anlieger angehören. In diesem Gremium sollen alle offenen Fragen besprochen und nach Möglichkeit geklärt werden.

Genehmigung läuft 2017 aus

Derzeit gibt es für das Offroad-Gelände nur eine befristete Genehmigung durch den Landkreis nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz. Sie läuft im Mai 2017 aus. Bis dahin muss ein Bebauungsplan her, der derzeit erarbeitet wird. Damit soll die Offroad-Strecke langfristig abgesichert werden. Bereits im Sommer stellte Claudia Funke für die Grünen beim Landkreis als Genehmigungsbehörde und bei der Stadt Fürstenau eine Anfrage. Sie wolle so eine genaue Vorstellung von der künftigen Nutzung und den Regeln für den Ferien- und Freizeitparks bekommen – mit Blick auf den Motorsportpark, aber auch mit Blick auf das Ferienhausgebiet.

Der Landkreis habe die Fragen detailliert beantwortet. So habe sie unter anderem zum Thema „Befahren nicht genehmigter Wege“ die Antwort erhalten, dass die Betreiber bemüht seien, derartiges Fehlverhalten abzustellen und nicht genehmigte Wege abzusperren.

Umfahrung wird umfahren

Claudia Funke weist im Gegenzug allerdings darauf hin, dass längst nicht alle ungenehmigten Wege abgesperrt seien und die Offroadfahrer die Unterschiede nicht erkennen könnten. Um das zu gewährleisten sei auch eine schnellere Reaktion der Betreiber auf neu angelegte Wege. Nach kurzer Zeit seien auch diese nicht mehr von den genehmigten zu unterscheiden. Und so weite sich die Fläche für Offroad immer weiter aus. Außerdem würden die Wege immer breiter. Das liege am Umfahren von Wasserlöchern. Inzwischen gebe es sogar Strecken, wo es eine Umfahrung der Umfahrung gebe.

Bis heute gebe es keine eindeutige Aussage über eine zuständige Kontrollaufsicht beziehungsweise wie sich die Kontrollen einfordern ließen, so Claudia Funke weiter. Immer wieder werde auf eine Firma aus Fürstenau hingewiesen, die diese Kontrollen regelmäßig während der Parköffnungszeiten durchführe. Warum aber werde dann immer erst eingegriffen, wenn von den Grünen vor Ort oder des Kreistages eine Beschwerde komme? So auch jetzt aktuell. Momentan würden nun wieder Flächen und Wege gesperrt.

Gute Einnahmequelle

„Seit Jahren fordern wir Grünen lediglich die Einhaltung der Genehmigung ein. Das scheint ein schwieriger Weg zu sein. Wir Grüne wünschen uns einen attraktiven Park mit verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten von Offroad über Erholung und Naturerlebnissen für ansässige Bürger und Touristen gleichermaßen“, so Claudia Funke. Das beinhaltete aber auch eine genaue festgelegte und gekennzeichnete Wegeführung zur Erhaltung naturnaher Waldflächen.

Ein breit gefächertes Angebot im Ferien- und Freizeitpark sichere auch künftig eine gute Einnahmequelle für die Region und natürlich die Stadtkasse. Und genau deshalb sei auch die Frage nach den Standorten für die Ferienhäuser jetzt schon wichtig, so Claudia Funke. Der Motorsportpark könne nicht ohne das Ferienhausgebiet betrachtet werden.

Zu den Wegen habe sie von der Stadtverwaltung die Antwort erhalten, dass mit dem vorgelegten Bebauungsplan auch konkretisiert werde, in welchen Bereichen eine Motorsportnutzung stattfinden dürfe und welche Wege genutzt werden dürften. Überdies werde es für den Betrieb des Parks eine Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz geben. Hier würden weitere Details zur Nutzung geregelt und nicht im B-Plan. Weiterhin habe die Stadtverwaltung darauf verwiesen, dass für die Ferienhäuser ein gesonderter B-Plan aufgestellt werde, aber eben nicht jetzt. Mit anderen Worten: Die Flächen würden vorerst nicht betrachtet.

Keine neuen Erkenntnisse

Durch diese Antworten habe sie leider keine neuen nennenswerten Erkenntnisse gewonnen, so Claudia Funke. Der Landkreis verweise in fast allen Fragen auf die Planungshoheit der Kommune, während die Kommune darauf verweist, dass viele Details nicht im B-Plan geregelt werden, sondern über eine Genehmigung des Landkreises nach Bundesimmissionsschutzgesetz.

Thomas Wagener von der Stadtverwaltung erkläre auf Anfrage, der Beirat kurzfristig einberufen werden solle, um die angesprochenen Dinge zu regeln. „Wenn wir darauf hingewiesen werden, stellen wir das auch ab“, betonte Thomas Wagener. Natürlich könne bei einem insgesamt 360 Hektar großen Gelände nicht alles sofort gesehen werde.


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