Gespräch mit Stadtdirektor Noch nicht genug Barrierefreiheit in Fürstenau

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Ist die Fürstenauer Innenstadt  ausreichend barrierefrei. Bei einem Ortstermin gingen Stephan Jasper, Benno Trütken sowie Sabine Röhr mit Betreuerin Jana dieser Frage nach. Foto: Jürgen SchwietertIst die Fürstenauer Innenstadt ausreichend barrierefrei. Bei einem Ortstermin gingen Stephan Jasper, Benno Trütken sowie Sabine Röhr mit Betreuerin Jana dieser Frage nach. Foto: Jürgen Schwietert

Fürstenau. Wer im Rollstuhl sitzt oder mit Gehhilfen unterwegs ist – der weiß die Vorteile einer barrierefreien Kommune zu schätzen. Dass es in der Fürstenauer Innenstadt noch einiges zu tun gibt, machten Stephan Jasper und Sabine Röhr bei einem Treffen mit Stadtdirektor Benno Trütken deutlich.

In der Vergangenheit haben sich die beiden Rollifahrer Sabine Röhr und Stephan Jasper immer mal wieder geärgert, weil zum Beispiel eine Rampe neben einer Treppe fehlte oder der Bordstein nicht abgesenkt war. Alltag für die beiden Fürstenauer. Gleichwohl wollen sie sich damit nicht einfach abfinden. Deshalb ergriff Stephan Jasper vor einiger Zeit die Initiative und sprach Stadtdirektor Benno Trütken an. Er wolle gerne mal demonstrieren, mit welchen Tücken Rollstuhlfahrer in der Fürstenauer Innenstadt so zu kämpfen hätten.

„Verdammt gefährlich“

Nun kam es zum Treffen auf dem Marktplatz vor der öffentlichen Toilette, um über die ein oder andere Schwachstelle zu sprechen. Er habe hier das Treffen vereinbart, weil ihm die Verkehrssicherungspflicht ein wenig fehle. „Ich muss mit dem Elektrorollstuhl immer rückwärts aus der Toilette raus. Das ist verdammt gefährlich“, betonte Stephan Jasper, denn wenn er ein wenig zu weit fahre, falle er mitsamt Rollstuhl zwei Treppenstufen herunter. Auch Sabine Röhr bestätigte, dass sie sehr aufpassen müsse, um nicht zu verunglücken. Sie wies Benno Trütken zudem auf weitere Hindernisse wie Stufen, Kopfsteinpflaster und zu schmalen Türen hin, die es nicht nur in der Innenstadt gebe, sondern beispielsweise auch in der Integrierten Gesamtschule sowie in der Stadtverwaltung. Und: Für sie sei kein Fürstenauer Café ohne Hilfe erreichbar.

Nicht nur klagen

Da Sabine Röhr aber nicht nur klagen wollte, hob sie positiv hervor, dass inzwischen ein Großteil der Geschäfte auch für Rollstuhlfahrer erreichbar seien. Stephan Jasper wiederum bestätigte, dass die Bordsteinabsenkungen in der Stadt in vielen Fällen in Ordnung seien.

Benno Trütken wies im Gegenzug darauf hin, dass demnächst in mehreren Schritten die Sanierung der Innenstadt anstehe. Hierfür gebe es Gelder aus dem Programm „Attraktive Stadt- und Ortsteilzentren“. Ein Schwerpunkt sei die Barrierefreiheit. „Wir werden nach und nach dafür sorgen, dass die Situation für Menschen mit Handicap besser wird“, betonte der Stadtdirektor.

Menschen mit Handicap beteiligen

Zur Nutzung der öffentlichen Toilette am Markt erklärte Benno Trütken, dass die Treppenkonstruktion mit Blick auf die Verkehrssicherheit seinerzeit so abgenommen worden sei und in ihrer jetzigen Situation Bestandsschutz genieße. Würden Veränderungen vorgenommen, würden die aktuellen Vorgaben gelten. Es werde nun geprüft, wann was machbar sei.

Weiterhin merkte der Stadtdirektor an, dass bei den anstehenden Vorhaben neben der Fürstenauer Werbegemeinschaft auch Personen mit Handicap eingebunden werden sollten.


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