„Erfolgsmodell“ Samtgemeinde Fürstenau baut Defizit komplett ab

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Wieder flüssig: Die Samtgemeinde Fürstenau hat ihr Haushaltsdefizit komplett abgebaut und hat sogar wieder erste Rücklagen gebildet. Symbolfoto: dpaWieder flüssig: Die Samtgemeinde Fürstenau hat ihr Haushaltsdefizit komplett abgebaut und hat sogar wieder erste Rücklagen gebildet. Symbolfoto: dpa

Fürstenau/Bippen/Berge. Von einem „großartigen Erfolgsmodell“ sprach Landrat Michael Lübbersmann. Er meinte damit die Zielvereinbarung von Land, Landkreis und Samtgemeinde Fürstenau zur Entschuldung der Kommune. Hatte die 2011 noch ein Defizit von 7,1 Millionen Euro, so hat sie nun sogar Rücklagen.

Selten war in den vergangenen Jahren die Atmosphäre im Sitzungssaal des Schlosses so entspannt, wenn es um die Finanzen ging, wie am Dienstagabend. Kein Wunder. Beim Treffen zwischen den Spitzen des Landkreises sowie Vertretern aus der Samtgemeinde gab es nur Positives zu vermelden. Und dazu gehörte eben auch, dass das Defizit auf dem „Girokonto“ der Samtgemeinde von 7,1 Millionen im Jahr 2011 komplett getilgt ist und dass es für 2016 vermutlich sogar ein Plus von 243000 Euro geben wird. Das konnte die Samtgemeinde nur mit eisernem Sparwillen, großen Einschnitten und mit der Hilfe von Land und Landkreis schaffen, die zusammen knapp 5, 5 Millionen Euro als Entschuldungshilfe bereitgestellt hatten – Geld, von dem auch die Stadt Fürstenau profitierte, die nun ebenfalls ihr Haushaltsdefizit komplett abgebaut hat, wie der Erste Kreisrat Stefan Muhle in einer Präsentation im Sitzungssaal deutlich machte.

„Einzigartige Zusammenarbeit“

Dass es zu dieser „einzigartigen Zusammenarbeit“ gekommen sei, habe auch daran gelegen, dass die Samtgemeinde 2009 nicht in das Landesprogramm für besonders finanzschwache Kommunen habe aufgenommen werden können, so der Landrat. Landkreis und Land hätten dann nach Lösungsansätzen gesucht, um in einer gebündelten Aktion der Samtgemeinde finanziell auf die Sprünge zu helfen.

Dann war es so weit. Landkreis, Land und Samtgemeinde schlossen eine Zielvereinbarung, die vorsah, dass die Samtgemeinde und ihre Mitgliedsgemeinden – sofern ein Defizit vorhanden war – innerhalb einer bestimmten Zeit als Gegenleistung für die Entschuldungshilfe die Schulden abbauen müssen.

Weiterhin sparsam sein

Das ist nun sogar ein Jahr früher geschehen als ursprünglich geplant. Auch darauf sind alle Beteiligten stolz. Gleichwohl war beim Treffen im Schloss kein Überschwang zu spüren. So erklärten Samtgemeindebürgermeister Benno Trütken, Friedhelm Spree und Helmut Tolsdorf als Sprecher der Ratsfraktionen sowie Volker Brand als Vertreter der Mitgliedsgemeinden unisono, dass auch weiterhin sparsam gewirtschaftet werden müsse, um dauerhaft finanziell leistungsfähig zu sein. Auch künftig komme es darauf an, nach dem wirklich Notwendigen zu fragen und nicht darüber zu debattieren, was wünschenswert sei, hieß es. Auch betonten die Akteure, dass der Schuldenabbau auch deshalb gelungen sei, weil die Kommunalpolitik und Verwaltung im Konsens gehandelt hätten. Überdies hätten die Bürger viel Verständnis gezeigt.

Fürstenaus Bürgermeister Herbert Gans erinnerte unter anderem noch einmal an den gestrichenen Sekt beim Neujahrsempfang 2014 und die drauf folgende Berichterstattung im „Bersenbrücker Kreisblatt“. Das habe viele Bürger zum Nachdenken angeregt und die Solidarität gefördert.


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