Diele wird zum Konzertsaal Gelungener Konzertabend auf dem Kuhlhoff in Bippen


Bippen. Die Diele mutierte zum Konzertsaal: Fast drei Stunden Musikgenuss bescherten der gemischte Chor Solala und das Osnabrücker A-cappella-Ensemble Draufsänger dem Publikum auf dem Bippener Kuhlhoff.

Die altehrwürdige Hofstelle bot eine einzigartige Kulisse für das Konzert, das der Heimatverein Bippen nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr erneut auf die Beine gestellt hatte. „Was gibt es hierfür Besseres als diese alte Diele, die zehn Generationen von der Geburt bis zum Tod hat kommen und gehen gesehen. Wenn die alten Balken erzählen könnten“, betonte der Heimatvereinsvorsitzende Werner Hollermann.

„Wir freuen uns, dass dieses Konzert am Pfingstfreitag so gut angenommen wird. Es soll zur Tradition werden“, sagte Curt Freye, der die beiden Gesangsformationen vorstellte. „Die Sänger und Sängerinnen von Solala haben ein unheimlich gutes Miteinander. Das liegt auch an Chorleiter Jürgen Zimmermann“, kündigte Freye den Chor an, der überwiegend aus Sängerinnen und Sängern aus Bippen und Berge besteht.

Zur Titelmelodie der Raumpatrouille Orion eroberte Solala die Bühne. „Tunnel, Tunnel. Wenn du rein fährst, wird es dunkel. Wenn du raus fährst, wird es hell“, erklang zunächst. Zimmermann gab Hintergründe zur Entstehungsgeschichte eines Liedes. Es könne einen Monat, aber auch ein Jahr oder sogar zehn Jahre dauern, bis ein Lied perfekt sei. „Irgendwann geht es ab“, so der Chorleiter. Mit „Er gehört zu mir“ ging es weiter. Und auch in diesem Jahr war wieder ein Mondlied mit dabei. Dabei ging es um das Mondschaf Lunala, das zum Ende des Liedes stirbt – ein trauriger Aspekt, passend im Stil eines Opernchores intoniert, mit heftiger Perkussion begleitet. Und dann ging es nach Borneo. „Man muss sich bei diesem Lied entblöden, und ihr dürft euch nicht fremdschämen“, führte Zimmermann in das Werk ein. Für den Rhythmus sorgten etliche paarweise gespielte Schuhanzieher.

Nach der Pause eroberten die Draufsänger die Herzen des Publikums im Sturm. Zunächst hieß es: „Die Damen haben es schon immer gewusst. Wir Männer wollen immer nur das eine. Und zwar: Wochenend und Sonnenschein.“ „Karl Friedrich war Bauer“ folgte und dabei ging es auch immer nur um das eine, und man glaubt es kaum. Im Refrain: Wochenend und Sonnenschein. Das Publikum ging begeistert mit und feierte die sechs Sänger, die alle Töne der Tonleiter nutzten und verschiedene Instrumente perfekt imitierten. Dann folgte eine Liebeserklärung mit Heiratsantrag an das Publikum, der Bericht über eine gescheiterte Beziehung (Schamlos in Damlos) mit Trennungsszenarien, nachdem die Partnerin sich als Auto-Audioguide geoutet hatte, sowie das Thema Gartenputz nach Baumarktbesuch. Dabei gab es statt Lob der Frau für einen sauberen Garten Kritik für zwei liegen gebliebene Buchenblätter. Echt frustrierend.

Ein Höhepunkt war der „Besuch“ von Udo Lindenberg, der unter anderem „Im Wagen vor mir“ sang, aber auch den „Sonderzug nach Pankow“ nicht vergaß. Mit „What a wonderful world“ von Louis Armstrong endete ein gelungener Abend.


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