Bippen - Nortrup - Bippen Alfhausener Familien genießen Gratis-Draisinenfahrt

Von Bjoern Thienenkamp

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Bippen/Nortrup. Per Muskelkraft von A nach B und nach einer Pause wieder zurück. Das soll jetzt schön sein? Nun ja, wenn man mit der Familie oder Freunden eine Draisinenfahrt von Bippen nach Nortrup unternimmt und vor der Rückfahrt feine Leckereien genießt, dann ist es das.

Sonntagnachmittag am Draisinenbahnhof in Bippen. Zwei Familien trudeln am Hollandweg ein. Zuerst Ralf mit seiner Frau Sandra und den Töchtern Sophia und Theresa, dann Hans-Jürgen mit seiner Frau Annegret und den Töchtern Emma, Franziska und Joana. Alle neun heißen Bosse. Denn Hans-Jürgen und Ralf sind Brüder, die Häuser der beiden Familien stehen in Alfhausen nebeneinander. Die neun Bosses sind der Einladung des „Bersenbrücker Kreisblattes“ gefolgt und durften kostenlos auf Tour gehen. Einziger Haken: Sie werden von einem Reporter begleitet.

Patrick Buch von der Hasetal-Touristik erklärt kurz, was bei der Draisine zu beachten ist, und schon geht es los. Emma, Franziska, Sophia und Theresa, die vier jüngsten im Alter von acht und elf Jahren, treten freudestrahlend in die Pedale. Über zwei Weichen und schon sind nur noch Bäume zu sehen. Ganz, ganz, ganz viele grüne Bäume. Ein farblicher Kontrapunkt ist da zwar auch wieder ein Baum, und auch grün, aber der ist mit rund 15 roten Vogelhäuschen zugetackert. Naturschutz? Oder die angekündigte Kunst an der Bahn?

„Gleich ist Pause! Noch 2 km“, verkündet ein Schild, gelegentlich mahnt ein Ausrufezeichen in einem roten Warndreieck „Straße kreuzt“, dann gilt besondere Vorsicht. An stärker befahrenen Straßen ist der Weg durch Schranken versperrt, das aber erhöht den Spaßfaktor noch, denn die fünf Mädchen sind begeisterte Schrankenwärterinnen.

Und immer wieder Kunst. Oder? Aus der aufgestellten Baumwurzel etwa ragt oben ein geschnitzter Frauenkopf. Und dann hat da doch glatt jemand eine Toilettenschüssel in den Wald geworfen! Und ein anderer hat ein paar Topfblumen hineingesteckt. Beim nächsten Objekt sind die Mädchen unsicher, ob es eine Kuh oder ein Schwein ist. Bei Kunst hilft oft das Schild daneben: Es ist ein Stier der spanischen Nacht!

Ein Tunnel führt eigentlich durch etwas durch, einen Berg etwa. Eigentlich. Aber was ist, wenn da gar nichts ist, außer dem Tunnel selbst? Dann ist es wohl auch Kunst. In diesem Fall ist es ein Liebestunnel. „Endspurt! Nur noch 2 km“, ist als Nächstes zu lesen.

Pause. Die Leckereien zum Muttertag werden ausgepackt. „Wir haben Blätterteigschnecken mit Schinken, Käse und Salami, Muffins, Blätterteigherzen mit Erdbeerfüllung, Herzkuchen, Erdbeertaschen und Cake-Pops, allerdings ohne Glasur und teilweise auch ohne Stiel“, listet Sophie voller Elan auf. Dass nicht alles fertig wurde, dafür können die jungen Bäckerinnen nichts, denn irgendwann haben die Mamas die Küchen gesperrt. „Vielleicht finden die ja einen Küchensponsor“, scherzt Sandra.

Die Plattform mit den Sitzen und Pedalen von einem Ende an das andere Ende umstecken, und nun geht es in Gegenrichtung wieder zurück. „Du hast Muttertag, Du darfst gar nicht arbeiten“, fällt Sophia ein, als sie wieder mittrampeln möchte. Aufregung dann allerdings, als Theresa sich an einer Schranke einen Finger klemmt. Ansonsten geht es in der wohligen Sonne gut zurück nach Bippen.

Die Antriebsplattform noch wieder umstecken, die Draisine in die Garage schieben, Tor zu, Feierabend. Und Theresas Finger? Nun ja, da helfen – selbst mit einer halbstündigen Verzögerung – die Spezialitäten der berühmten Eisdiele in Ankum...


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