32 Zimmer geplant Ein Motel für das Bordell in Fürstenau

Kein „Puff mit Plüsch und Rotlicht“ soll nach Angaben des Bauherren das Bordell in Fürstenau werden. Symbolfoto: dpaKein „Puff mit Plüsch und Rotlicht“ soll nach Angaben des Bauherren das Bordell in Fürstenau werden. Symbolfoto: dpa

Fürstenau. Der geplante Bordellbetrieb im Gewerbegebiet Utdrift in Fürstenau soll zusätzlich um ein Motel mit insgesamt 32 Zimmer vergrößert werden. Der Bauherr geht davon aus, dass die Bauarbeiten in sechs bis acht Wochen beginnen können.

Wie berichtet, waren zunächst auf einer Gesamtfläche von etwa 4800 Quadratmetern an der Werner-von-Siemens-Straße eine 840 Quadratmeter große Halle mit zehn so genannten „Indoor-Parkplätzen“ sowie zehn Zimmer geplant. Dazu kommt im Obergeschoss ein Film- und Fotostudio. Weiterhin ist auf dem Grundstück ein Wellnessbereich mit einem Wintergarten sowie eine SB-Waschanlage vorgesehen.

Nun soll nach den Wünschen des Bauherrn, der aus der Region kommt, noch ein Motel hinzukommen. Zum einen könnten dort in einem Bereich die auf dem Gelände arbeitenden Frauen bei Bedarf wohnen, zum anderen könnten im zweiten Bereich, der komplett durch einen Sichtschutzzaun abgetrennt sein soll–auch Gäste und Durchreisende übernachten, so der Bauherr.

Ursprünglich wollte der Bauherr das Motel viergeschossig errichten, doch das gab der Bebauungsplan nicht her. Maximal eine zweigeschossige Bauweise ist möglich. Zwar hätte es zumindest theoretisch die Chance gegeben, eine Befreiung von den Festsetzungen zu erteilen, aber das wollten weder die Stadtverwaltung noch SPD/Grüne und CDU/UWG, wie Stadtdirektor Benno Trütken sowie die beiden Gruppensprecher Mattias Wübbel und Heinz Santel erklärten. Der Bauherr müsse sich im vorgegebenen rechtlichen Rahmen bewegen, mehr sei nicht drin. Eine entsprechende Stellungnahme ist auch an den Landkreis Osnabrück gegangen, der nun als Genehmigungsbehörde abschließend über das Projekt entscheiden muss.

In den vergangenen Monaten hatte das Projekt immer wieder für Diskussionen gesorgt. Unter anderem hatten Bürger während einer Sitzung des Ausschusses für Planen, Bauen und Umwelt Anfang Juli ihrem Unmut über das Bordell Luft gemacht – auch, weil die Kommunalpolitik entgegen der ursprünglichen Vorschläge der Stadtverwaltung den Bau nicht durch entsprechende Änderungen im Bebauungsplan grundsätzlich verhindern wollte.

Der Bauherr aus Neuenkirchen hingegen beruhigte. Er erklärte unter anderem, dass das Bordell, das unter anderem als FFK-Saunaclub geführt werde, nach Fertigstellung von einer Gesellschaft aus Berlin betrieben werde, die über Erfahrungen in der „Erlebnisgastronomie für Männer“ verfüge. Er könne zwar die Kritik der Bürger verstehen, betonte aber zugleich, dass „kein Puff mit Plüsch und Rotlicht“ entstehen werde, sondern ein edel gestaltetes Lokal. Alkoholisierte Personen hätten dort grundsätzlich keinen Zutritt. Überdies sei die Halle von außen nicht als Bordell erkennbar und mit einem 3,50 Meter hohen Sichtschutz umgeben.

Weiterhin betonte der Bauherr, dass die Frauen regulär eine monatliche Miete für die Zimmer bezahlen müssten und – ebenso wie die Männer – Eintrittsgeld für das Bordell selbst. Im Gegenzug gebe es Essen und alkoholfreie Getränke. Ansonsten verblieben alle Einnahmen bei den Frauen.

Der Bedarf für diese Form der Erlebnisgastronomie sei gegeben, betont der Bauherr. In der Region zwischen Emsland, Osnabrück und den Niederladen gebe es nichts Vergleichbares. Deshalb sei das Angebot auch überregional ausgerichtet, was wiederum ein Motel erfordere.


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