Verwaltung stellt Antrag vor 3,9 Millionen Euro für die Fürstenauer Innenstadt?

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Das ist die Idealvorstellung: Junge Familien freuen sich auf den Besuch der Fürstenauer Innenstadt. Dafür muss aber kräftig am Flair und dem Angebot gearbeitet werden. Das soll geschehen, wenn der Förderantrag der Stadt im nächsten Jahr im Mai genehmigt werden sollte.  Foto/Archiv: Jürgen SchwietertDas ist die Idealvorstellung: Junge Familien freuen sich auf den Besuch der Fürstenauer Innenstadt. Dafür muss aber kräftig am Flair und dem Angebot gearbeitet werden. Das soll geschehen, wenn der Förderantrag der Stadt im nächsten Jahr im Mai genehmigt werden sollte. Foto/Archiv: Jürgen Schwietert

Fürstenau. Klappt es dieses Mal mit dem Fördergeld zur Sanierung der Fürstenauer Innenstadt? Die Chancen stehen offenbar nicht schlecht, zumal alles gut vorbereitet und im Fluss ist, wie die Verantwortlichen der Stadt sowie die beauftragten Planer während eines Info-Abends am Mittwoch im Sitzungssaal des Schlosses deutlich machten.

Die wesentlichen Eckpunkte des Förderantrages, der über das Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ läuft, stellten Stadtdirektor Benno Trütken, Kay Greiner vom Sanierungsträger Baubecon sowie Matthias Desmarowitz von der Ingenieurplanung Wallenhorst vor. Grundlegendes Ziel sei der Erhalt und die Entwicklung der Innenstadt. Dafür sei über acht Jahre verteilt eine Projektsumme von 3,9 Millionen Euro vorgesehen. Ein Drittel der Summe müsse die Stadt Fürstenau aufbringen. Wegen der Finanzschwäche der Kommune seien aber vielleicht auch nur 20 Prozent fällig. Die vorbereitenden Untersuchungen, die die Grundlage für den Förderantrag darstellten, seien abgeschlossen, die Politik habe dem Vorhaben ebenfalls zugestimmt , der Antrag liege inzwischen in Hannover vor. Der Info-Abend sei nun ein weiterer Schritt, dem am Donnerstag der Besuch einer Delegation aus dem Sozialministerium Hannover folge.

Zu wenig Flair in der Innenstadt

Mit einer Bewilligung des Förderantrages rechnen Stadt und Planer im Mai 2016. Dann könnte es auch gleich losgehen. Dass es dringenden Handlungsbedarf gibt, machte Matthias Desmarowitz deutlich. Hauptproblemfelder seien die große Zahl von Leerständen, Angebotslücken im Einzelhandel sowie die teilweise unzureichende Aufenthalts- und Freiraumqualität in der Innenstadt. Auch gebe es eine Reihe von sanierungsbedürftigen Gebäuden, Straßen und Plätzen sowie Defizite, was die Barrierefreiheit angehe. Entsprechend seien die Ziele für den Förderantrag formuliert worden. So wolle die Stadt die Zahl der Leerstände verringern, für mehr Flair sorgen, mit Gebäude- und Grundstückseigentümern über Sanierungsprojekte sprechen und auch Geld dafür bereitstellen. Überdies gelte es, die mittelalterliche Struktur der Innenstadt deutlicher herausarbeiten, die in ihrer Geschlossenheit so weit und breit nicht zu finden sei, wie Matthias Desmarowitz betonte. In diesem Zusammenhang müsse auch darüber nachgedacht werden, wie noch besser auf den historischen Stadtkern aufmerksam gemacht werden könne. Weiterhin sei es überlegenswert, über eine Änderung der Verkehrsführung in der Innenstadt nachzudenken, indem beispielsweise die Einbahnstraßenregelung umgekehrt werde. So würde die Einfahrt in die Innenstadt durch das Hohe Tor besser betont.

Thema Mittelalter stärker betonen

Zudem sei die Ansiedlung eines kleinen Nahversorgungsmarktes in der Innenstadt wünschenswert, so Matthias Desmarowitz. Darüber hinaus könne die Stadt mit Blick auf den Tourismus das Thema Mittelalter noch stärker als bisher aufgreifen.

Weiterhin erklärte der Planer, wie die 3,9 Millionen Euro – wenn sie denn fließen – genutzt werden könnten. Der größte Posten ist demnach für die Sanierung von Straßen und Plätzen vorgesehen – 1,5 Millionen Euro. Für die Sicherung und Sanierung von historischen Gebäuden könnten 500000 Euro fließen, für die Modernisierung und Instandsetzung von Geschäftshäusern sowie für die Zusammenlegung von Grundstücken 700000 Euro. Für Ordnungsmaßnahmen zum Erhalt des historischen Stadtbildes könne ein Betrag von 630000 Euro veranschlagt werden. Weiteres Geld sei für die Planungen der Projekte notwendig – etwa 350000 Euro. Darüber hinaus werde Geld für Bürgerbeteiligung sowie die Beratung von Privateigentümern bei der Sanierung von Gebäuden und Grundstücken benötigt.

Ideen gefragt

Die Fläche, die in das Förderprojekt einbezogen worden ist, beträgt 9,06 Hektar und umfasst tatsächlich nur den Kern der Innenstadt. Das ist im Vergleich zum ersten Förderantrag im Jahre 2008 deutlich weniger. Damals ging es noch um 26 Hektar.

Seit 2008 und den folgenden vergeblichen Anläufen, Fördergeld zu bekommen, hat sich die Situation in der Innenstadt nicht wirklich verbessert, auch wenn die Kommune nicht untätig war. Im Torhaus auf der Schlossinsel gibt es inzwischen ein Restaurant, es sind Hinweistafeln mit Verweis auf die Innenstadt aufgestellt worden, die Zahl der Leerstände ist leicht zurückgegangen, wie Benno Trütken betonte. Gleichwohl muss etwas geschehen. Das zeigte auch einmal mehr die Debatte nach Abschluss des Info-Teils – ob es nun um die ausgebrannte ehemalige Apotheke im Zentrum ging oder um den Umsatz, der in Fürstenau inzwischen zu 80 Prozent von Geschäften auf den „grünen Wiesen“ vor den Stadttoren gemacht wird.

Blieb am Schluss noch ein Appell: Wer Ideen für die Innenstadt habe, solle sie der Verwaltung mitteilen. Es dürfe ruhig mutig und frei gedacht werden, betonte Benno Trütken.


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