Hübsch, aber giftig Jakobskreuzkraut breitet sich im Altkreis Bersenbrück aus

Meine Nachrichten

Um das Thema Samtgemeinde Fürstenau Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Altkreis Bersenbrück. Zahlreiche Pflanzen auf den Wiesen befinden sich derzeit in ihrer üppigen gelben Blüte. Dabei ist die Spanne von nützlichen und schädlichen Wirkungen der Gewächse groß. Während einige Pflanzen, wie beispielsweise der Rainfarn, durchaus als Heilpflanze genutzt werden können, ist das Jakobskreuzkraut eine große Gefahr für Mensch und Tier.

„Die Ausbreitung des Jakobskreuzkrautes ist ein zunehmendes Problem“ erklärt Marlis Schulz vom Fachdienst Umwelt des Landkreises Osnabrück. Derzeit befindet sich das Jakobskreuzkraut in seiner Blüte. Auf den ersten Blick ahnt niemand, welche Gefahr für die Weidetiere von dieser Pflanze ausgeht. Die Pflanze enthält leberschädigende Pyrrolizidin-Alkaloide, welche für Kühe und Pferde lebensgefährlich sind.

Der Korbblütler verbreitet sich nach dem Prinzip der Pusteblume durch den Wind. Mit jeder Pflanze machen sich Tausende Samen auf ihren luftigen Weg und können sich somit weit über ihren Standort hinaus auch auf angrenzenden Weiden ausbreiten. Zwar würden die Tiere auf der Weide das frische Jakobskreuzkraut wegen der enthaltenen Bitterstoffe meiden, ganz schwierig werde es aber, wenn die Pflanze erst einmal im Heuschnitt oder Siloballen lande.

Vor der Blüte mähen

Daher sei es erforderlich, das richtige Management für die betroffenen Flächen zu wählen, so Marlis Schulz. Hilfreich sei es, die Flächen vor der Blüte und damit vor der Samenbildung zu mähen, zu walzen und schnell wachsende Gräser zu säen. Wenn Flächen von dem Kraut dominiert würden, helfe es letztlich nur, die tiefe Pfahlwurzel der Pflanze auszustechen. „Ganz ohne Handarbeit geht es dann nicht“ so Marlis Schulz.

Früher hätten immer wieder Mitglieder der Hofgemeinschaft, seien es die Mitarbeiter des Hofes oder die Großeltern gewesen, die sich ansiedelnden Pflanzen ausgestochen. Da heute vielfach Grünlandflächen extensiviert würden, fehle die Arbeit an der Stelle, um eine gute Balance zwischen den Feldpflanzen zu erhalten.

Der Trick der Natur

Das Kraut, übrigens eine heimische Art, habe durchaus seine Berechtigung, beschreibt Marlis Schulz. So diene die Pflanze für eine Falterart als Nahrungspflanze. Und genauso ist es. Der „Jakobskrautbär“, wissenschaftlicher Name: „Thyria jacobaeae“, ein Nachtfalter, der zur Gruppe der kleinen Bärenspinner gehört, ernährt sich vom Jakobskreuzkraut. Der Trick der Natur: Die Inhaltsstoffe des Krautes werden vom Falter durch körpereigene Gegengifte neutralisiert.

„Unbestritten ist Jakobskreuzkraut giftig und kann, in größeren Mengen gefressen, auch zum Tod führen. Dabei ist die Empfindlichkeit von Pferden am höchsten, von Schafen und Ziegen am geringsten. Doch Weidetiere verschmähen das Kreuzkraut weitgehend. Wer selbst einmal ein Blatt der Pflanze durchkaut, versteht den Grund: Die enthaltenen Bitterstoffe schmecken abscheulich. Insgesamt gibt es in Mitteleuropa aber etwa 50 giftige Pflanzenfamilien mit zahlreichen Vertretern, die allgemein Mensch und Tier in unterschiedlichem Maße mit ihren Inhaltsstoffen beeinträchtigen können“, heißt es dazu auf der Homepage des Naturschutzbundes.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN