Landvolk: Erträge schwanken Keine Missernte im Altkreis Bersenbrück

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lab/lzim Altkreis Bersenbrück. Der Sommer hat Einzug in den Osnabrücker Nordkreis gehalten. Es riecht nach frischem Heu, und auf den Straßen sind viele Traktoren und Mähdrescher unterwegs. Bisher war das Wetter eher durchwachsen, aber stellt das auch ein Problem für die Landwirte dar?

Obwohl die Erntezeit noch nicht vorbei ist, kann schon ein erstes Resümee gezogen werden. In den vier Samtgemeinden im Osnabrücker Nordland fiel das Ergebnis unterschiedlicher aus als erwartet.

In Berge beschreibt der Vorsitzende des Landvolks, Enno Kernkamp, die Ernte als normal: „Es hat keine überdurchschnittlichen Erträge gegeben, aber die Ernte und deren Erträge sind immer vom Standort abhängig und unterscheiden sich nicht zum letzten Jahr.“

Das sieht Ulrich Frese anders. Der Menslager Landvolkvorsitzende bewertet die Ernte in der Samtgemeinde Artland zumindest als eher mäßig: „Man merkt doch, dass sich der trockene Frühling auf die Ernte im Sommer ausgewirkt hat.“ Der Ertrag der Gerste sei im Vergleich zum Vorjahr schlechter ausgefallen, für andere Getreidesorten sei Ähnliches zu erwarten.

In Alfhausen wächst die Gerste offensichtlich besser. Zwar sei die Ernte von Weizen und Triticale ebenfalls durchschnittlich bis unterdurchschnittlich gewesen. Allerdings sei in diesem Jahr die Gerstenernte besonders gut, so Ansgar Lünnemann, Vorsitzender des Landvolks Alfhausen.

Weizen hat gelitten

Auch in Neuenkirchen ist man mit der diesjährigen Ernte zufrieden. „Die Wintergerste hat bessere Erträge gebracht als letztes Jahr“, sagt Landvolkvorsitzender Laurentius Dohm. Bei der Triticaleernte sehe es bis jetzt durchschnittlich aus, nur der Weizen habe unter der Trockenheit des Frühjahrs gelitten. „Jahre, in denen viel Trockenheit herrscht, sind besser für die Ernte als zu viel Feuchtigkeit“, erklärt der erfahrene Landwirt.

Die meisten Bauern erledigen ihre Ernte nicht alleine, sondern beauftragen ein Lohnunternehmen. Dieses stellt dann die benötigten Maschinen sowie das Personal. Eines der größten Lohnunternehmen im Nordwesten ist die Firma Dettmer in Kettenkamp. Die Firma hat noch drei weitere Standorte, in Dohren, Voltlage und Stemwede. Rund um die Standorte wird in einem Radius von etwa 15 bis 20 Kilometern gearbeitet.

Neben 22 Mähdreschern und zwölf Maishäckslern setzt die Firma unter anderem auch eine mobile Mahlstation ein. Dort wird das Korn, welches vom Häcksler kommt, gemahlen und kann von den Landwirten sofort verfüttert werden. Ein weiterer Vorteil ist, das die Station auch leicht feuchtes Korn mahlen kann. Das spart Zeit und Kosten. Nach einem Regentag muss weniger lang gewartet werden, bis das Korn zum Ernten trocken genug ist. Außerdem erspart sich der Bauer Energiekosten für die Trocknungsanlage.

„Extreme Wetterlagen“

Der Klimawandel macht das Geschäft auch für den Lohnunternehmer schwieriger. Heutzutage seien die Wetterlagen extremer als früher, so Gerd Dettmer. Es würden höhere Temperaturen erreicht, was für das Wachstum des Getreides nicht unbedingt von Vorteil sei. Am besten wüchsen die Pflanzen bei einer Temperatur von rund 25 Grad und regelmäßigen Niederschlägen. Lange Trockenperioden seien allerdings gut zum Einholen der Erträge.

Die Ernte ist in vollem Gang, aber noch lange nicht abgeschlossen. Die Wintergerste ist größtenteils schon vom Halm. Jetzt sind Raps, Weizen, Roggen und Triticale an der Reihe und die Sommergerste.

Die Mais- und Kartoffelernte findet im September und Oktober statt. Und das gibt den Landwirten Hoffnung: Obwohl es dieses Jahr aufgrund der Trockenheit für den Mais anfänglich nicht besonders gut aussah, sind die Prognosen für die Ernte inzwischen durchaus positiv. Der Mais hat noch Zeit zum Wachsen.

Man kann also aus Aussagen von Landwirten und Lohnunternehmern schließen, dass trotz trockenen Frühlings und wechselhaften Sommers von Missernte noch keine Rede sein kann. Erträge fallen standortbedingt unterschiedlich aus. Die Bauern blicken nun erwartungsvoll auf die Maisernte.


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