Truck Trial 2015 Mit Geschick und Gefühl durchs Gelände des Fürsten Forest

Von Katharina Preuth


Fürstenau. Die Sonne brennt von oben, der Staub wirbelt auf, und die Motoren heulen. Der erste Truck Trial im Ferien- und Freizeitpark Fürsten Forest forderte PS-starken Trucks so einiges ab: Der Parcours führte durch unwegsames Gelände und viele Wassergräben. In zehn Sektionen zeigten 33 internationale Teams Geschicklichkeit am Lenker.

„Wir waren schon zwölfmal in Osnabrück am Piesberg, doch dann mussten wir uns auf die Suche nach neuem Gelände machen“, berichtet Anneliese Kassen, Vorsitzende des Motorsport Clubs Cloppenburg (MSC). Der MSC ist der lokale Veranstalter des Truck Trials, der die Veranstaltung erstmals im Fürsten Forest ausrichtet.

Der Europa Truck Trial (OVS) übernimmt die sportliche Organisation. „In der Saison finden insgesamt sechs Trials innerhalb Europas statt. Die startenden Teams kommen aus Frankreich, Österreich, Tschechien und Deutschland. Unter ihnen ermitteln wir den Europameister“, erklärt Uwe F. Ehrlich, leitender Sportkommissar.

„Kommissare“ haben das Regelwerk im Blick

Die Kommissare in den roten T-Shirts stehen bereit, wenn die Zwei-, Drei-, Vier-Achser oder die Prototypen in einer der abgetrennten Sektionen starten. Die Männer bewerten die Geschicklichkeit des Fahrers und seines Beifahrers, indem sie Minuspunkte vergeben. Ziel sei es, die aufgestellten Tore zu durchfahren, erläutert Ehrlich. Doch die Regeln sind streng: „Wenn der Truck eine Torstange umfährt oder abbricht oder das Tor in der falschen Richtung nimmt, gibt es 40 Minuspunkte.“ Weitere Abzüge gebe es beim Richtungswechsel über zehn Zentimeter durch Rollen, Fahren oder Rutschen sowie Berühren einer Torstange. Lediglich einen Minuspunkt erhalten die Teams für das Anhalten zwischen zwölf Sekunden und drei Minuten. Wer länger als drei Minuten nicht fährt scheidet aus, ebenso der Fahrer, der mehr als sechsmal die Richtung wechselt ohne ein Tor zu durchfahren oder den Gurt oder Helm ablegt.

Truck Trial besteht aus einem zweitägigen Programm

Für den Motorsport-Laien ist das Reglement nicht auf Anhieb zu durchschauen. Aber auch ohne Kenntnisse faszinieren zum Beispiel die Vierachser, wenn sie mit zwei Reifen in der Luft versuchen, einen Hügel zu umkurven oder schlammspritzend durch Wasserlöcher fahren.

Die Veranstaltung besteht aus einem zweitägigen Programm. „Für den zweiten Tag bauen wir die befahrenen Sektionen um, sodass sie für die Fahrer wieder eine neue Herausforderung sind“, sagt Sportkommissar Uwe F. Ehrlich. Am ersten Tag mischen sich die einzelnen Fahrzeuggruppen, erst in der zweiten Runde teilen sie sich nach Anzahl der Achsen auf. In jeder Gruppe gibt es am Ende einen Sieger. 

Gelände im Fürsten Forest gut geeignet

„Am Piesberg gab es zwar steilere Anfahrten als im Fürsten Forest, aber wir sind von den Gegebenheiten positiv überrascht“, sagt Organisatorin Anneliese Kassen. Der amtierende Europameister in der Kategorie der Vierachser Marcel Schoch stimmt ihr zu: „Im Vorfeld hatten wir befürchtet, dass der Sand zu weich ist, aber hier ist es doch erstaunlich griffig.“ Außerdem lobt der Profi, dass die einzelnen Abschnitte dicht beieinander lägen, so seien die Wege nicht so weit. Dies sei auch für die Zuschauer interessanter.

Wiederholung der Veranstaltung in Fürstenau möglich

„Uns gefällt es hier wirklich gut, wir hoffen dieses Event an diesem Ort vielleicht in zwei Jahren oder sogar nächstes Jahr schon erneut veranstalten können“, wünscht sich die Cloppenburgerin Anneliese Kassen. Derzeit seien die Zuschauerzahlen zwar noch nicht mit den Verhältnissen in Osnabrück zu vergleichen, aber Kassen hofft, dass nach einer Anlaufphase die Zahlen steigen werden.