Beinwell, Mädesüß und Waldziest Eva Otten aus Berge und ihr Kräutergarten

Von Jürgen Schwietert

.Die Vielfalt der Kräuter in ihrem Garten präsentierte Eva Otten (rechts) den Gästen. Fotos: Jürgen SchwietertFotos: Jürgen Schwietert.Die Vielfalt der Kräuter in ihrem Garten präsentierte Eva Otten (rechts) den Gästen. Fotos: Jürgen SchwietertFotos: Jürgen Schwietert

Berge. Es gibt wohl kein Kraut, das Eva Otten im Garten und in der Umgebung des Otten-Kottens in Berge nicht kennt .Sie kommt ursprünglich aus Bochum und ist Ökotrophologin. Mit ihrem Mann Christoph Otten, einem Diplomtheologen und Landschafts-und Baumschulgärtner erwarb sie 1992 ihren jetzigen Vierseithof mit großem Naturgarten. Bei den Führungen, die sie anbietet, wird das umfangreiche Wissen der Ökotrophologin deutlich.

Bevor es aber in den Garten geht, informiert Ehemann Christoph über den Hof. Er gehört mit einem 200 Jahre alten Vierständer-Haupthaus aus Fachwerk zu den ältesten Hofanlagen von Berge. Hier stand vermutlich auch der bereits 1186 genannte Haupthof des Grafen Simon von Tecklenburg, also die Ursprungssiedlung von Berge.

Seit 2003 hat das Ehepaar Otten seine historische Hofanlage mit großem Engagement umsichtig renoviert. Vor allem bei der Gestaltung der die alten Gebäude umgebenen Grünflächen gingen sie behutsam und naturnah vor.

Selbstversorger

Das Ehepaar Otten ist darauf bedacht, weitestgehend als Selbstversorger zu leben. Aus diesem Grund finden sich in dem nach den Regeln der Permakultur angelegten Naturgarten Weide- und Wiesenflächen für das Geflügel, ein Küchen-und Gemüsegarten, eine Streuobstwiese und ein romantischer Zauberwald.

Eva und Christoph Otten ist daran gelegen, ihr kleines Paradies auch immer wieder für andere Menschen zu öffnen. So bietet Eva Otten, die auch regelmäßig VHS-Kurse zur Ernährung leitet, unter dem Motto „Man kann sich krank, aber auch gesund essen“ Ernährungsberatung in ihrer Praxis auf dem Hof und auch Kräuterführungen an.

Bei diesen informativen und unterhaltsamen Führungen lernen die Teilnehmer sehr anschaulich und mit allen Sinnen zahlreiche Kräuter, ihre Wirkung und Zubereitung aber auch ihre Erwähnung in Märchen und Sagen kennen.

Nach einem Willkommenstrunk mit Girsch und Brennessel, gemixt mit Zitrone ging es los neben einer Fläche mit Breitwegerich, der ebenso wie Spitzwegerich antibakteriell wirkt und auch bei Insektenstichen nützlich ist. Brennnessel, Girsch und Gundermann und ihre Anwendung wurden ebenso vorgestellt wie der Hollerbusch (Holunder), der schon den Ahnen heilig war und in dem der gute, das Haus beschützende Geist wohnte. Seine Produkte sind gut für das Immunsystem.

Führung am 23. August

Nach und nach stellte Eva Otten Sauerampfer, Scharbockskraut, Löwenzahn, Klettenlabkraut, Flügelknöterich, Sanddorn, Waldziest, Mädesüß sowie Taubnessel und Schafgarbe aber auch Hopfen und Beinwell mit ihren Wirkungen vor.

Sie ging auf die Geschichte der verschiedenen Kräuter und die dazu gehörenden Sagen und Märchen ein.

Und auch die Stockrose fehlte nicht, denn mit ihren essbaren Blütenblättern kann man Salate passend dekorieren.

Die nächste Kräuterführung findet am 23. August in der Zeit von 15 bis 17 Uhr statt. Inbegriffen sind Kaffee- und Teetafel mit selbst gebackenem Brot, Kräuterbutter und Kräuterkuchen. Anmeldungen sind erforderlich.

Kochkurse mit Kräutern und weiteren Hofprodukten, Filzkurse und Buttern runden die Angebotspalette ab. Ferner vermietet das Ehepaar Otten auf seiner Hofanlage ein Ferienhaus. Weitere Informationen: 05435/2258