Drei Generationen Tanzschule Hülsmann: Taktgefühl aus Schwagstorf

In der dritten Generation führen die Schwestern Julia Nichting und Elke Marian die Tanzschule Hülsmann. Foto: Tanzschule HülsmannIn der dritten Generation führen die Schwestern Julia Nichting und Elke Marian die Tanzschule Hülsmann. Foto: Tanzschule Hülsmann

Schwagstorf. Zunächst einfach mal eine gute Nachricht: Die beiden Tanzlehrerinnen Elke Marian und Julia Nichting bestätigen, dass die Tanzschritte, die ein Mensch einmal gelernt hat, immer wieder leicht in Erinnerung zu rufen sind – quasi wie die Fähigkeit, Fahrrad zu fahren.

Seit gut 75 Jahren gibt es im Fürstenauer Ortsteil Schwagstorf die Tanzschule Hülsmann. Die Schwestern haben die Schule von ihrer Mutter Maria Nichting übernommen. Diese wiederum vor Jahrzehnten von ihrem Vater Anton Hülsmann. Nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters sei Maria Nichting quasi „ins kalte Wasser gesprungen“, als sie in die Schule im jungen Alter von 19 Jahren zunächst weitergeführt und dann weiter ausgebaut habe.

Heute unterrichten die beiden Frauen tanzbegeisterte Schüler vom Osnabrücker Land über das Emsland bis hin in den Raum Steinfurt und Vechta. Vom langsamen Walzer bis zum Disco-Fox sei dann alles dabei – aktueller Trend sind auch Einzeltänze wie zum Beispiel der Cha-Cha-Slide.

Aber auch spezielle Crash-Kurse für Hochzeiten (Hochzeitstanz mal anders), Einzelunterricht und Grundkurse für Ehepaare und Paare gehören zum Angebot, erklären sie. Darüber, dass immer wieder Menschen Tanzen „als Hobby“ für sich entdecken, freuen sich die beiden Schwestern besonders. Hierfür werden Tanzkreise angeboten, die sich regelmäßig treffen.

Oft beginnt die Nähe zum Tanzen mit einem „Schülertanzkurs“. Elf mal zwei Zeitstunden stehen dann auf dem Programm für die Schüler, meistens der Klassen acht oder neun. Das Highlight ist natürlich immer am Ende eines jeden Tanzkurses der „Abtanzball“, wo die Schüler ihr Erlerntes aufs Parkett bringen und ihren Eltern im festlichen Rahmen zeigen, was sie alles gelernt haben.

Zudem gibt es Tanzprojekte in den Schulen selbst. In den Kursen werden auch Werte wie Höflichkeit und Wertschätzung vermittelt oder die ein oder andere „Benimmregel“ beigebracht. „Alles ganz ohne Stress und im modernen Rahmen natürlich“, betont Elke Marian. Aber es sei nun mal zum Beispiel guter Brauch, dass die Damen an den Tischen auf der rechten Seite neben dem Herrn sitzen, so die Tanzexpertin.

Dabei haben sich die beiden Schwestern sehr bewusst für den Beruf entschieden, erklären sie. Über den ADTV – den Allgemeine Deutschen Tanzlehrerverband – haben Julia Nichting und Elke Marian eine fundierte Ausbildung zur Tanzlehrerin absolviert. Fächer wie zum Beispiel Musiktheorie, Bewegungslehre sowie Standardtänze und Lateintänze gehören zu der dreijährigen theoretischen und praktischen Ausbildung in Hamburg.

In den regelmäßig angebotenen Fortbildungen bis hin zum einmal im Jahr stattfindenden Tanzlehrerkongress – oft in Düsseldorf – reiche die Palette der Weiterbildungsmöglichkeiten, die immer wieder einen neuen Blick auf aktuelle Entwicklungen und Trends ermöglichen. Auf diese Fortbildungen lege das Haus Hülsmann großen Wert, so Julia Nichting.

Während für die größeren Gruppen immer wieder die Säle der Gaststätten und Restaurants in der Umgebung genutzt werden, steht für Kurse mit bis zu 16 Personen auch das moderne Tanzstudio in Schwagstorf zur Verfügung, so die beiden Schwestern.


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