Kira Markus übernimmt Salon Schwarz in Berge: Abschied von treuen Kunden



Berge. Meistens ist Anneliese Schwarz die Ruhe in Person. So haben sie die Kunden in ihrem Friseursalon an der Bippener Straße in Berge in den vergangenen 35 Jahren kennengelernt. Nun war sie doch ein wenig aufgeregt. Aus gutem Grund. Zusammen mit ihrer Kollegin und Schwägerin Gabriele Flügge nahm sie Abschied vom Berufsleben. Eine große Schar treuer Kunden ließ es sich nicht nehmen, sich bei den beiden für die gute Arbeit zu bedanken.

Was für ein Trubel war das: Die Gäste gaben sich förmlich die Eingangsklinke zum Friseursalon in die Hand. Kleine Geschenke und Worte des Dankes wechselten die Besitzer. Nette Gespräche und fröhliches Lachen waren an jeder Ecke zu hören. Treue Kundschaft unter sich.

Bei aller Lebhaftigkeit schwang stets ein wenig Wehmut mit – auch beflügelt durch die Dekoration im Friseursalon. Anneliese Schwarz und Gabriele Flügge hatten tief in die Nostalgiekiste gegriffen und längst vergessene Schätze aus den vergangenen Jahrzehnten des Friseurwirkens hervorgekramt: Werbebilder mit gediegen frisierten Frauen aus den 50er-Jahren, altes Handwerkszeug oder ein altes Fläschchen Pitralon-Rasierwasser – ein Produkt, für das einst Fußballnationalspieler Paul Breitner Werbung machte und sich zu diesem Zwecke 1982 sogar für stolze 150000 Mark seinen Bart abschneiden ließ, wie eine Kundin ausgesprochen „fachmännisch“ berichtete.

Auch gab es eine kleine Stellwand mit Bildern und Dokumenten aus der Geschichte des Friseursalons, die an der Bippener Straße 1927 begann. Da war beispielsweise Erna Schwarz zu sehen, die einst im Geschäft eine Hutabteilung betrieb und zudem im Saal des Gasthauses Schohaus ihre Kopfkunst bei Gewerbeschauen ausstellte.

Damit aber nicht genug. Maria Elisabeth Hansch arbeitete zudem die Geschichte des Friseursalons musikalisch auf, und zwar auf der Grundlage eines Liedes aus dem Musical – na klar – „Hair“. Als der letzte Ton verklungen war und die Gäste auch die Worte von der stellvertretenden Obermeisterin Manuela Klausing und der Gastgeberin vernommen hatten, warteten nur noch kleine Häppchen zum Verzehr auf die Gäste – und natürlich viele gute Gespräche.

Friseurkunst wird es an der Bippener Straße auch weiterhin geben. Kira Markus wird den Betrieb unter dem Namen „Kopfkultur“ weiterführen. Am 10. Januar, 9 Uhr, ist nach einer kurzen Renovierung die Eröffnung geplant. Alle alten und neuen Kunden sind eingeladen. Als Willkommensgeschenk gibt es beim ersten Besuch einen Eröffnungsrabatt von 15 Prozent.


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