Mühlenstraße kommt voran Schilder weisen auf Ölmühle in Lonnerbecke hin

Von Jürgen Schwietert



Fürstenau. Seit einiger Zeit stehen an mehreren Orten in der Region neue Schilder. Damit wird auf die Niedersächsische Mühlenstraße hingewiesen. Diese gehört zur europaweiten Kulturstraße der Mühlen, die sich im Aufbau befindet. Mit dem Segment Reiseweg zu 63 Mühlen zwischen Teutoburger Wald und Bourtanger Moor wurde eine Lücke geschlossen. Diese Straße erschließt nunmehr neun Regionen in Niedersachsen.

In den Landkreisen Osnabrück, Emsland und Bad Bentheim weisen die Schilder auf die ganze Vielfalt der hier vertretenen Mühlen, angefangen bei den Wassermühlen über kombinierte Wind- und Wassermühlen über die verschiedenen Windmühlen bis hin zu Motormühlen, hin. Im Verbreitungsgebiet des „Bersenbrücker Kreisblattes“ sind sechs Wasser- sowie eine Windmühle (Everdings Mühle) erfasst.

Die Arbeitsgemeinschaft (AG) Mühlenstraße informiert mit einem Faltblatt über ihre Projekte. Zwischen Nordsee und Harz, Ems und Elbe, ob am rauschenden Bach oder auf windzerzauster Marsch: Noch bis vor einigen Jahrzehnten prägten Wind- und Wassermühlen überall in Niedersachsen das Landschaftsbild und das ländliche Leben, oft seit mehr als tausend Jahren.

Für alle, die sich auf die Spuren der niedersächsischen Mühlengeschichte begeben und dabei Land und Leute kennenlernen wollen, wurde 1998 die Niedersächsische Mühlenstraße ins Leben gerufen. Heute erschließt sie das gesamte nördliche, mittlere und südwestliche Niedersachsen zwischen Nordsee und Harz und von der Ems bis zur Elbe. Und in Zukunft sollen alle Mühlenregionen Niedersachsens für Mühlenreisende erschlossen und miteinander verbunden sein. Das neue Faltblatt informiert über die Mühlenregionen zwischen Teutoburger Wald und Bourtanger Moor. Die Reise zu den Mühlen dieses Gebietes führt den Mühlentouristen von den Höhenzügen des Teutoburger Waldes im Süden durch die Grafschaft Bentheim und die Hügellandschaft des Hümmlings zu den weiten Moorflächen des nördlichen Emsland und in die alten Kulturstädte der Region. Das Faltblatt geht dabei ebenso auf die abwechslungsreiche Landschaft ein wie auf die Mühlenstandorte, Sagen zu den Mühlen und angebliche Mühlenromantik, die es kaum gab.

Mühlen waren die Vorläufer der ersten Fabriken. Sie entstanden im Mittelalter an kräftigen Wasserläufen und windstarken Standorten. Sie dienten nicht nur dem Mahlen von Getreide, sondern trieben auch Sägegatter an, pressten Öl aus Früchten und walkten Stoffe wie die Namen Sägemühlen, Walkmühle oder Ölmühle noch heute verdeutlichen.

Zahlreiche Mühlen wurden erhalten, im historischen Bild restauriert oder zu Wohnzwecken umgebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann das Sterben der herkömmlichen Mühlen. Große Mühlenbetriebe übernahmen ihre Aufgaben. Die AG Mühlenstraße bemüht sich um die Anerkennung der Mühlenstraße als europäische Kulturstraße. Bislang gibt es 24 anerkannte Kulturstraßen in Europa, so die Fachpublikation „Der Mühlstein“.

Lob gibt es für die Mühlenbesitzer, die mit ihrer offenen Einstellung die Entstehung der Niedersächsischen Mühlenstraße erst möglich gemacht haben. Oft haben sie dabei einen Teil ihres persönlichen Lebensbereiches gegenüber der Öffentlichkeit geöffnet. Die AG Mühlenstraße bittet daher auch um rücksichtsvolles Verhalten, damit viele Menschen die Möglichkeit behalten, die Mühlen der Regionen zu erkunden.

Weitere Informationen: www.niedersächsische-mühlenstrasse.de.


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