Wie lange gilt denn Tempo 70?“ Modellprojekt lässt Autofahrer in Bippen zweifeln


pm/pet Bippen. Es kann schon bedrohlich eng werden, wenn einem Autofahrer auf den Straßen im Nordkreis links Fahrzeuge entgegenkommen und rechts der Seitenstreifen, zudem oft mit großen Bäumen, die Fahrbahn begrenzt. Im Sommer hat daher das Land Niedersachsen ein dreijähriges Modellprojekt gegen Baumunfälle ins Leben gerufen, dass aufklären und vor allem schützen soll. Auf vielen Straßen im Nordkreis besteht nun eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 km/h. Aber bis zu welcher Stelle ist das zu beachten?

„Die Meinung, dass eine Geschwindigkeitsbeschränkung nur bis zur nächsten Einfahrt einer Straße gilt, ist eine weit verbreitete Fehlannahme“ erklärt Manfred Motzek vom Fachdienst Ordnung des Landkreises Osnabrück. Es sei erforderlich, eine Geschwindigkeitsbegrenzung auch konkret durch ein Schild wieder aufzuheben. Diese Schilder fehlen an einigen Stellen noch, werden aber in Kürze aufgestellt, so der Verkehrsexperte des Landkreises.

Zum Modellprojekt: überprüft und mit entsprechenden Begrenzungsschildern ausgestattet werden möglichst alle Straßen, die eine geringere Breite als 6,50 Meter haben und an denen ein angrenzender Baumbestand vorhanden ist. Dabei ist der Landkreis Osnabrück einer von sechs Landkreisen, die an dem dreijährigen Modellprojekt des Landes teilnehmen.

Für die Samtgemeinden Neuenkirchen und Fürstenau heißt das nach letztem Stand, dass zunächst 23 von 120 Kilometern Kreisstraße in das Modellprojekt aufgenommen wurden.

Aber wie müssen sich jetzt die Auto- und Lkw-Fahrer beispielsweise auf der Dalumer Straße zwischen Bippen und Dalum verhalten? Nach den Regeln der Straßenverkehrsordnung gilt die Geschwindigkeitsbegrenzung so weit, wie sie nicht durch ein Schild ausdrücklich aufgehoben wurde. Damit besteht die Geschwindigkeitsbegrenzung derzeit quasi auf der gesamten Strecke bis Fürstenau. Die noch fehlenden Verkehrsschilder werden jedoch bald für Klarheit sorgen.

Eines steht bereits heute fest: die Fahrzeuglenker tun sicher gut daran, sich auch heute schon an die Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten, denn die neuen Regelungen werden nach Auskunft des Landkreises Osnabrück schon in Kürze sehr intensiv überwacht. Da können bei Verstößen dann schnell mal einige Punkte in Flensburg oder auch Fahrverbote die Folge sein.

Oder, um es mit den Worten von Manfred Motzek zu sagen: „Jede Regelung ist nur so gut, wie sie auch überwacht wird“. Der Sicherheit auf den Straßen im Nordkreis wird es zuträglich sein.