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Geschoss steckte im Brennholz Fürstenau: Panzermunition explodiert im Kaminofen


ja/jesc Fürstenau. Es war ein Schock in der Abendstunde: In Fürstenau ist in einem Wintergarten ein Kamin explodiert. Der Grund: In einem Stück Brennholz steckte Panzermunition aus dem Zweiten Weltkrieg. Zwei herumfliegende Splitter trafen ein sechsjähriges Mädchen, das sich zum Zeitpunkt der Explosion im Wintergarten aufhielt. Ein Schock für die Eltern. Doch zum Glück verursachten die Splitter nur zwei leichte Schnittwunden.

Von Jürgen Schwietert und Jürgen Ackmann

Wie konnte die Panzermunition in das Brennholz gelangen? Eine Frage, die inzwischen geklärt ist. Bei dem Holz handelte sich um ein Sparrenstück aus dem Dachstuhl eines Hauses an der Hohen Straße in Fürstenau, das im vergangenen Jahr abgerissen worden ist. Im Zweiten Weltkrieg ist das Gebäude bei Kampfhandlungen unter anderem vom Geschoss einer Panzerbordkanone getroffen worden. Diese von Fachleuten als „Sprengbrand“ identifizierte Munition, die in dem Holzstück steckte, ist offenbar bei den Abrissarbeiten und dem anschließenden Zuschneiden in Scheitgröße übersehen worden.

Inzwischen ist alles weitere Holz aus dem Abriss für die Verbrennung gesperrt worden. Es darf erst nach Untersuchung mit einem Metalldetektor verwendet werden, wie Bezirksschornsteinfeger Berthold Zumdohme berichtete.

Glasfront herausgesprengt

Ihn hatte die Familie unmittelbar nach der Explosion angerufen und um Hilfe gebeten. Als er eintraf, fand er den Wintergarten von Splittern übersät vor, die sich teilweise in die Kunststoffrahmen der Verglasung gebohrt hatten. Auch das Glas der Tür zur Garage hin war zu Bruch gegangen. Bertold Zumdohme stellte zudem fest, dass der Kaminofen komplett unbrauchbar war. Die Glasfront war herausgesprengt, die Schamottsteine des Kaminofens gerissen.

Von so einer Explosion habe er noch nicht gehört, berichtete der Bezirksschornsteinfeger. Bisher habe er höchstens mal erlebt, dass Farbspraydosen, die für kleine Lackausbesserungen oft im Aschenkasten gelagert würden, zerknallt seien. Mehr aber nicht.

Wie die Familie auf Nachfrage berichtete, sitzt ihr der Schreck gehörig in den Gliedern. „Wir gehen schließlich oft an dem Kaminofen vorbei“, so die Mutter der dreiköpfigen Familie. „Ob der Schaden versichert ist, muss noch geklärt werden“, so die Familie.

Dem sechsjährigen Mädchen, das bei der Explosion neben dem Kamin saß, geht es inzwischen wieder gut. Und das ist wohl auch das Wichtigste.


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