Spenden ermöglichten Anschaffung Neue Fahne des Schützenvereins Settrup geweiht

Von Jürgen Schwietert


Settrup. In einem Festakt vor dem Heimathaus wurde die neue Fahne des Schützenvereins Settrup ihrer Bestimmung übergeben.

Unter klingendem Spiel der Kolpingkapelle Schwagstorf wurden die befreundeten Schützenvereine vom Antreteplatz bei der ehemaligen Kornbrennerei Tebbenhoff im Schein zahlreicher Fackeln abgeholt. Als Fackelträger wirkten die Jugendfeuerwehr Fürstenau sowie Jugendliche aus Settrup und Umgebung mit.

Sodann traten die Schützenvereine auf dem Platz vor dem Heimathaus an. Hier begrüße Präsident Walter Vorderstraße die Vereine aus Andervenne, Fürstenau, Groß Mimmelage, Hollenstede und Höne sowie aus Lonnerbecke und Schwagstorf, besonders aber die eigenen Schützen mit dem amtierenden König Werner Filbert und seinem Gefolge an der Spitze. Ein weiteres Willkommen galt den Abordnungen der Settruper Vereine.

Sodann ging der Präsident auf die Entscheidung für eine neue Fahne ein. Wiederholt hatten die Fahnenträger auf den desolaten Zustand des alten Schmuckstücks aufmerksam gemacht. Und so entschloss sich der Vorstand, das Projekt in Angriff zu nehmen. Weil der Versuch, die alte Fahne zu restaurieren, scheiterte, wurde eine neue Fahne in Auftrag gegebenDamit allein war es aber nicht getan. Eine neue Fahnenstange mit Spitze musste ebenfalls angeschafft werden. Das Projekt verschlang erhebliche Mittel, für einen kleinen Verein fast zu viel. Und so wurden Spender und Ideen zur Finanzierung gesucht. Jeder Schütze konnte Fahnenspender werden. Dafür gab es eine Anstecknadel. Auch die Kreissparkasse sowie die Volksbank Osnabrücker Nordland, der Heimatverein und der Jugendspielmannszug gaben etwas dazu. „Die große Spendenbereitschaft hat gezeigt, dass der Verein den Bürgern am Herzen liegt“, betonte der Präsident.

Eine von Pastorin Anke Kusche gehaltene Segensfeier schloss sich an. Die Pastorin ging dabei auf die Geschichte der Fahnen ein.

„Das Wort Fahne wird abgeleitet vom althochdeutschen gundfano, was so viel bedeutet wie Kampftuch“, informierte sie. Fahnen als Kampf-und Siegeszeichen sowie Herrschaftssymbole seien schon im Alten Orient bekannt gewesen. In Kriegen sei sie militärtaktisches Richtungs- und Sammelzeichen gewesen.

Viele Sprichwörter beriefen sich auf die Fahne, von der man gehe oder die man in den Wind halte. Seit dem zehnten Jahrhundert seien Fahnen zu liturgischen Zwecken auch in der Kirche verwendet worden.

„Die Siegesfahne Jesu steht nicht für einen kriegerischen, blutigen Sieg auf Kosten des Lebens anderer, sondern für den Sieg der Menschenliebe Gottes“, betonte Anke Kusche.

Für die Stadt Fürstenau gratulierte der stellvertretende Bürgermeister Rudolf Lühn, für den Heimatverein dessen Vorsitzender Wolfgang Meyer. Für die Gastvereine sprach der Präsident des Schützenvereins Höne, Helmut Mathlage. Er überreichte einen Fahnennagel mit der Prägung Fahnenweihe 2014.

Aus der Höner Chronik berichtete er von einem kaum verzeihlichen Missgeschick beim Jubelschützenfest mit Fahnenweihe im Jahre 1956. Demnach gelang es seinerzeit dem stellvertretenden Höner Präsidenten Alfons Schröder, die neue Settruper Fahne sicherzustellen. Der Verlust wurde erst am folgenden Morgen festgestellt. Als Parlamentär führte Schröder die Rückgabeverhandlungen mit den Settrupern. Ein Fass Bier wurde ausgehandelt und später gemeinsam verzehrt.