Nichts und niemand verschont „Buschtrommel“ bot Kabarett vom Feinsten in Restrup

Von Birgit Eckhoff

Die Buschtrommel – Ludger Wilhelm und Andreas Breiing –glänzte mit einem facettenreichen Programm. Foto: Birgit EckhoffDie Buschtrommel – Ludger Wilhelm und Andreas Breiing –glänzte mit einem facettenreichen Programm. Foto: Birgit Eckhoff

Restrup. Die Kabarett-Routiniers Ludger Wilhelm und Andreas Breiing alias „Die Buschtrommel“ verschonten am Samstagabend nichts und niemanden im Theatersaal in Restrup. Das münsteranisch-sauerländische Duo hatte schnell sämtliche Lacher auf seiner Seite. Dennoch: Lösungen hatten die beiden Kabarett-Haudegen für das Publikum keine, jedoch fanden sie anerkennende, ja bewundernde Worte für das Ausmaß der anstehenden Probleme in Deutschland.

Armes Deutschland: in Ein-Euro-Shops wird eingebrochen und: „Wenn Sie heute ´ne Bank ausrauben, kommen Sie mit Schulden nach Hause.“ Die zukünftige Währung ist die Drachme, Kassenpatienten bekommen Moorbäder verschrieben, damit sie sich schon mal an die feuchte Erde gewöhnen, und die Ausweglosigkeit ahnen schon die Ungeborenen, immer häufiger greifen sie in ihrer Not zum Kaiserschnitt.

Abrechnung

So wurde zunächst mit dem Gesundheitssystem abgerechnet – passenderweise als etwas tattrige Senioren auftretend. Gebisse wird es, so meckern die beiden Rentner weiter, aus Kostengründen nur noch in drei Größen geben: Mann, Frau und Überbiss.

im „Sterbestreik“

Wussten Sie beispielsweise, dass Horst Seehofer das Gebiss von Inge Meysel geerbt hat und Frau von der Leyen ihre „Betonfrisur?“ Einer ihrer Bekannten sei neulich beim Stammtisch plötzlich ins Koma gefallen, habe aber schließlich selbst zur Behandlung ins Krankenhaus fahren müssen. Angesichts des bereits von Rot-Grün gestrichenen Sterbegeldes traten die vergreisten Breiing und Wilhelm in einen „unbegrenzten Sterbestreik“.

Als nächstes hatte „Willi Prollschewski aus Wanne-Eickel, lateinisch Castrop-Rauxel“ seinen großen Auftritt. Dabei erntete Ludger Wilhelm schon allein durch sein Erscheinen im ballonseidenen Jogginganzug mit Goldkette erste Lacher.

Von sich und seiner Pfiffigkeit überzeugt, verrät er: „Der Willi is Sternzeichen Fuchs!“ Das hat offenbar auch seine Bank bemerkt und räumt dem Willi 6,5 Prozent Zinsen ein. Mit dem Hinweis: „Die bekommt bei uns nur ein beschränkter Kundenkreis.“

Auch Breiing brillierte mit einer Soloeinlage – in seiner Paraderolle als Ronald Pofalla. Dieser sei eine medizinische Sensation, so Breiing: „Der einzige Mensch weltweit ohne Rückgrat.

“ Zur Melodie von „Das Model“ gab Pofalla alias Breiing seinen sensationellen Plan preis, die Nachfolge von Angela Merkel anzustreben, und krönte sich schließlich selbst zu „Pofi I.“. Wilhelm wiederum konterte als in die Kanzlerin verliebter Sigmar Gabriel und sang seiner Chefin den „Mutti-Blues“.

Restrup einzigartig

Dies ist nur ein kleiner Auszug aus dem Repertoire der Kabarett-Macher der Buschtrommel, denn sie boten einiges mehr aus ihrem aktuellen Programm. Die Zuschauer in Restrup belohnen es mit tosendem Applaus.

Zum Abschluss ihres Auftritts brachen Breiing und Wilhelm noch eine Lanze für die Theaterbühne in Restrup : „Wir hoffen, Sie würdigen, was Sie hier haben. Das ist fast einzigartig in Deutschland.“