Sinfonisch bis volkstümlich Begeisterndes Konzert der Kolpingkapelle Schwagstorf

Von Jürgen Schwietert


Schwagstorf. Mit ihrem Herbstkonzert begeisterte die Kolpingkapelle Schwagstorf ihre Gäste im Saal Reinermann. Im ersten Teil erklang sinfonische, im zweiten Teil mehr volkstümliche Blasmusik und Schlager. Der Eindruck, hier spielten zwei verschiedene hervorragende Kapellen unter der Stabführung von Andreas Meiners, drängte sich geradezu auf.

Gekonnt führte Vorsitzender Ralf Klausing durch den Abend. Zu jedem Werk informierte er über Entstehung und Hintergrund. Zudem stand die Ehrung engagierter Mitglieder auf dem Programm.

Eröffnet wurde der Konzertabend zum 35-jährigen Bestehen der Kolpingkapelle Schwagstorf mit dem „Concerto d’Amore“, einem Werk von Jacob de Haan, mit dem die Kolpingkapelle vor zwei Jahren in Bad Orb zusammengearbeitet hat. Im „Konzert der Liebe“ vereinigten sich mit Barock, Pop und Jazz drei unterschiedliche Stile. Bereits dabei wurde das Können der Kapelle erkennbar. Sodann hieß Ralf Klausing neben Samtgemeindebürgermeister Benno Trütken besonders die Vereine sowie die ehemaligen Dirigenten und Musiker befreundeter Kapellen aus Holdorf, Meppen und Hartlage-Lulle willkommen.

„Wir haben eine Vielzahl an neuen Musikstücken einstudiert, werden aber auch das eine oder andere bekannte und schon mal gespielte Musikstück wiederaufleben lassen“, leitete Klausing zu „Memories of Cheb“ (Erinnerungen an Cheb) über. Mit „Moments for Morricone“, einer Filmmusik, die an Themen aus dem Wilden Westen erinnerte, ging es weiter.

Ehrungen

Mit „Free World Fantasy“ wurde sodann ein weiteres, von de Haan anlässlich des Befreiungstages 5. Mai 1945 im Auftrag der niederländischen Provinz Groningen komponiertes Werk gespielt. Einstudiert wurden beide Stücke seinerzeit durch den Dirigenten Josef Bruns, dem ein herzliches Willkommen galt. Er wirkte von 2000 bis 2008 in Schwagstorf. Ein Dank galt auch den Dozenten, neben Andreas Meiners auch Rainer Barth und Martin Remme sowie Volker Wohlgemuth, für ihre Arbeit mit den Musikern.

Mit dem Landesehrenzeichen in Bronze wurden sodann Elisa Klausing, Christopher Vissmann, Martin Möhlenkamp, Johannes Reinermann, Jonas Dingmann und Steffen Osterhage durch den Vorsitzenden Ralf Klausing und seinen Stellvertreter Rudolf Gerweler sowie Dirigent Andres Meiners ausgezeichnet. „Wir bauen auf euch. Ich hoffe auf viele weitere Jahre“, betonte Ralf Klausing. Mit Nessaja (Ich wollte nie erwachsen sein/Peter Maffay) und der Ballade Hallelujah des kanadischen Musikers Leonard Cohen ging es in die Pause.

Nach der Pause ging es mit dem Fliegermarsch, zu Zeiten von Dirigent Knut Röder (1990 bis 2000) einstudiert, weiter. Der von Hermann Dostal eigentlich als Operettenmelodie komponierte, überaus beliebte Marsch fungiert als heimlich Hymne der Luftwaffe. Mit Evergreens und Schlagern ging es weiter. Ein Muss aber war auch noch die böhmische Polka „Wir Musikanten“. Sie gehört besonders bei bayrischen Blaskapellen zum Repertoire. Mit dem „Summernight Rock“ mitten im November ging das über zweistündige Konzert zu Ende – aber noch nicht ganz. Ohne Zugaben kamen die Musiker nicht von der Bühne. Nach einem Helene-Fischer-Medley und „Sweet Caroline“ endete der Abend mit dem Kyffhäuser- Turnermarsch und rauschendem Beifall für akzentuiert und hoch konzentriert mit Freude spielende Musiker.