Musikalischer Festgottesdienst 175 Jahre Lutherkirche in Berge


jwey Berge. Das letzte große Jubiläum der Berger Lutherkirche liegt mit 25 Jahren noch gar nicht so lange zurück, aber auch ein 175. Geburtstag ist ein guter Anlass für eine Feier. Dementsprechend lud die evangelisch-lutherische Gemeinde ihre Nachbarn ein zu einem Festgottesdienst und einer anschließenden Feier mit Kaffee, Kuchen und Schnittchen in der Gaststätte Schohaus. Fast bis auf den letzten Platz war die Kirche besetzt, und nicht nur mit einheimischen Gästen: Neben Superintendent Hans Hentschel, der die Predigt hielt, waren auch Fahrgemeinschaften aus den Nachbargemeinden Nortrup, Bippen und Menslage unter den Anwesenden.

Zum Gelingen des Gottesdienstes zum 175. Geburtstag trugen viele bei: Zunächst spielte der Posaunenchor zum Einzug, und die Konfirmanden eröffneten, unterstützt von Superintendent Hentschel, der symbolisch für Gottvater, Jesus und den Heiligen Geist drei Kerzen entzündete, den Gottesdienst mit einer Lesung. Pastor Jürgen Klein demonstrierte, wie viele Mitglieder der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde sich am Gemeindeleben beteiligen: Er bat die Anwesenden mit Handzeichen zu bekunden, wer von ihnen zum Beispiel bei der Jubiläumsfeier zum 125. „Geburtstag“ ihrer Kirche 1964 anwesend gewesen sei, wer hier getauft und konfirmiert worden sei, geheiratet oder Silberhochzeit gefeiert habe, wer schon einmal eine Lesung abgehalten, am Kinder- oder Motorradgottesdienst teilgenommen habe, im Kirchen- oder Posaunenchor, Frauen- oder Handarbeitskreis aktiv sei oder schon als Sekretärin, Sargträger, Teil eines Aufräum- oder Abwaschkommandos mitgearbeitet habe. Viele der Hände hoben sich mindestens ein-, etliche mehrmals – nur eine diamantene Konfirmation hatte noch keiner der Gäste hier erlebt.

Zu den aktiven Gestaltern des Gottesdienstes gehörten auch der Kirchenchor sowie der ehemalige Berger Pastor Reinhard Franz und die Kinder des Kindergottesdienstes.

Passend zum Anlass handelte die Predigt von Superintendent Hans Hentschel davon, wie unterschiedlich Menschen altern und wie „unterschiedlich alt“ Menschen im selben Alter sein können. „Wie alt ist eine 175-jährige Kirche?“ , fragte er.

Sie sei so alt wie die Botschaft Christi, so jung wie die Menschen, die zu den Gottesdiensten kämen, und entstehe jede Woche mit jedem Gottesdienst aufs Neue – vorausgesetzt, die Gemeinde komme auch zu den Einladungen ihres „Nachbarn“, damit die Kirchen auch weiterhin die Heimat der Wunder Gottes blieben.

Zur Erinnerung an das Jubiläum pflanzten Superintendent Hans Hentschel und der Berger Bürgermeister Volker Brandt einen Boskop-Apfelbaum, ehe die Festgemeinde im Gasthaus Schohaus weiterfeierte.