Mahnende Erinnerung Gedenken an jüdische Mitbürger in Fürstenau

Von Jürgen Schwietert


Fürstenau. Am Montag, 10. November wird in Fürstenau der Verfolgung und Ermordung von Bürgern jüdischen Glaubens gedacht. Im Anschluss wird der Auschwitzüberlebende Albrecht Weinberg im evangelischen Gemeindehaus über diese schreckliche Zeit informieren.

Mitglieder der Stadt Fürstenau, der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde, des Heimatvereins sowie der Gesamtschule Fürstenau und der Marienschule Schwagstorf gestalten unter der Leitung von Bernd Kruse die Gedenkstunde ab 19 Uhr auf dem Marktplatz vor dem Rathaus. Eröffnen wird sie Bürgermeister Herbert Gans.

Bernd Kruse wird an die Vorkommnisse am 10. November 1938 in Fürstenau und an die 18 ermordeten Fürstenauer Bürger erinnern. Nach einer kurzen Ansprache gehen die Teilnehmer zum ehemaligen Wohnhaus der Familie Weinberg an der St. Georgstraße. Das Haus stand dort, wo sich jetzt der Parkplatz der Kreissparkasse befindet. Das baufällige Gebäude wurde etwa um 1990 abgerissen. Hier wohnten Isidor und Adele Weinberg. Sie wurden in Riga von den Nazis ermordet. Ihr Neffe Albrecht Weinberg überlebte das Konzentrationslager Auschwitz. Er wird am Standort des ehemaligen Wohnhauses ein Gebet sprechen. Für jeden der ermordeten Bürger jüdischen Glaubens wird ein Stein niedergelegt sowie eine Kerze entzündet. Die Veranstaltung wird anschließend im evangelischen Gemeindehaus fortgesetzt. Albrecht Weinberg, inzwischen 89 Jahre alt, besuchte oft Tante Adele und Okel Isidor in Fürstenau. Dabei lernte er mehrere Fürstenauer Familien jüdischen Glaubens kennen. Er wurde nach Auschwitz deportiert und erlebte die Selektionen an der Rampe des Vernichtungslagers. Wer nicht an der Gedenkstunde am Haus Weinberg teilnehmen kann, ist auch zum Vortrag im Gemeindehaus eingeladen. Bei regnerischem Wetter findet die gesamte Veranstaltung im Gemeindehaus statt.