„Lebbe geht weider“ Fürstenau: Stadtdirektor Peter Selter verabschiedet

Von Jürgen Ackmann


Fürstenau. „Lebbe geht weider.“ Das hat der Fußballtrainer und Hobby-Philosoph Dragoslav Stepanovic ganz unaufgeregt gesagt. „Lebbe geht weider“ kann auch Peter Selter sagen. In seiner Funktion als Stadtdirektor verabschiedete er sich am Dienstagabend offiziell im Rat, um vom 1. November an einen neuen freiberuflichen Lebensabschnitt zu beginnen.

Eigentlich war alles wie immer. Bürgermeister Herbert Gans stellte unter Punkt vier der Tagesordnung die ordnungsgemäße Ladung und Beschlussfähigkeit des Rates fest, später ratterte Peter Selter den „Bericht des Stadtdirektors über die Durchführung der zur Veröffentlichung freigegebenen Beschlüsse“ herunter, die Ratsmitglieder wiederum stimmten über eine Reihe von Themen ab. Als schließlich auch der letzte Tagesordnungspunkt – die Einwohnerfragestunde – abgearbeitet war, wäre der Stadtrat normalerweise nahtlos zum nicht öffentlichen Teil der Sitzung übergegangen. Das war dieses Mal nicht der Fall. Stattdessen ging Herbert Gans ans Rednerpult. Von dort aus würdigte er in acht Minuten die achtjährige Amtszeit von Peter Selter, erwähnte, dass der Stadtdirektor in dieser Zeit 39 Sitzungen des Stadtrates federführend begleitet habe und weitere 140 Ausschuss-Sitzungen vorbereitet. Zahlen, die interessant waren, die aber längst nicht alles sagten. Zum Beispiel über das Engagement von Peter Selter bei der Nachnutzung der Kaserne. Heute mag es selbstverständlich geworden sein, dass dort ein Ferien- und Freizeitpark entstanden ist, 2008 war es das nicht. Das machte Herbert Gans anhand einer kleinen Anekdote deutlich. Eines Tages sei ein Mann aufgetaucht, der sich als islamischer Großunternehmer ausgegeben habe. Er sei an einem Freitag in Begleitung eines Bodyguards im Fürstenauer Schloss aufgetaucht, habe einen Aktenkoffer auf den Tisch geknallt und behauptet, dass sich darin eine Million Euro befänden. Die – und eine weitere Million Euro – gebe es, wenn er die Kaserne bekomme. Er wolle auf dem Kasernengelände eine Schlachterei einrichten, in der Tiere nach islamischen Regeln verarbeitet würden. 600 Hammel und 10000 Hühner sollten jeden Tag so geschlachtet werden. Nach dem spektakulären Auftritt hätten er und Peter Selter allerdings nie wieder etwas von dem Mann gehört, so Herbert Gans schmunzelnd.

Stattdessen habe Peter Selter die drei niederländischen Investoren für die Einrichtung eines Ferien- und Freizeitpark gewinnen können, die trotz mancher Herausforderung bis heute am Projekt festhalten.„ Ein Großprojekt, das du als deinen persönlichen Erfolg verbuchen kannst“ , betonte Herbert Gans.

Weiterhin hob der Bürgermeister das besondere Engagement für die Innenstadt Fürstenaus sowie für die Kinder- und Jugendarbeit hervor. Auch hier habe Peter Selter viel bewegt.

Abschließend dankte Herbert Gans Peter Selter für die acht Jahre als Stadtdirektor. Er habe sein Bestes für die Kommune gegeben. „Dafür haben wir unseren größten Dank auszusprechen.“

Peter Selter betonte im Gegenzug, dass er in den vergangenen acht Jahren viel gelernt habe – unter anderem, dass es wichtig sei, Verantwortung gemeinsam zu tragen. Der Entschluss, vom Ministerium in Hannover nach Fürstenau zu wechseln, sei richtig gewesen. Weiterhin erinnerte Peter Selter kurz an die Realisierung von Projekten wie das Aue-Center , die Einrichtung des Torhaus-Cafés auf der Schlossinsel und die Umnutzung des Kasernengeländes. Wenn er künftig bei offenen Fragen helfen könne, werde er das gerne tun, so Peter Selter.

Dank für die gute Zusammenarbeit gab es auch von den Sprechern der CDU und der Gruppe SPD/Grüne, Heinz Santel und Matthias Wübbel, sowie von Karin Wolke-Höveler von der Werbegemeinschaft. Die hatte Peter Selter kurz vor der Sitzung einen Blumenstrauß als Zeichen der Wertschätzung überreicht.