Thema Innenstadtentwicklung Fürstenau: Sorgt bald ein Schlossgeist für Ordnung?

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Wird in Fürstenau bald ein Schlossgeist unterwegs sein, um Eigentümer an ihre Pflichten zur Pflege von Grundstücken und Gehwegen zu erinnern? Symbolfoto: dpaWird in Fürstenau bald ein Schlossgeist unterwegs sein, um Eigentümer an ihre Pflichten zur Pflege von Grundstücken und Gehwegen zu erinnern? Symbolfoto: dpa

Fürstenau. Die Entwicklung einer Innenstadt voranzutreiben ist für kleinere Kommunen nicht immer leicht. Die Fürstenauer haben sich dieser Aufgabe gestellt und verbuchen zunehmend Erfolge. So ist die Zahl der Leerstände zurückgegangen, außerdem gibt es vielleicht schon bald einen Schlossgeist, der für Ordnung sorgt. Gleichwohl gibt es noch viele Baustellen. Eine davon ist der Stadtmarketing-Verein. Obwohl ihm eine wichtige unterstützende Funktion bei der Entwicklung der Innenstadt zukommt, musste die Kommune der Organisation wegen der Haushaltssanierung 5000 Euro an Zuschüssen streichen. Das löst bis zum heutigen Tage wenig Freude aus.

In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung kam das Thema noch einmal in der Gesamtheit auf den Tisch. Wie berichtet, hat die von der Stadt beschlossene Kürzung der Zuschüsse dazu geführt, dass der Stadtmarketing-Verein zum einen die Projekte der Arbeitskreise reduziert hat. Zum anderen war die Herausgabe des Stadtmagazins „Fürstenau aktiv“ nicht mehr in der gewohnten Form möglich, zumal mit dem Umzug des touristischen Informationszentrums auch eine Verringerung der Personals einherging. Das wiederum führte dazu, dass auch die bis dahin erfolgte personelle Unterstützung bei der Herausgabe des Stadtmagazins nicht mehr möglich war. Inzwischen bringt der Medienpark Ankum das Heft eigenverantwortlich heraus.

In der Sitzung am Donnerstagabend wies der Vorsitzende des Stadtmarketing-Vereins, Claus Beumler, noch einmal darauf hin, dass der Umzug des touristischen Informationsbüros aus der Stadtmitte zum Schloss nach seiner Ansicht zu weniger Laufkundschaft führe. Um dies wenigstens teilweise aufzufangen, sei es notwendig, die Beschilderung deutlich zu verbessern.

Zum Stadtmagazin erklärte Claus Beumler, dass der Medienpark Ankum sehr gute Arbeit leiste und ein ansprechendes Heft herausbringe. Das sei alles so weit in Ordnung. Sorge bereite ihm angesichts der finanziellen Kürzungen hingegen die Motivation der ehrenamtlichen Mitstreiter in den Arbeitskreisen. Künftig werde einfach das Geld für bestimmte Vorhaben fehlen. Gleichwohl werde der Stadtmarketingverein 1000 Euro bereitstellen, um die marode Weihnachtsbeleuchtung wieder auf Vordermann bringen zu lassen – auch, wenn er eigentlich gar nicht dafür zuständig sei. Aber der jetzige Zustand sei so nicht mehr tragbar.

Weiterhin erläuterte Claus Beumler in eigener Sache, warum er nach acht Jahren im Frühjahr 2015 das Amt des Vorsitzenden abgeben wird. Das habe nichts mit fehlender Motivation oder den Entscheidungen des Stadtrates zu tun. Es sei einfach an der Zeit, dass ein neuer, kreativer Kopf sich der Sache annehme.

Unabhängig davon: Der Stadtmarketing-Verein benötigt neue Mitglieder, wie es in der Sitzung weiter hieß. Derzeit sind es 78 – darunter auch Vereine aus der Stadt. Martina Erdwiens regte in diesem Zusammenhang an, aktiver als bisher Werbung zu betreiben, um neue Mitglieder zu finden.

Ein weiteres Problemfeld ist der Stadtpark. Er sehe ungepflegt aus, es gebe umgefallene Bäume und ungepflegte Wege. Angesichts der angespannten Haushaltslage der Stadt muss es möglicherweise nach der Spendenaktion „Wir für das Freibad“ im nächsten Jahr „Wir für den Stadtpark“ heißen.

Und sonst? Genau. Die Stadt hat sich um Fördermittel aus dem „Zukunftsfonds Ortskernentwicklung“ beworben. Geplant ist unter anderem, die Bahnhofsstraße als Zufahrt zur Innenstadt zunächst optisch aufzuwerten. Dort gibt es leer stehende Geschäftshäuser, deren Schaufenster wenigstens ansprechend gestaltet werden könnten. Einbezogen ist auch die Gestaltung des Platzes vor dem Grundstück an der Bahnhofstraße 9. Hier wäre eine Ausstattung mit Mehrgenerationenspielgeräten denkbar, so die Verwaltung. Weiterhin ist geplant, einen „Schlossgeist“ in entsprechender Kostümierung loszuschicken, der publikumswirksam die Pflege verwahrloster Bereiche übernimmt, um so Eigentümer und Mieter auf die Notwendigkeit und die Verpflichtung zur Pflege der Grundstücke und Gehwege hinzuweisen. Klappt das, würde dies auch zur Verbesserung des Stadtbildes beitragen. Schließlich möchte die Kommune noch einmal die Innenstadtbeschilderung verbessern.

Die Vorhaben würden rund 13000 Euro kosten. Vom Landkreis gäbe es davon einen Anteil von 40 Prozent oder 52000 Euro. Jeweils 30 Prozent müssten die Kommune sowie private Geldgeber beisteuern.


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