Pastor Klein erstmals Gastgeber ACM begrüßt 1400 Biker zur Ausfahrt nach Berge

Von Bjoern Thienenkamp



Berge. Zur 51. Ausfahrt der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Motorradfahrer (ACM) Berge versammelten sich am Sonntagmittag rund 1400 Biker am Autohaus Böcker in Quakenbrück. Auf die einstündige Demonstrationsfahrt durch die Region folgte der Gottesdienst in Berge.

„In der Predigt wird es um das Thema Sorge gehen, wir wollen an die denken, die sich Sorgen um uns Motorradfahrer machen, etwa die Eltern und Kinder“, verrät Thomas Gotthilf schon vor der Abfahrt in Quakenbrück. „Neben aller Freiheit, die wir haben, wenn wir kämpfermäßig in den Straßenverkehr gehen, so sollten wir doch den Menschen Dankbarkeit zeigen, die sich um uns kümmern“, erklärt der Gefängnispfarrer.

Rückblick: ACM Berge feiert 50. Motorradfahrergottesdienst

Wo sein Motorrad mit Beiwagen ist, in dem er oft einen Ehrengast mitnimmt? „Das Gespann habe ich immer geliehen von jemandem, der es für seine Urlaubsreise gebraucht hat, aber jetzt hat er verkauft, zudem gibt es momentan keine Anfragen von Ehrengästen“, antwortet der 49-Jährige.

Etwas zerknirscht ist Reinhard Webering: „Auf der Anfahrt ist meine Maschine in Bottorf vor der Kneipe mit Aussetzern liegen geblieben“, verrät der ACM-Streckenkoordinator, der daher auf sein „Zweitmoped“ ausweicht.

Zuversichtlicher zeigt sich da Eduard Bruns: „Mein Can-am Spyder Roadster hat 1000 Kubikzentimeter und 100 PS, ist aber für alte Opas“, sagt der Löninger. „Drei-Zimmer-Küche-Bad nennt meine Frau die Maschine immer, weil sie doch so viel nutzbaren Raum hat“, witzelt der 71-Jährige.

Dann fährt Einsatzleiter Christian Rauf von der Quakenbrücker Polizei los. Und die Masse folgt ihm. Badbergen, Bersenbrück, Ankum, Nortrup und Menslage. Mit etwa 60 Kilometern in der Stunde zieht die Kolonne durch den Altkreis. Vor Nortrup wird die Truppe etwas langsamer, weil nun ein landwirtschaftliches Fahrzeug das Tempo vorgibt. Rauf löst das Problem, indem er den Coma-Kreisel linksherum fährt. Auch den vorwitzigen roten Kleinwagen, der in die Karawane einbiegt, wird er wieder los.

Nach 43,3 Kilometern dann quasi die Begrüßung durch Dorfpolizist Uwe Höpker an der Ortseinfahrt in Berge. Und ab in die Lutherkirche. Jürgen Klein, neuer und gastgebender Pfarrer, stellt sich den Bikern, übergibt an Gotthilf.

291 Motorradunfälle habe es von Januar bis August in den Landkreisen Osnabrück, Emsland, Vechta und Cloppenburg gegeben, dabei 108 Leichtverletzte, 83 Schwerverletzte und zwölf Tote, geben die ACMler an.

Rückblick: Heiratsantrag bei 48. Motorradausfahrt mit Gottesdienst

„Treu und loyal seit fast 20 Jahren dabei, drängen sich nicht auf, sorgen sich um die Seele“, stellt Gotthilf den Max aus Holland und seine Truppe vor. Warum er sich so engagiere? „Lest mal in der Bibel, da stehen viele Antworten drin“, antwortet Max.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN