Interview mit Christel Meurer Meurer-Stiftung: Armut in Kaliningrad unvorstellbar

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Christel Meurer (Dritte von links) bei einer Spendenübergabe im Sommer an Schwester Innozenza und die Diakonie. Foto: Jürgen AckmannChristel Meurer (Dritte von links) bei einer Spendenübergabe im Sommer an Schwester Innozenza und die Diakonie. Foto: Jürgen Ackmann

Fürstenau. Es ist eine gute Sache. Christel Meurer hat im November 2013 eine Stiftung ins Leben gerufen, um einen Beitrag für Chancengleichheit und Integration von insbesondere jungen Menschen zu leisten. Unter anderem übergab sie kürzlich an Schwester Innozenza einen Scheck in Höhe von 10000 Euro für die Fürstenauer Tafel sowie für die Menschen in Kaliningrad – ehemals Königsberg. Mit Vertretern der Königsberg-Hilfe war sie in den vergangenen Tagen vor Ort, um sich einen Eindruck zu verschaffen.

Sie waren das erste Mal in der Region Kaliningrad – ehemals Königsberg. Was haben Sie erlebt?

Selbstverständlich wusste ich, dass es keine Vergnügungsreise sein wird, dennoch hatte ich den Wunsch, mich vor Ort über das Engagement der Hilfsorganisatoren zu informieren. Was ich dann aber gesehen habe, übertraf alle Erwartungen. Die Armut dort ist unvorstellbar. Es ist ein großer Unterschied, ob man im Fernsehen derartige Bilder sieht oder real erlebt. Das Gesehene und Erlebte lässt einen nicht mehr los, und man findet nur langsam in den Alltag zurück. Es braucht Zeit, all das zu verarbeiten. Trotzdem möchte ich diese Erlebnisse und Erfahrungen nicht missen.

Sie haben sich mit Ihrer Stiftung in Kaliningrad engagiert. Wie wird das Geld genau verwendet?

Schwester Innozenza aus Hollenstede und Herr Große-Starmann aus Alfhausen hatten – zusammen mit anderen Helfern – vor 23 Jahren begonnen, in Kaliningrad den Ärmsten zu helfen. In regelmäßigen Abständen fährt ein großer Hilfstransport in dieses Gebiet und beliefert mehrere Kleiderkammern rund um Kaliningrad. Eine Suppenküche für bedürftige Menschen wurde eingerichtet, zeitweise ein Kinderheim für Straßenkinder betreut, und zum gegenwärtigen Zeitpunkt besteht ein Kinderhaus für Kinder aus besonders armen Familien. Ich habe all diese Einrichtungen besucht und mich davon überzeugt, dass die Spendengelder verantwortungsvoll für die Bedürftigen eingesetzt werden.

Grundsätzlich gefragt: Wie kann den Menschen dort am besten geholfen werden? Reicht die gegenwärtige Hilfe?

Es war schön zu sehen, dass es viele Hilfsorganisationen gibt, die sich dort vor Ort mit ganzer Kraft einsetzen. Aus Gesprächen mit den Helfern habe ich erfahren, dass sich die Situation in den vergangenen 15 Jahren bereits verbessert hat. Es ist aber nicht zu übersehen, dass gerade auf dem Land die meisten Menschen keine Einnahmequellen haben, denn es fehlt an Arbeitsplätzen. Den Menschen Essen und Kleidung zu geben ist sicherlich gut und richtig; auf Dauer ist aber Hilfe zur Selbsthilfe das Bessere.

Mit der Franz-Josef und Christel Meurer-Stiftung unterstütze ich ganz besonders notleidende Kinder und Jugendliche. Ich habe die Vision, betroffenen Jungen und Mädchen so zu helfen, dass sie aus dem Kreislauf, in dem sie sich befinden als Erwachsene herauskommen. In Bildung zu investieren ist sicherlich unter anderem eine gute Option, ganz gleich in welchem Land.


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