Eigene Kollektionen Fürstenauer Firma stellt Gürtel aus Naturleder her

Nachhaltig produziert: Die in seiner Fürstenauer Firma Interbelt hergestellten Ledergürtel vertreibt Rolf Ihmels in ganz Europa. Foto: Ulrike HavermeyerNachhaltig produziert: Die in seiner Fürstenauer Firma Interbelt hergestellten Ledergürtel vertreibt Rolf Ihmels in ganz Europa. Foto: Ulrike Havermeyer

Fürstenau. Rolf Ihmels, 59 Jahre, Gürtelfabrikant, ist auf dem Weg. Das merkt man gleich, wenn man sich mit ihm unterhält. Als der Fürstenauer Textilunternehmer vor rund 35 Jahren in die Branche eingestiegen ist, hat er Kunststoffgürtel produziert. Doch statt auf chemische Unverwüstlichkeit setzt Ihmels inzwischen auf ökologische Nachhaltigkeit – und stellt nur noch Gürtel aus reinem Naturleder her. Aus Überzeugung.

Am Freitag, 19. September, wird er unter seinem eigenen Label „Greenbelts“ den Outlet-Verkauf von umweltfreundlich produzierten Lederwaren eröffnen: selbst entworfen, gemeinsam mit seinen 28 Mitarbeitern vor Ort hergestellt – und der nächste konsequent gesetzte Schritt auf seinem Weg, zumindest im eigenen Umfeld die Ökonomie mit der Ökologie zu versöhnen.

Der herbe Duft von gegerbtem Leder durchzieht die Werkstatt. Nähmaschinen rattern. Ein Mitarbeiter begutachtet das rustikale Prägemuster auf der Oberseite eines Gürtels und nickt zufrieden.

In den Regalen stapeln sich Hunderte von sorgfältig aufgearbeiteten Rinderhäuten – braun, beige, rötlich, mit edlem Schimmer oder derber Struktur. Seit acht Jahren produziert Ihmels’ Firma „Interbelt“ Herren- und Damengürtel in der umgebauten Tischlerei einer ehemaligen Möbelfabrik im Fürstenauer Industriegebiet Kranenpohl. Der gebürtige Osnabrücker entwirft eigene Kollektionen für die großen Marken. Abnehmer der in Fürstenau produzierten Lederwaren sind Handelsketten in ganz Europa.

Schon Ihmels Vater war Textilexperte und Firmeninhaber: In dessen Betrieb mit Hauptsitz in Bad Rothenfelde stieg der Sohn 1979 ein. Das war zu der Zeit, als die Kunststoffe in der Textilbranche ihren vorübergehenden Siegeszug angetreten hatten. Als Zulieferer für die Großen der Zunft produzierten die Ihmels damals unter anderem Kragenstützen aus Plastik. „Ich habe ein ganz gutes Händchen für Mode“, benennt Ihmels eine seiner Stärken: Schnell hatte der Jungunternehmer sein Faible für die Gestaltung von Herren- und Damengürteln entdeckt – „und nach fünf Jahren war es mir gelungen, den Umsatz unserer Firma zu verfünffachen.“

Der Stolz auf seine Leistung und ein vages Bedauern schwingen mit, als er von seinen beruflichen Anfängen erzählt: „Weitere zehn Jahre später waren wir mit mehr als hundert Mitarbeitern einer der größten Kunststoffgürtelhersteller in Europa.“

Die Crux an der Sache? „Ich habe mich schon damals sehr für Umweltthemen interessiert“, berichtet Ihmels, „habe sämtliche Bücher verschlungen von Fritjof Capra bis James Lovelock.“ Irgendwann war der Widerspruch zwischen dem, was er tat – die Produktion von Kunststoffgürteln – und dem, was er dachte – seinem immer kritischer werdenden Bewusstsein über ökologische Zusammenhänge und die eigene Verantwortung – so groß, dass er die Firma seines Vaters verließ.

Rolf Ihmels begab sich auf seinen Weg. Er übernahm kurzzeitig den Vertrieb für einen anderen Gürtelproduzenten. Er reiste als Vertreter für verschiedene Konfektionsunternehmen durch Europa. Und er dachte nach über alternative Energiegewinnung, über umweltfreundlichere Produktionswege und über seine eigene Rolle in diesem komplexen Spiel. „Ökosologie“ nennt Rolf Ihmels die Lebensphilosophie, auf die er dabei gestoßen ist. Wer mehr über die Theorie der „Ökosologie“ wissen will: Unter www.oekosologie.de betreibt der 59-Jährige eine eigene Homepage zu diesem Thema.

Irgendwann war sein gedankliches Konzept schließlich ausgereift – und dient ihm seither auch als Wegweiser bei unternehmerischen Entscheidungen: Wenn er am 19. September mit seinem eigenen Label „Greenbelts“ in den Handel geht, dann ist das nicht nur eine neue Herausforderung, sondern zugleich das Erreichen des nächsten Etappenziels: „Unter dem Label ‚Greenbelts‘ werden wir möglichst nachhaltig hergestellte Lederwaren zu ehrlichen Preisen anbieten“, kündigt Ihmels an. „Außerdem wollen wir das Sortiment um den Bereich Office, Dekoration und Taschen erweitern.“ Ästhetisch soll es in Richtung „stilvoll, zeitlos und haltbar“ gehen.

Wer sich über die Produktion der Lederwaren bei der Firma Interbelt, Industriestraße 21 in Fürstenau, informieren will, hat am 19. September ab 14 Uhr Gelegenheit. Gleichzeitig eröffnet auch der Outlet-Verkauf.

Informationen im Internet:www.interbelt.de , www.greenbelts.de .


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