Trialog-Treffpunkt Awo: Offenes Betreuungsangebot in Fürstenau ruht

Meine Nachrichten

Um das Thema Samtgemeinde Fürstenau Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

AWO-Trialog: seit 2011 gibt es kein Betreuungsangebot mehr. Foto: Nicole WeymannAWO-Trialog: seit 2011 gibt es kein Betreuungsangebot mehr. Foto: Nicole Weymann

nwey Fürstenau. Die Awo hatte mit ihrem „Trialog-Treffpunkt“ in der ehemaligen Gaststätte Meyerthole in Fürstenau „eine Lücke geschlossen im Angebot der Hilfe für seelisch kranke Menschen“ – so die Aussage im März 2008. Die Lücke ist schon länger wieder offen, und zwar seit dreieinhalb Jahren. Lässt sich das noch einmal ändern?

Das Konzept sah vor, dass die Betroffenen sich ehrenamtlich im Treff engagieren, wobei die Awo sich als Gesprächspartner, Ratgeber und Helfer zur Verfügung stellen, aber kein Vormund sein wollte. Auch das eigenverantwortliche Handeln, ein wesentliches Therapieziel bei seelisch Kranken, wäre so geschult und der Weg in ein selbstständigeres Leben geebnet worden.

Raimund Kunter, selbst ehemaliger Klient der Awo, vermisst die Möglichkeiten, die der Treff zur Freizeitgestaltung und zur ehrenamtlichen Arbeit bot, denn im März 2011 gab die Awo bekannt, den Treff „ vorübergehend ruhen lassen“ zu wollen . Bis heute warten Klienten wie Kunter darauf, dass das Angebot des Trialogs wieder aufgenommen wird. „Gerade jetzt, wo die dunklen Tage wiederkommen, wäre es wichtig, so eine Anlaufstelle zu haben“, sagte er. Früher kam er oft und gerne hierher. „Für Betroffene ist es wichtig, sich nicht in der Wohnung zu verkriechen, es gibt aber hier in der Gegend wenige alternative Angebote.“ Eine Möglichkeit, sich außerhalb der eigenen vier Wände zu treffen, verbunden mit einer sinnvollen Aufgabe, die die neu erworbene Eigenständigkeit forderte –eigentlich eine ideale Kombination

Wie Stephanie John-Wortmann von der Awo mitteilte, sei zurzeit nicht geplant, den Trialog wieder im alten Umfang anzubieten. Er sei damals als Projekt auf drei Jahre ausgelegt gewesen. In dieser Zeit habe sich aber nicht die erhoffte Resonanz gezeigt. Die Räume seien jedoch nicht ungenutzt, sondern würden Awo-intern für Gespräche, Zusammenkünfte und Therapieeinheiten der ambulanten Betreuung genutzt.

Wäre zu hoffen, dass die Awo dem eigentlich guten Konzept, das hinter dem „Trialog“ steht, und den Betroffenen noch einmal eine Chance gibt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN