Jüdisches Leben in der Gemeinde Drei Stolpersteine für Berge

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In diesem Haus an der Antener Straße in Berge lebten einst Berta, Adolf und Paul Neublum. Foto: Jan AckmannIn diesem Haus an der Antener Straße in Berge lebten einst Berta, Adolf und Paul Neublum. Foto: Jan Ackmann

Berge. Es gibt Schicksale, die nicht in Vergessenheit geraten sollten: Die von Adolf und Berta Neublum aus Berge gehören dazu. Nazis ermordeten sie am 15. Mai 1944 in Auschwitz. Sohn Paul Neublum fand nach einem Fluchtversuch 1944 in Belgien den Tod. Ihrer wird am 15. Juli, um 13 Uhr mit drei Stolpersteinen gedacht, die der Künstler Gunter Demnig an der Antener Straße 10 setzen wird. Dort steht das Haus, in dem die drei Berger einst wohnten.

Wie inzwischen in der Region bekannt ist, verlegt Gunter Demnig seit 1997 Stolpersteine, um an die Opfer des Nationalsozialismus. Sie sind mit einer Messingplatte versehen, in der die Namen und biografische Daten der Ermordeten eingraviert sind. Die Stolpersteine werden in der Regel vor den letzten Wohnorten der Getöteten verlegt. Mehr als 40000 dieser Mahnmale in fast 1100 Städte gibt es inzwischen – unter anderem auch in Quakenbrück und Lingen.

Nun ist es am 15. Juli auch in Berge so weit, wie Bürgermeister Volker Brandt mitteilt. Ebenso wie in Fürstenau wird Gunter Demnig an diesem Tag die drei Stolpersteine verlegen. Dass dieses Projekt nun umgesetzt wird, ist auch dem gebürtigen Eggermühlener Remigius von Boeselager zu verdanken. Bei der Verlegung von Stolpersteinen in Quakenbrück lernte er Angehörige der Familie Neublum kennen und kam mit ihnen ins Gespräch. So entstand der Gedanke auch in Berge mit Stolpersteinen an das Leben und Sterben von Adolf, Berta und Paul Neublum zu erinnern.

Die Gemeinde Berge stimmte den Vorhaben zu und übernahm selbst eine Patenschaft für einen der Steine. Die beiden weiteren Paten: die evangelisch-lutherische sowie die katholische Kirchengemeinde.

Ein Stein in einer Größe von 10 mal 10 Zentimetern kostet 120 Euro und ist handgefertigt. Rund 440 Exemplare kann das Team von Gunter Demnig im Monat produzieren. Für 2014 gibt es allerdings keine freien Termine mehr, wie es auf der Homepage des Künstlers heißt.

Die geplante Verlegung der Stolpersteine ist zugleich auch Ausgangspunkt für weitere Recherchen zum Leben der Familie. So ist beispielsweise noch nicht abschließend geklärt, wann Paul Neublum aus Berge weggezogen ist, wie Remigius von Boeselager in einem Schreiben an die Gemeinde Berge berichtet. Er stellt deshalb in diesen Tagen Recherchen an. Klar ist, dass er vor seiner Emigration in die Niederlande/Belgien zuletzt in Berlin lebte.


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