Polizei überprüft Lkw an B 214 Viehtransport nach Polen endet in Schwagstorf

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Schwagstorf. Für Lkw, bei denen nicht alles koscher ist, haben sie ein Auge: Einen Tag lang zogen 25 Polizisten und Zollbeamte der regionalen Kontrollgruppe an der B 214 in Schwagstorf verdächtige Brummis aus dem Verkehr. Ihr größter Fang wollte sich vorbeimogeln, doch die Kenner waren zu wachsam.

Im Vorbeifahren sei seinem Kollegen der hohe Aufbau des roten Viehtransporters aus Polen aufgefallen, berichtet Manfred Tapken. Eine Motorradstreife setzte nach, ließ den Lkw um den Ankumer Kreisel herum wenden und lotste ihn auf den Parkplatz in Schwagstorf zurück.

Der Fahrer wollte 26 Rinder aus dem Emsland quer durch Polen bis in eine Ortschaft kurz vor der weißrussischen Grenze schaffen. Um die Tiere unterzubringen, belud er den Lkw doppelstöckig. Weil das obere Stockwerk für Rinder zu niedrig ist, fuhr er das Dach aus.

Damit brachte er seinen Truck auf stolze 4,28 Meter Höhe, in Niedersachsen sind aber nur vier Meter erlaubt. Die Rinder gingen zunächst einmal retour ins Emsland, nachdem ein herbeigeeilter Tierarzt sie untersucht hatte. Vorher musste der Fahrer aber noch den Reifen wechseln, in dem die genau hinschauenden Beamten einen Nagel entdeckt hatten.

Dem Fahrer droht nun eine eher milde Geldstraße, berichtet Tapken. Doch seinem Chef steht eine Gewinnabschöpfung ins Haus , er wird berappen müssen, was er mit dem Transport verdient hätte.

Solch empfindliche Strafen müssen sein, ist Tapken überzeugt. Sie können für ein Umdenken sorgen, die rollenden Zeitbomben von der Straße holen, die halbkaputten Lkw mit übermüdeten Fahrern, deretwegen die Polizeiinspektion Osnabrück diese Kontrollgruppe eingerichtet hat und regelmäßig in den Einsatz schickt.

Ihre Mitglieder stammen wie Tapken von der Autobahnpolizei, aus den örtlichen Kommissariaten des Landkreises, vom Zoll in Osnabrück und in Schüttorf. In Schwagstorf waren sie schon häufiger, weiß Andreas Obst, der aus dem Kommissariat Bersenbrück vorbeischaut, das an dieser Aktion beteiligt ist.

Die Beamten gehen gezielt vor. Mottoradstreifen winken auffällige Lkw von der Straße auf die Parkplätze beidseits der Fahrbahn.

Die Trefferquote ist hoch. Bis zum frühen Nachmittag hat die Kontrollgruppe sich 15 Fahrzeuge vorgenommen. Jedes Zweite mussten die Beamten beanstanden. Häufig hatten die Fahrer die Lenk- und Ruhezeiten überschritten, zählt Tapken auf, technische Mängel kommen hinzu.

Einen übermüdeten russischen Fahrer schickten die Beamten zum Ausschlafen in die Koje. Und der Dokumentenkontrolleur des Zolls entlarvte eine Art von rotem Nummernschild, ein Kurzzeitkennzeichen, das zu einem anderen Fahrzeug gehört haben muss, auf keinen Fall zu dem Lkw, an dessen Front es prangte.

Ein penibler Blick und viel Sachkenntnis ist gefragt, wenn die Beamten internationale Frachtpapiere sichten, Tachoscheiben auswerten, Reifen und Bremsen überprüfen. Enorm viel Fachwissen, weiß Andreas Obst. Und genau deswegen haben Polizei und Zoll diese Expertengruppe zusammengestellt. Von deren Wirksamkeit Manfred Tapken überzeugt ist. „Die wollen schließlich alle mal wieder nach Deutschland hinein“, sagt er über die Fuhrunternehmer.

Die Kontrolleure sind entspannt und genießen den sonnigen Tag im Freien. Hinter ihren Kontrollwagen kokelt ein Grill, Kartoffelsalat steht bereit. Nur das Bier wird wohl bis nach Feierabend warten müssen.

Einen Tag lang zogen 25 Polizisten und Zöllner der regionalen Kontrollgruppe an der B 214 in Schwagstorf verdächtige Brummis aus dem Verkehr.


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