Knausrige Kommune Kein Sekt beim Neujahrsempfang der Stadt Fürstenau

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Sparen fängt im Kleinen an: Deshalb gab es beim Neujahrsempfang der Stadt keinen Sekt. Foto: dpa/Montage: Heiner WittwerSparen fängt im Kleinen an: Deshalb gab es beim Neujahrsempfang der Stadt keinen Sekt. Foto: dpa/Montage: Heiner Wittwer

Fürstenau/ Bippen/ Berge. Die Samtgemeinde Fürstenau interpretiert das Wort Knausrigkeit gerade neu. Das spüren derzeit die Bürger an allen Ecken und Enden – selbst beim Neujahrsempfang der Stadt. Sie erfahren zugleich, dass die Knausrigkeit enge verwandtschaftliche Beziehungen zum Wort „Haushaltssperre“ pflegt. Die hat die Kommune angesichts der finanziellen Lage verhängt. Nur noch Pflichtaufgaben werden erfüllt, freiwillige Ausgaben hingegen stehen allesamt auf dem Prüfstand.

Es ist schon des Merkens wert, wie ernst die Verwaltung es mit dem Sparen meint. Sie knausert aber nicht nur bei anderen, sondern auch bei sich selbst. Neue Büromöbel gibt es nicht, Weihnachtskarten hat die Kommune ebenfalls nicht verschickt, und der Sekt beim Neujahrsempfang der Stadt fehlte. Auch für die übrigen Getränke sowie die Dekoration griff die Kommune nicht in die eigene Kasse. Engagierte Bürger zahlten. Und weiter: Die fällige Renovierung des Sitzungssaales im Schloss wird immer wieder hinausgeschoben. Selbst der Kaffee in den Ratsitzungen wird vielleicht gestrichen. Überlegungen dazu gibt es.

Dass es in der Samtgemeinde Fürstenau momentan absolut nichts zu verteilen gibt, spüren unter vielen anderen auch die Schulen und Feuerwehren. So bezahlten Eltern in diesem Jahr den Weihnachtsbaum für die Integrierte Gesamtschule, als sie merkten, dass die Kommune sich da schwertat. Die Feuerwehrleute wiederum müssen wegen der Haushaltssperre weiter auf die Anschaffung einer Wärmebildkamera warten.

Solche Beispiele zeigen, wie der vom Land und vom Landkreis vorgegebene Sparkurs wirkt. Ihn fortzusetzen ist aber alternativlos. Zusammen mit den Fraktionen in den Räten forstet die Verwaltung deshalb nun mehr als 150 Haushaltsposten durch, um weitere Sparpotenziale auszuloten. Das fängt bei den Zuschüssen für Vereine an, geht bei den Mitgliedschaften der Kommune weiter und hört nicht bei der Einschränkung von Serviceleistungen und Öffnungszeiten auf.

Am 25. und 27. Februar wollen die Räte der Stadt und der Samtgemeinde das Sparpaket endgültig schnüren und auf die finanzpolitische Reise schicken. Zumindest auf der Ebene der Samtgemeinde zeichnet sich ab, dass die Bemühungen für den Haushalt 2014 Früchte in Form von schwarzen Zahlen tragen werden, wie Kämmerin Sonja Ahrend berichtet. Zwar sei noch nicht alles komplett durchgerechnet, doch es werde wohl ein Plus geben. Damit könnte beispielsweise die Rückzahlung des Schulgeldes, die in den vergangenen Wochen erfolgt ist und ein Loch in den Haushalt 2013 gerissen hat, kompensiert werden.

Für die Stadt sieht es 2014 düsterer aus. Es gilt, ein Loch von 300000 Euro zu stopfen. Es ist entstanden, weil die Kommune in den vergangenen Jahren hohe Einnahmen unter anderem bei der Gewerbesteuer erzielt hatte. Sie muss deshalb nun höhere Umlagen an die Samtgemeinde und den Landkreis zahlen. Zugleich geht die Verwaltung davon aus, dass die Steuerquellen 2014 nicht mehr so stark sprudeln. Es handele sich aber hoffentlich um einen einmaligen Effekt, so Sonja Ahrend. Wenn sie tatsächlich alle Zahlenkolonnen in Reih und Glied gebracht hat, darf sie getrost mit einem Glas Sekt anstoßen. Natürlich aus eigener Tasche bezahlt. So ist es derzeit in der knauserigsten Gemeinde der Region üblich.


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