Faltblatt vorgestellt Schwagstorfer Gemeinde gibt Kirchenführer heraus

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jesc Schwagstorf. Die Kirchengemeinde St. Bartholomäus Schwagstorf hat kürzlich einen Kirchenführer herausgegeben. Das Faltblatt wurde von Pater Aloys Schwerdt und Maria Kohrmann-Unfeld gestaltet. Während einer Kirchenführung stellte Maria Kohrmann-Unfeld den Führer vor.

Bei der gut angenommenen Kirchenführung ging Maria Kohrmann-Unfeld auf die Baugeschichte und Besonderheiten der Kirche ein. Der mehr als tausendjährige Ort wurde zum ersten Mal um das Jahr 1000 im Verzeichnis der Einkünfte des Klosters Corvey als Svavesdorphe (Sippe des Swabi) erwähnt. Urkirche war die Bippener Kirche.

Es folgte eine neue Pfarre in Berge zur besseren seelsorgerischen Versorgung des nördlichen Kirchspiels Bippen. Gleichzeitig zur Versorgung des südlichen Teils wurde 1200 die Schwagstorfer Kirche gegründet. Im Jahre 1221 wurde Schwagstorf selbstständige Pfarrei. Die Kirche ist aus einer Kapelle der Grafen von Dale hervorgegangen. Im Jahr 1188 hatten die Grafen von Dale das Patronatsrecht. Diese wohnten in der Gegend zwischen Lüttich und Maastricht.

Der heilige Bartholomäus war der Schutzheilige von Lüttich und Maastricht. Vermutlich machten die Grafen diesen auch zum Patron der von ihnen gestifteten Kapelle. Nach den Wirren des Dreißigjährigen Krieges wurde Schwagstorf katholisch.
Die Pfarrei war auch zuständig für Fürstenau und Hollenstede.

Am 1. April 1921 wurde Hollenstede, am 1. Oktober 1921 die Gutsgemeinde Wegemühlen abgepfarrt. In Hollenstede wurde eine neue Kirche geweiht. Die Gutsgemeinde Wegemühlen wechselte zur Pfarre Fürstenau.

Die spätromanische Kirche wurde als einschiffiges Langhaus mit drei Gewölbejochen aus Bruchstein errichtet. Die Joche werden auch außen durch die hervortretenden Streben deutlich. Die Kirche wurde später verputzt. Die Sakristei ist später angebaut worden. Eine Inschrift im Türbogen weist auf das Baujahr des Turmes im Jahr 1732 hin. Im Jahr 2009 wurde die Turmkapelle renoviert und dabei ein Teil der Bruchsteinmauer freigelegt. Dort steht jetzt die uralte Skulptur Christus in der Rast, die bis 1997 im Diözesanmuseum Osnabrück verwahrt wurde.

Detailliert ging die Führerin auf weitere Details in der Turmkapelle und in der Kirche, darunter die Orgel, die Gedenktafeln zu den Weltkriegen, die Ölbilder der Kreuzwegstationen, den Kronleuchter aus dem Jahr 1653, die barocke Sandsteintaufe aus dem Jahr 1728, den Hochaltar aus dem Jahre 1697, gestaltet von Bildhauer Georg Dollart aus Münster, und auf die bei Renovierungsarbeiten 1948 entdeckte Grabplatten im Chorraum ein. „Schwagstorf hatte als Gogericht eine besondere Bedeutung. Hier wurden die Drosten der Burg Fürstenau, Richter, Gografen sowie Priester und andere hochgestellte Persönlichkeiten bis 1807 bestattet“, wusste Maria Kohrmann-Unfeld.


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