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Endlich ein Job als Elektriker Fürstenau: Konstantin Lammert arbeitet nach sieben Jahren wieder als Fachkraft

<em>Freuen sich über den gelungenen Wiedereinstieg</em> von Konstantin Lammert (Zweiter von rechts) in einen qualifizierten Job (von links): Katja Bielefeld, Leiterin des Kompetenzzentrums Migration der Maßarbeit, Jens Ahlborn, Geschäftsführer der bim Personaldienstleistungen GmbH, Dr. Svetlana Kiel vom IQ Netzwerk, Simone Meurer und Uwe Meyer, Personalleiter der Meurer-Gruppe. Foto: LandkreisFreuen sich über den gelungenen Wiedereinstieg von Konstantin Lammert (Zweiter von rechts) in einen qualifizierten Job (von links): Katja Bielefeld, Leiterin des Kompetenzzentrums Migration der Maßarbeit, Jens Ahlborn, Geschäftsführer der bim Personaldienstleistungen GmbH, Dr. Svetlana Kiel vom IQ Netzwerk, Simone Meurer und Uwe Meyer, Personalleiter der Meurer-Gruppe. Foto: Landkreis

Fürstenau. Sieben Jahre lang hat er bei McDonald’s Hamburger verkauft – obwohl er eigentlich eine der händeringend gesuchten Fachkräfte ist. Jetzt arbeitet Konstantin Lammert endlich wieder in seinem Ausbildungsberuf als Elektriker: Nach Sprachkursen, Probearbeiten und schließlich der Anerkennung seines russischen Berufsabschlusses ist er endlich auch beruflich in Deutschland angekommen.

Über das Zeitarbeitsunternehmen bim Personaldienstleistungen GmbH ist der Spätaussiedler bei der Meurer-Gruppe in Fürstenau als Leiharbeitnehmer beschäftigt. Unterstützt hat ihn auf seinem Weg das Kompetenzzentrum Migration der Maßarbeit sowie das Netzwerk Integration durch Qualifizierung (IQ Netzwerk).

Der dreifache Vater ist begeistert von seinem neuen Job. „Ich habe zwölf Jahre in Russland als Elektriker gearbeitet. Da war es schon eine Enttäuschung, hier als ungelernte Kraft tätig sein zu müssen.“

Das Kompetenzzentrum Migration übernahm 2010 für ihn eine Lotsenfunktion, sorgte für die richtigen Sprachkurse und stellte den Kontakt zur Handwerkskammer für die notwendige Probearbeit im Rahmen der Berufsanerkennung her. „Nachdem eine Gleichwertigkeitsbescheinigung und damit die Anerkennung des ausländischen Berufsabschlusses erteilt werden konnte, hat die Maßarbeit Herrn Lammert dann an das Zeitarbeitsunternehmen bim vermittelt“, erklärte Katja Bielefeld, Leiterin des Kompetenzzentrums Migration.

Wie schwierig es ist, gutes Personal zu bekommen, weiß Jens Ahlborn, Geschäftsführer der bim Personaldienstleistungen, nur zu genau. „Wir vermitteln vor allem Fachkräfte aus dem gewerblich-technischen Bereich, und der Bedarf ist riesig“, skizzierte er. Aus seiner Sicht ist diese Situation am Arbeitsmarkt jedoch auch eine besondere Chance etwa für ältere Arbeitnehmer oder Menschen mit Migrationshintergrund: „Die Unternehmen sind offener geworden für Menschen, die früher nur wenig Chancen gehabt hätten.“

Für die Meurer-Gruppe gilt das ebenfalls. Das Unternehmen stellt an zwei Standorten mit über 600 Mitarbeitern Maschinen und Anlagen für die Endverpackung her. „Wir arbeiten sehr individuell nach Kundenwunsch – jede Anlage ist ein Unikat, das genau den technischen Anforderungen und räumlichen Gegebenheiten des Kunden entspricht“, beschrieb Simone Meurer.

Ausbildung wird bei Meurer großgeschrieben: 45 Azubis erlernen an den Standorten Fürstenau und Freren insgesamt acht Ausbildungsberufe. „Das ist ein wichtiger Baustein unserer Strategie gegen den Fachkräftemangel“, machte Simone Meurer deutlich.

Mit der Unterstützung von Zeitarbeitsunternehmen deckt Meurer Produktionsspitzen ab. „Außerdem können wir auf diese Weise Mitarbeiter kennenlernen, die wir nur über eine formale Bewerbung so nicht einstellen würden“, erläuterte Personalleiter Uwe Meyer. Das gelte etwa für ältere Arbeitnehmer oder auch Beschäftigte, denen deutsche Sprachkenntnisse fehlten. „Über die Zeitarbeit stellen wir fest, ob der Mitarbeiter sich gut ins Team einfügen kann. Und viele Fachkräfte werden dann auch fest übernommen“, sagte Meyer.

Das zeige, wie wichtig die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse sei, betonte Dr. Svetlana Kiel vom IQ Netzwerk. „Es sind Fachkräfte, die gesucht werden, und die müssen ihre Kompetenz belegen können.“ Das IQ Netzwerk in Trägerschaft der Maßarbeit koordiniere mit einer Reihe von Partnern das Anerkennungsverfahren für das Land Niedersachsen. „Das Verfahren ist zwar durch das neue Anerkennungsgesetz einfacher geworden. Doch entscheidend für den Erfolg ist oft die intensive persönliche Begleitung der Menschen mit Zuwanderungsgeschichte“, so ihre Erfahrung. Und das kann auch Konstantin Lammert bestätigen.


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