Mal witzig, mal ernst Poetry Slammer liefern sich spannende Wortgefechte in Restrup

Von Jana Seibel

Dichter und Autor Micha-El Goehre setzte sich beim Poetry-Slam in Restrup gegen sechs begabte Mitstreiter durch. Foto: Jana SeibelDichter und Autor Micha-El Goehre setzte sich beim Poetry-Slam in Restrup gegen sechs begabte Mitstreiter durch. Foto: Jana Seibel

Bippen. Wer außergewöhnliche Geschichten über beispielsweise Sabberseen oder Mettfrauen hören wollte, war im Theatersaal Restrup genau richtig. Hier veranstaltete der Kulturverein Lift den neunten Poetry-Slam. Gewonnen hat den Wettstreit Autor und Dichter Micha-El Goehre aus Essen. Mit seinem Text über ein gemeinsames Europa, falschen Hass und Zusammenhalt setzte er sich im Finale gegen seine Kollegen durch.

Zu Beginn des Abends merkten alle schnell: Jemand fehlt. Moderator Andreas Weber konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht durch den Abend führen. Spontan eingesprungen ist Kollege und Poetry-Slamer Achim Leufker, der eigentlich als Teilnehmer nach Restrup gereist war. Leufker hatte dem erkrankten Andreas Weber nichts entgegenzusetzen und machte kurzerhand ein Video, in dem das Publikum dem beliebten Moderator gute Besserung wünscht.

Der Poetry-Slam wurde nach den üblichen Regeln durchgeführt. Jeder Dichter – dieses Mal nur Männer – hatte für seinen Text sechs bis sieben Minuten Zeit. Wer überzog, wurde mit lauter Musik von der Bühne gefegt. Bewertet wurden die Künstler vom Publikum. Das bekam zuvor sechs Wertetafeln. Die niedrigste und die höchste Wertung wurden aus Fairnessgründen gestrichen. Es durften keine Hilfsmittel wie Verkleidungen oder Instrumente verwendet werden.

Für jeden Geschmack etwas dabei

Achim Leufker gab, obwohl er nun zum Moderator aufgestiegen war, trotzdem einen Text zum Besten. Er sollte als „Geschmacksprobe“ dienen und einen Anhaltspunkt für das wertende Publikum sein. Sein Text über leckeres Essen und nicht eingehaltene Diäten kam bei den Zuschauern sehr gut an und erntete Riesenapplaus.

Insgesamt sieben Dichter nahmen an dem Wettstreit teil. Von witzigen Anekdoten, wie der Geschichte vom „Sabbersee“, die von Gewinner Micha-El Goehre in der ersten Runde vorgetragen wurde, bis hin zu ernsteren Themen wie Fleischkonsum und Massentierhaltung von Sprachkünstler Johnny, war für jeden Geschmack etwas dabei. Neben den beiden stellten auch Eberhard Kleinschmidt aus Braunschweig, Malte Küppers aus Duisburg, Andi Substanz aus Münster, Michael Schumacher aus Xanten und der Osnabrücker Leander Karuso ihre Texte vor.

Frenetischer Applaus des Publikums

Ins Finale zogen Johnny, Leander Karuso und Micha-El Goehre ein. Schon da hatte Gewinner Micha-El mit einer Wertung von 37,0 einen Punkt Vorsprung. Den Gewinner wählte ebenfalls das Publikum, allerdings nicht durch Punkte, sondern mithilfe von Applaus. Auch wenn alle drei Finalisten frenetisch gefeiert wurden, stach der Applaus für Micha-El Goehre heraus. Sein Text „Völkerball“ thematisierte ein gemeinsames Europa, gemachten Hass und Intoleranz.

Der Sieger des Abends bekam eine Präsenttüte mit Whisky, Sekt und Schokolade von Kulturverein-Chef Willi Lieverscheidt überreicht.


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