Oldtimer im Ernteeinsatz Mehrere 100 Zuschauer beim historischen Maishäckseln in Dalvers

Konzentriert bei der Arbeit: Bei bestem Oktoberwetter häckselten die Oldtimerfreunde den Zwischenfruchtmais. Foto: Jan AckmannKonzentriert bei der Arbeit: Bei bestem Oktoberwetter häckselten die Oldtimerfreunde den Zwischenfruchtmais. Foto: Jan Ackmann
Jan Ackmann

Berge. Bestes Oktoberwetter, 5,5 Hektar Mais und jede Menge Oldtimer: Das waren die Zutaten für das historische Maishäckseln im Berger Ortsteil Dalvers. Den Tag über verfolgten mehrere 100 Gäste das Geschehen auf dem Acker an der Plaggenkuhle.

5,5 Hektar Mais? Für die riesigen High-Tech-Maschinen, die heute im Einsatz sind, ein Klacks. Mit großer Geschwindigkeit geht es – begleitet von nicht minder großen Ladewagen – synchron über den Maisacker. Nach gut einer Stunde sind 5,5 Hektar in der Regel abgeerntet. Daran war beim „historischen Maishäckseln“ – so der Titel der Veranstaltung – nicht zu denken. Und sollte es auch nicht. Um 7 Uhr am Morgen ging es los, um 17 Uhr war der Zwischenfruchtmais auf dem Acker von Peter Bornhorst gehäckselt.

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Zum Einsatz kamen Maschinen und Geräte, die älter als 35 Jahre waren, unter anderem der Einreiher Pöttinger Mex 1 sowie der Einreiher Mengele Maisblitz – beides Schlepperanbauhäcksler, die Matthias Weiß aus Berge mit seinem Vater Günter in den vergangenen Wochen wieder gangbar gemacht hatte. Von Beruf ist der 31-Jährige Landmaschinenmechaniker, privat ist er ein Fan von alten Maschinen und -geräten. Zusammen mit Rolf Schillingmann aus Dalvers hatte er vor einiger Zeit aus einer Bierlaune heraus die Idee, einen Maishäckseltag mit alten Geräten und Maschinen zu organisieren.

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Der folgte nun die Tat. Unter anderen von den Alteisenfreunden Dalvers unterstützt, machte sich ein großer Erntetrupp ans Werk. Neben den Schlepperanbauhäckslern waren auch Zweireiher Selbstfahrer Jaguar SF 70 von Claas im Einsatz, dazu alte Ladewagen und Kipper, um das Häckselgut zu sammeln.

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Heute ein Schauspiel. In den 70er Jahren, als der Maisanbau im Nordkreis an Bedeutung gewann, viele Jahre ein vertrauter Anblick. Bis dahin hatten die Landwirte ihre Milchkühe in der Regel noch mit Runkeln und nicht mit Mais gefüttert. Dazu gab es Heu und Stroh.

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Die Zeiten sind längst vorbei. Umso größer war das Interesse an der Ernteaktion. Dass die Preise für Bratwurst und Bier ebenfalls leicht historisch anmuteten, rundete die Sache ab. Matthias Weiß jedenfalls war zufrieden. „Das hat super Spaß gemacht“, befand er.


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