Stadt gibt Fördergeld Projekt in Fürstenau: Ungenutzten Wohnraum von Senioren für junge Leute bereitstellen

Alt und Jung in eigenen Wohnungen aber unter einem Dach: Das kann wunderbar funktionieren. Symbolfoto: dpa/Friso GentschAlt und Jung in eigenen Wohnungen aber unter einem Dach: Das kann wunderbar funktionieren. Symbolfoto: dpa/Friso Gentsch

Fürstenau. In Einfamilienhäusern – vornehmlich aus den 70er Jahren – wohnen heute vielfach nicht mehr große Familien, sondern oft nur noch allein stehende Senioren. Das ist die eine Seite. Die andere: Es gibt viele junge Leute, die günstige Wohnungen suchen. Sie im Sinne von Ökonomie und Ökologie zusammenzubringen, hat sich die Stadt Fürstenau vorgenommen. Dafür stellt die Kommune insgesamt 150 000 Euro bereit.

Wie berichtet, bietet der Landkreis Osnabrück seinen angehörigen Kommunen für die Förderung von Wohnraum und städtebaulichen Projekten Gelder in einer Höhe von bis zu 75.000 Euro aus einem insgesamt 1,5 Millionen Euro großen Fördertopf an. Die Stadt Fürstenau hat vor diesem Hintergrund ein generationenübergreifendes Projekt entwickelt und zudem noch einmal 75.000 Euro drauf gelegt, so ein einstimmige Beschluss des Rates. Durch das Schaffen von separaten Wohnungen in bestehenden Altbauten möchte die Kommune zur nachhaltigen Stadtentwicklung beitragen und zugleich dem demografischen Wandel Rechnung tragen, wie Stadtdirektor Benno Trütken erläutert.

Lohnt sich das?

Die Ausgangslage: Senioren bewohnten in großen Einfamilienhäusern häufig nur noch das Erdgeschoss und müssten zudem Maßnahmen zur Barrierefreiheit und zur energetischen Sanierung umsetzen, so Benno Trütken erläutert. Fördergelder dafür gebe es. Sie würden aber oft nicht genutzt. Die damit verbundene Frage der Senioren: Lohne sich das denn noch?

Ja, die Investitionen lohnten sich, ist sich Benno Trütken sicher – vor allem dann, wenn gleichzeitig dringend benötigter Wohnraum – beispielsweise im Dachgeschoss – geschaffen werde. Mit wenigen zusätzlichen Investitionen könne in vielen Fällen beispielsweise das Treppenhaus abgetrennt werden, um so eine separate Einliegerwohnung zu schaffen. Zusammen mit einem städtischen Zuschuss und den Mieteinnahmen rechne sich das Ganze. Viele junge Leute, die auf der Suche nach einer ersten bezahlbaren Wohnung seien, würden solche Angebot gerne nutzen, so der Stadtdirektor. Und: Möglicherweise wären sie auch bereit, den jeweiligen Senioren noch ein wenig zur Hand zu gehen – ob beim Mähen des Rasens oder dem Schneiden von Hecken. Beide Seiten würden so profitieren.

Bis zu 5000 Euro

Bis zu 5000 Euro will die Stadt Fürstenau ab sofort je neuer Einliegerwohnung dazuzahlen. Auf diese Weise rechneten sich nicht nur die Investitionen schneller, sondern es bliebe Geld aus den Mieteinnahmen, um die Häuser beispielsweise energetisch zu sanieren. Das wiederum trage zum Klimaschutz bei und fördere die lokale Wirtschaft mit Aufträgen. Obendrein könne noch ein Beitrag zum Miteinander der Generationen geleistet und wenig bevölkerte Siedlungen wieder mit Leben erfüllt werden.

Zu den Förderrichtlinien: Bis zu 5000 Euro sind dann möglich, wenn das Haus mindestens 25 Jahre alt ist und bisher noch nicht über zwei getrennte Wohneinheiten verfügt. Werden in einem Einfamilienhaus zwei neue Wohnungen geschaffen, sind bis zu 10.000 Euro möglich, wobei die jeweiligen Wohneinheiten generell über mindestens 50 Quadratmeter verfügen müssen. 

Weitere Informationen gibt es bei der Stadtverwaltung.


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