Gottesdienst zur Reichpogromnacht Schüler putzen Stolpersteine in Fürstenau

Von Jürgen Schwietert

Schüler putzten die Stolpersteine in Fürstenau. Auf dem Bürgersteig vor dem ehemaligen Betraum am Schwarzen Weg unterstützten sie  dabei Bernd Kruse und Silke Brand. Foto: Jürgen SchwietertSchüler putzten die Stolpersteine in Fürstenau. Auf dem Bürgersteig vor dem ehemaligen Betraum am Schwarzen Weg unterstützten sie dabei Bernd Kruse und Silke Brand. Foto: Jürgen Schwietert

Fürstenau. Die Stolpersteine in Fürstenau sind wieder gut sichtbar. 31 Schüler der Integrierten Gesamtschule putzten sie.

In Fürstenau gibt es an zehn Orten insgesamt 50 Stolpersteine, die an die Schicksale jüdischer  Einwohner in der Zeit des Nationalsozialismus erinnern.  18 Fürstenauer Juden wurden  in Konzentrationslagern ermordet.

Die Stolpersteine sind ein Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig. Sie erzählen in mittlerweile  1265 Gemeinden und 21 Ländern Europas vom Schicksal von Juden, Sinti und Roma,  politisch Verfolgter,  Homosexueller, der Zeugen Jehovas und der Euthanasieopfer im Nationalsozialismus.

IGS-Schüler der 6. bis 13. Klassen machten sich mit  den Lehrerinnen Susanna Janssen-Steinmann und Silke Brand auf, diese Steine zu putzen. „Klingelt bei den Anwohnern, sprecht Passanten an und und erfragt Informationen zu den Stolpersteinen und den auf ihnen genannten Personen; erforscht die Geschichte der Vertriebenen und Ermordeten“, gab ihnen Bernd Kruse mit auf den Weg. Kruse ist pensionierter IGS-Lehrer und eine Kenner der jüdischen Geschichte des Orts. 

Schade nur, dass kaum Bewohner zu Hause waren und viele Fußgänger keine Zeit hatten, sich den Fragen der Schüler zu stellen. Eine Passantin am Schwarzen Weg am ehemaligen Bethaus der jüdischen Gemeinde  kannte das Stolpersteinprojekt nicht. Gesa Heidenescher aus der Klasse 6.4 informierte sie ausführlich.

Kerzen und Steine

Nach der Aktion trafen sich alle Beteiligten in der IGS. Dort stellte Kruse die Schicksale der Familien Hamburger und Frank vor. Elisabeth Hamburger wurde mit ihren beiden dreijährigen Kindern in Auschwitz ermordet. Das macht die  ganze Grausamkeit und Perfidie des Nationalsozialismus deutlich.

Zum Jahrestag der Reichspogromnacht gibt es in Fürstenau regelmäßig eine Gedenkveranstaltung. Diesmal findet sie als Gottesdienst am 10. November statt ab 10 Uhr in der evangelischen Marktkirche St. Georg. Neben den beiden großen Kirchengemeinden wirken Schüler der IGS und der Heimatverein Fürstenau mit. Nach dem Gottesdienst sollen am ehemaligen Betraum Kerzen entzündet werden und  einer jüdischen Tradition folgend Steine niedergelegt werden.


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