Übung der Feuerwehren Woher das Löschwasser bei einem Waldbrand in Berge kommt

Von Björn Thienenkamp

Acht Trupps mit Strahlrohren waren bei der Übung zur Bekämpfung des Waldbrandes im Einsatz. Foto: Björn ThienenkampAcht Trupps mit Strahlrohren waren bei der Übung zur Bekämpfung des Waldbrandes im Einsatz. Foto: Björn Thienenkamp

Berge. „Wasser marsch!“, heißt das Kommando der Feuerwehrleute, dann wird der Hahn aufgedreht und das Löschwasser fließt. Eigentlich einfach. Aber wo kommt das Wasser her, wenn der Brand mitten im Wald ist? Dann wird es schwierig, dann ist technisches Know how gefragt und vor allem Teamarbeit. All das hat die Fuerwehrbereitschaft Nord in Berge geübt, und zwar im Wald am Gut Hengeholt.

 Die Aufgabe: Zum einen sollten die Brandbekämpfer Strahlrohrstrecken aufbauen, für die sie das Wasser aus einem Baggersee in der nähe des Waldes entnehmen sollten, wie Hermann Schohaus von der Feuerwehr Berge den Beobachtern und Gästen schilderte. Zum anderen sollte die Wasserversorgung über vier Tanklöschfahrzeuge erfolgen, die im Ring fahren sollten, um so eine stetige Zufuhr sicherzustellen. Schließlich hatte ein weiterer Zug die Aufgabe, bei Behinderungen – beispielsweise durch umgefallene Bäume – mittels Motorsägen und Seilwinden technische Hilfe zu leisten.

Drohne im Einsatz 

Und schon ging das Planspiel los, das Ralf Auf dem Felde als Abschnittsleiter der Feuerwehrbereitschaft Nord erdacht hatte und das Uwe Rasch als Bereitschaftsführer nun mit den Feuerwehrleuten abarbeitete. Zunächst fuhren Fahrzeuge den Baggersee an, vier Feuerwehrmänner trugen dann eine Pumpe – Tragkraftspritze genannt – zum See und legten Schläuche, während über ihnen eine Drohne surrte, die das Einsatzgeschehen 20 Minuten lang beobachten und dokumentieren kann.

Durch unwegsames Gelände transportierten die Feuerwehrleute diese Tragkraftspritze. Foto: Björn Thienenkamp

Zudem war die Tauchgruppe Alfhausen-Epe vor Ort. Aus gutem Grund: Die Böschung des Baggersees ist sehr steil. Wäre dort einer der Feuerwehrleute abgerutscht, wären die Taucher sofort zur Stelle gewesen. Sie wurden zudem gebeten, eine Plane unter das Saugrohr im Wasser zu legen, damit nicht zu viel Sand mit aufgenommen wird. Rund 1600 Liter pro Minute flossen dann durch die Schläuche und versorgten acht Strahlrohre mit Wasser mitten im Wald.

Auch die Tauchgruppe Alfhausen-Epe war zur Absicherung der Feuerwehrleute an der Baggerkuhle vor Ort. Björn Thienenkamp

Benjamin Kohring von der Feuerwehr Bad Essen und seine Kollegen sorgten unterdessen am Feuerlöschbrunnen im Berger Ortsteil Anten mit fünf bis acht Bar für das Auffüllen der kreisenden Tankwagen. In rund dreieinhalb Minuten wurden die Fahrzeuge gefüllt, die 1600 bis 3050 Liter fassen können. Im Wald wurde das Wasser über rund 500 Meter in einen selbst aufrichtenden Pool gepumpt, der 3000 Liter fasst und aus dem weitere Löschtrupps versorgt wurden.

Ein sich selbst aufrichtender Pool mit 3000 Litern Fassungsvermögen diente bei der Wasserversorgung als Puffer. Foto: Björn Thienenkamp

Nach zwei Stunden und dem Verteilen von 125 000 Litern Wasser kehrten 160 Feuerwehrleute, 40 Fahrzeuge und 1800 Meter Schlauch zurück zum Feuerwehrhaus in Berge, wo die Bippener Kollegen einen Mittagstisch anboten. „Die Wasserförderung am Baggersee mit einem Höhenunterschied von rund 15 Metern hat gut funktioniert“, so Ralf Auf dem Felde. Ebenso sei der Wassertransport mit Zuführung mittels Tanklöschfahrzeugen über vier bis fünf Kilometer wunschgemäß verlaufen. Die technische Hilfeleistung habe auch gut funktioniert. Lediglich ein paar Kleinigkeiten seien zu verbessern.

„Gut zu wissen, wie der Ablauf ist, das ist für uns interessant und wichtig“, ergänzte Revierförsterin Mareike Gels von den niedersächsischen Landesforsten mit Blick auf die verstärkte Waldbrandgefahr in der Vergangenheit.


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