Dankgottesdienst am 27. September 2019 Ordensfrauen verlassen das St. Reginenstift in Fürstenau

Von Maria Kohrmann-Unfeld

Haben immer gut zusammengearbeitet: Schwester M. Christina Maria (von links), Schwester M. Mauritia, Oberin Schwester M. Georgia und Schwester M. Regulindis. Foto: Maria Kohrmann-UnfeldHaben immer gut zusammengearbeitet: Schwester M. Christina Maria (von links), Schwester M. Mauritia, Oberin Schwester M. Georgia und Schwester M. Regulindis. Foto: Maria Kohrmann-Unfeld

Fürstenau. Am 27. September 2019 um 10 Uhr findet in der Schlosskirche St. Katharina in Fürstenau ein Dankgottesdienst zur Verabschiedung der Franziskanerinnen vom heiligen Märtyrer Georg zu Thuine und zur Auflösung des Konvents statt.

„Mit Gott fang an, mit Gott hör auf, das ist der beste Lebenslauf“ - so lautet der Leitsatz des Konvents der Franziskanerinnen im St. Reginenstift Fürstenau, der mit Ablauf des Monats aufgrund des überwiegend fortgeschrittenen Alters der Ordensfrauen aufgelöst wird. 

Aus der Chronik des St. Reginenstiftes geht hervor, dass die letzte Besitzerin des „Hauses Nieberg“, die Witwe Regina Nieberg, der Katholischen Kirchengemeinde Fürstenau den Niebergschen Haus- und Grundbesitz zur Einrichtung einer Krankenpflegestätte vermachte. Vor rund 130 Jahren gründeten hier Thuiner Ordensschwestern einen Konvent, um sich der Krankenpflege zu widmen. Schwester M. Salesia war die erste Oberin von 1892 bis 1901.

Schwestern bereiten sich auf Umzug vor

Mit Schwester M. Georgia verlässt die letzte Oberin des Konvents das St. Reginenstift. Gemeinsam mit Schwester M. Regulindis, Schwester M. Mauritia und Schwester M. Christina-Maria bereitet sie sich zurzeit auf den Umzug vor. Sie sichten die Bestände, räumen und sortieren.

Während Schwester M. Christina-Maria noch nicht bekannt ist, wo sie ab Oktober eingesetzt wird, werden die übrigen drei Ordensfrauen nach Thuine wechseln. Oberin Schwester M. Georgia wird ins Mutterhaus gehen, Schwester M. Regulindis in das Haus St. Theresia und Schwester M. Mauritia in das Altenheim St. Josef. Alle vier Ordensfrauen haben seinerzeit die Ewige Profess im Mutterhaus Thuine abgelegt.

„Ich habe überall da mit angepackt, wo etwas zu tun war.“Oberin Schwester M. Georgia

Oberin Schwester M. Georgia absolvierte eine Krankenpflegeausbildung und war ab 1970 jeweils weit mehr als zwanzig Jahre abwechselnd in Berlin und Harderberg sowie drei Jahre in Bad Pyrmont eingesetzt. Seit 2018 gehört sie dem Konvent im St. Reginenstift an. „Ich habe überall da mit angepackt, wo etwas zu tun war“, erklärte sie. Dabei war die Gartenarbeit ihr besonders Steckenpferd. Während ihrer Tätigkeit in Berlin hat sie den Fall der Mauer hautnah miterlebt.

Schwester M. Regulindis verlässt den Konvent kurz vor ihrem 40-jährigen Ortsjubiläum. Bevor sie im Oktober 1979 ihre Arbeit im St. Reginenstift aufnahm, war sie in Börger, Lorup, Herzebrock und Berge eingesetzt. „Damals wurde gerade im zweiten Stock die Frauenstation ausgebaut“, erinnert sie sich. Sie selbst tat ihren Dienst auf der Männerstation. Acht Ordensschwestern gehörten zu der Zeit dem Konvent an, die unter anderem zuständig waren für die beiden Krankenstationen, die Küche, die Pforte und den Kindergarten. Viele Kollegen und Mitarbeiter hat sie kommen und gehen sehen, darunter die Ärzte Dr. Heile sen., Dr. Deters sen. und Dr. Zinkant sen., deren Söhne ebenfalls Ärzte waren, sowie Dr. Grothaus, Dr.Raster und Dr. Mechery .

Von der Gartenarbeit an den OP-Tisch

„In Notfällen kam es vor, dass die OP-Schwester kurzerhand von der Gartenarbeit an den OP-Tisch beordert wurde“, weiß Schwester M. Regulindis zu berichten. Sie betont das ausgeprägte Gemeinschaftsgefühl und die familiäre Atmosphäre unter den Mitarbeitern. Die Umstrukturierung zum Altenheim sei eine große Umstellung für sie gewesen.

17 Jahre war Schwester M. Mauritia Gemeindeseelsorgerin in Lohne bei Lingen und weitere 21 Jahre in St. Josef in Lingen-Laxten. Im Jahr 2000 erfolgte die Versetzung in das Marienhospital Ankum. Hier baute sie die Besuchsdienste in Kettenkamp, Eggermühlen und Ankum auf und lud die ehrenamtlichen Besuchsdienste zu Besinnungstagen ein. Seit 2008 ist sie im St. Reginenstift eingesetzt und gehört dem Konvent seit 2010 an. Schwerpunkt ihrer Arbeit war die Seelsorge und die Sterbebegleitung. Außerdem kümmert sie sich um die Trauerecke, in der an die Verstorbenen erinnert wird. Zudem gehören der Sakristeidienst und die Vorbereitung der täglichen Gottesdienste mit Pastor Anders zu ihren Aufgaben. Einmal im Monat findet ein ökumenischer Gottesdienst auf den Stationen statt und die Austeilung der Krankenkommunion. Bei Bedarf springt sie auch bei der Beschäftigung der Bewohnerinnen und Bewohner ein. Bei diesen Aufgaben wird sie auch von ihren drei Mitschwestern unterstützt.  

„Es fällt mir schon schwer von hier wegzugehen.“Schwester M. Christina Maria

Schwester Christina Maria ist die jüngste Ordensschwester in dem Konvent und wartet noch auf ihre Versetzung. Sie war zunächst in Papenburg in der Altenpflege tätig. Nach einer anderthalbjährigen Unterbrechung in Werlte ging sie wieder nach Papenburg. In Hagen am Teutoburger Wald übernahm sie die Leitung des Wohnbereichs und später die Pflegedienstleitung. Schöneiche bei Berlin war eine weitere Station, bevor sie dann in Papenburg einen Demenzbereich aufbaute. Am 8. September 2011 trat Schwester M. Christina ihren Dienst im St. Reginenstift an. Hier baute sie die Tagespflege St. Hedwig mit einem gut strukturierten Tagesplan auf. Eine Bereicherung für die Gäste sind die Projektwochen, wie zum Beispiel kürzlich die „Hollandwoche“, in der viel Wissenswertes über das Nachbarland vermittelt wurde. Nun heißt es für Schwester M. Christina-Maria Abschied nehmen. „Es fällt mir schon schwer von hier wegzugehen“, gibt sie zu.  

In den vergangenen Jahren haben die vier Ordensfrauen gut zusammen gearbeitet und sich gegenseitig unterstützt. „Schwester, könnt ji ock platt kürn?“, seien sie häufig von den kranken und alten Menschen aus der ländlichen Region gefragt worden. Schnell war das Vertrauen über die plattdeutsche Sprache hergestellt.„Schichtarbeit gab es für uns nicht“, erinnern sie sich. „Wir waren immer in Reichweite und wurden zu jeder Tages- und Nachtzeit gerufen.“ Erholsam waren die Urlaubstage auf Borkum, Juist, in Bremen oder Bad Pyrmont.


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