"Ein guter Tag für den Kuhlhoff" Finanzspritze: Bippener Haitec bekommt bald ein Archiv

Von Jürgen Schwietert

Vorstand Herbert Niemann (links) und Marketingleiter Martin Budde (rechts) von der VR Bank Osnabrücker Nordland übergaben eine Zuwendung in Höhe von 6000 Euro an das Bildungszentrum Kuhlhof mit Geschäftsführer Alfons Bruns (zweiter von links) sowie Horst Felker für das Haitec, mit dabei Tobias Fischer von Terra Vita (Mitte).  Foto: Jürgen SchwietertVorstand Herbert Niemann (links) und Marketingleiter Martin Budde (rechts) von der VR Bank Osnabrücker Nordland übergaben eine Zuwendung in Höhe von 6000 Euro an das Bildungszentrum Kuhlhof mit Geschäftsführer Alfons Bruns (zweiter von links) sowie Horst Felker für das Haitec, mit dabei Tobias Fischer von Terra Vita (Mitte). Foto: Jürgen Schwietert

Bippen. Das Haifischzentrum Haitec in Bippen auf dem Kuhlhoff ist ein Lernstandort mit überregionaler Bedeutung. Dort können Besucher eine Reise in die Zeit unternehmen, in der Norddeutschland ein Meeresboden war. Nun haben die VR-Stiftung der Volks- und Raiffeisenbanken in Norddeutschland sowie die VR-Bank Osnabrücker Nordland 6000 Euro für ein Archiv überreicht.

In einer Feierstunde haben Vorstand Herbert Niemann und Marketingleiter Martin Budde die hilfreiche Summe an Geschäftsführer Alfons-Julius Bruns übergeben. Von der Stiftung kamen 5450, von der Bank 550 Euro. Mit den Mitteln wird es möglich sein, das Gebäude mit dem Haitec um ein erforderliches Archiv zu erweitern. „Wir freuen uns immer, wenn es gute Tage für den Kuhlhoff gibt. Wir freuen uns sehr, dass es mit dem Förderantrag geklappt hat“, betonte Bruns. Es sei immer mit Problemen verbunden, die notwendigen Arbeiten an Gebäuden für Projekte fördern zu lassen. Der Geschäftsführer informierte über die Bauweise des Haitec, basierend auf alten Containern. Diese hätten bereits als Klassen- und als Logistikräume an Turnhallen gedient, teilte er mit. Unter Einsatz weniger Mittel sei daraus die Hülle des Haitec entstanden. 

Viele Funde derzeit nicht zugänglich

Das zu archivierende paläontologische Sammlungsmaterial aus dem Raum Fürstenau ist sehr vielfältig. Es dokumentiert auch einen großen Artenreichtum der Haifische, die hier vor 54 bis 47 Millionen Jahren gelebt haben. Die Anzahl der Hai- und Meeressäugerfossilien liefern wichtige Erkenntnisse über den damaligen Lebensraum und das Verhalten der Tiere. Derzeit befindet sich ein Großteil der Funde in einer Privatsammlung. Sie sind wissenschaftlich nicht zugänglich. Mit der Einrichtung eines Archivs wird der nötige Zugang für Wissenschaftler und auch für ein breiteres Publikum, darunter Schulklassen, geschaffen. Geowissenschaftlich ausgebildetes Personal betreut das Archiv vor Ort.

Sammlung soll vor Ort in Bippen bleiben

Weiterhin gingen Alfons Bruns, Tobias Fischer und Host Felker auf die Ausgrabungen in den 1970er Jahren ein. In verschieden Bereichen, darunter in Sandgruben im Alten Sande (Waldgebiet zwischen Fürstenau und Bippen) wurden durch Hobbypaläontologen zahlreiche Funde, darunter unzählige Haifischzähne, und weitere Fragmente aus diesem Zeitfenster gefunden. Im Bereich Grafeld gebe es derzeit weitere aktuelle Funde, die in einer Notgrabung, so Tobias Fischer, gesichert wurden. Mehrere Tausend Besucher nutzten bereits das Bildungszentrum mit dem Haitec, zu dem auch eine Wasch- und Siebstation gehört. Seit 1972 wurden etwa 250.000 Exponate gefunden. Sie bleiben in Bippen und sollen vor Ort ausgestellt werden. Hierzu gehört auch das Gebiss eines prähistorischen Makrelenhais. „Anderweitig gehen die Funde oft in vom Fundort weit entfernte Museen oder in wissenschaftliche Institute“, so Tobias Fischer.


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