Führung am 3. August 2019 um 15 Uhr Was hat es mit den Grabungen am Fürstenauer Schloss auf sich?

Mit einer Drohne haben die Mitarbeiter der Stadt- und Kreisarchäologie die Baustelle an der Schlossbrücke dokumentiert. Foto: Stadt- und Kreisarchäologie OsnabrückMit einer Drohne haben die Mitarbeiter der Stadt- und Kreisarchäologie die Baustelle an der Schlossbrücke dokumentiert. Foto: Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück
Kreisarchäologie

Fürstenau. Sie ist nicht zu übersehen: die Baustelle an der Südseite der Schlossbrücke in Fürstenau. Nun will die Stadt Fürstenau interessierten Bürgern vorstellen, was bisher bekannt geworden ist. Am Samstag, 3. August 2019, um 15 Uhr gibt es eine kostenlose, kurze Führung an der Baustelle.

Soviel steht fest: An der Südseite der Schlossbrücke Fürstenau ist unter der Leitung von Friedhelm Esch und Karl-Heinz Dirkmann durch Mitglieder der Avantgarde Fürstenau und weiteren Helfern eine Wehranlage freigelegt worden. Es handele sich hierbei um ein durch Dokumente des Staatsarchivs Osnabrück belegtes, 1614 repariertes Wacht- und Torhaus, das bereits deutlich früher entstanden sei, teilt die Samtgemeindeverwaltung mit. Die gegenwärtige Steinbrücke existierte damals noch nicht. Das Gebäude diente dem Schutz der hölzernen Zugbrücke und der Kontrolle von Menschen, die die Burganlage betreten wollten. 

(Weiterlesen: Der Baugeschichte des Fürstenauer Schlosses auf der Spur.)

Der freigelegte Raum hat ein Maß von etwa 4,3 Meter Länge, 3 Meter Breite und 2,2 Meter Tiefe. Er enthält eine etwa 1,5 Meter dicke Schießscharte. Vor dem Verteidigungswerk liegt eine etwa einen Quadratmeter große Steinplatte. Sie diente, wie ein Dokument aus dem 17. Jahrhundert belegt, als Bootsanleger. In diesem Dokument heißt es, dass im Jahr 1658 zwei Boote angeschafft wurden, davon eines für den Schlossgraben.

Bauwerk soll für Öffentlichkeit zugänglich sein

Die Anlage ist von der Stadt- und Kreisarchäologie vermessen und kartiert worden. Leider habe das Bauwerk durch ein unsachgemäßes Verlegen eines Wasserrohres in den 1970er-Jahren deutlich erkennbare Schäden erlitten, heißt es in der Mitteilung. Bei einer Besprechung mit Vertretern der Samtgemeindeverwaltung und der Denkmalsschutzbeauftragten des Landkreises wurde beschlossen, dass die Anlage offen und für die Öffentlichkeit zugänglich erhalten werden soll. Dazu soll der Raum einen geschotterten Boden erhalten und vorerst mit begehbarem Gitterrost abgedeckt werden. Außerdem soll die an der Brückenmauer entlanglaufende Steintreppe wiederhergestellt und der Bereich vor der Schießscharte ebenfalls mit Gitterosten abgedeckt werden, sodass ein Stufen-Zugang zum Torhaus und zur Burg vom Schlossgraben aus entsteht. Derzeit werden statische Berechnungen für die Unterkonstruktion der Tragrahmen und Gitterroste erstellt, auf dieser Grundlage können die Baumaßnahmen dann fortgeführt werden.

Zu einem späteren Zeitpunkt könnte, auf der Basis der beschriebenen Arbeiten, eine Stahlkonstruktion mit Satteldach als Analogie des alten Wacht- und Torhauses entstehen. In diesem Raum könnte zum Beispiel eine Dokumentation der Geschichte der Burganlage präsentiert werden. Für diese mögliche weiterführende Maßnahme bedarf es nach Angaben der Samtgemeinde noch intensiver Abstimmungen.


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