Spannende Dorfgeschichten erzählt Mit dem Nachtwächter die Höfe von Hekese erkundet

Von Jürgen Schwietert

Auf den vom Nachtwächter in Hekese angesteuerten Anwesen gab es viel Wissenswertes zu erfahren.  Foto: Jürgen SchwietertAuf den vom Nachtwächter in Hekese angesteuerten Anwesen gab es viel Wissenswertes zu erfahren. Foto: Jürgen Schwietert

Fürstenau. Eine gelungene Veranstaltungsreihe ist der Rundgang mit dem Nachtwächter in Berge und seinen Gemeindeteilen. Der Nachtwächtergang in diesem Jahr fand in Hekese statt und begann an der Hekeser Straße.

Zunächst ging "Nachtwächter" Bernd Sandhaus auf die vielfältigen Aufgaben eines Nachtwächters ein, erinnerte an einen großen Brand in Berge Ostern 1752 und demonstrierte die Funktionsweise des Brandhorns. Der Nachtwächter musste in jeder Stunde ein Signal abgeben und ein Lied singen. Damit wurde überprüft, dass er seinen Dienst auch gewissenhaft versah.  Nach dem ersten Weltkrieg endete das Nachtwächterwesen in Berge. 

Nach Besichtigung eines alten Heuerhauses ging es weiter zum Hof Lampe. Dort beeindruckte besonders der Giebelspruch aus dem Baujahr 1817. Er wurde von Agnes Lampe, die über den Hof informierte, vorgetragen. Er wurde erstmals 1470 als Marquart to Hekese erwähnt. Eine Eintragung von 1660 im Kirchenbuch Ankum nennt den Hof ebenfalls. Er wurde 1722 aus dem Lehen von Bockraden freigekauft. Im Jahr 1963 ging der Hof an Alfons Lampe über.

Drittes Ziel war der Hof Scherhorn, auf dem jetzt Helmut Steinkamp mit seiner Familie leben. Der Hof Scherhorn geht auf Gerd zu Hekese, erwähnt im Jahr 1441 zurück, und wurde auch im Zusammenhang mit dem Hof Markquart (Lampe) genannt. Im Jahr 1920 brannte der gesamte Hof bis auf die Scheue ab. Die Besitzer lebten lange in einer Notwohnung. Das neue Wohnhaus einstand erst 1934. Der Hof blickte auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Kurz vor der Jahrhundertwende zog die Familie Steinkamp hier ein.

Über wechselvolle Geschichte berichtet

Weiterhin ging zum Hof Kuhlmann-Rolfes. Hier informierten Martin und Richard Kuhlmann-Rolfes über die interessante Hofgeschichte. Der Hof wird als Vollerwerbsbetrieb bewirtschaftet. Dieser Hof entstand als Erbkotten. Der älteste Nachweis stammt aus dem Jahr 1648 laut Inschrift in einem alten Balken. Im Jahr 1830 wurde in Ohrte ein Hof hinzugekauft (heute Escher). Die Familie zog dort hin und verpachtete den Hof in Hekese. Nach wechselvoller, oft leidvoller Zeit verblieben beide Höfe ohne direkte Erben.

„Eine Schenkurkunde aus dem Kloster Corvey von 891 dokumentiert die erste Nennung Hekeses (Hedikessen, die Häuser des getauften Hedi), informierte Bernt Sievers-Over-Behrens auf seinem Hof, dem vierten Ziel des Ganges. „Hekese aber ist viel älter“, dokumentieren die mit einem 90 Meter langen Gang verbundenen Steingräber. Der Hof selbst wurde 1256 erstmals urkundlich erwähnt. Bernt Sievers-Over-Behrens stellte sodann die weitere Entwicklung des Anwesens vor. 

Im Mai 1988 ein Tornado abgestürzt

Bevor der Gang in der Gastwirtschaft Kühle-Bange endete, machten die interessierten Heimatfreund am Haus Rudert, einem ehemaligen Doppelheuerhaus von Kühle aus dem Jahr 1763, halt. Hier informierte Uschi Webering. Bei diesem Haus stürzte am 10. Mai 1988 ein Tornado ab. Über den Werdegang der Hofstätte Kühle, früher Hof Trienen, erzählte der Kaufmann Bernd Kühle, der vor 50 Jahren nach Hekese kam. Gastwirtschaft und Kolonialwaren ergänzten den landwirtschaftlichen Betrieb, der auch so einige Veränderungen in den Jahren erlebt hat. 


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