Neue Stellvertreterin gesucht Liesel Hoevermann gibt Amt der Streitschlichterin in Fürstenau ab

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Die Informationen zur Arbeit der Schiedsämter hat Liesel Hoevermann mittlerweile im Kopf. Nach 23 Jahren übergibt sie diese Aufgabe künftig in andere Hände. Foto: Peter SelterDie Informationen zur Arbeit der Schiedsämter hat Liesel Hoevermann mittlerweile im Kopf. Nach 23 Jahren übergibt sie diese Aufgabe künftig in andere Hände. Foto: Peter Selter

Fürstenau. Erfolgreich und nachhaltig Streit in Berge, Bippen und Fürstenau zu schlichten ist seit 23 Jahren Aufgabe von Liesel Hoevermann. Nun möchte sie die ehrenamtliche Aufgabe, von der sie ebenso überzeugt wie begeistert ist, in andere Hände übergeben.

„Meistens funktioniert die Kommunikation zwischen den Beteiligten nicht mehr“, sagt Liesel Hoevermann, so würden sich immer wieder aus kleinen Streitigkeiten handfeste Konflikte ergeben. Dann gelte es, die beteiligten Personen, oft seien es Nachbarn, wieder auf Augenhöhe zusammenzubringen und einen Lösungsvorschlag zu erarbeiten.  

In einigen Bereichen ist ein Schlichtungsversuch sogar obligatorisch und damit vorgeschrieben. Dann müssen sich Bürger erst an das Schiedsamt wenden, bevor ein Gericht sich mit der Angelegenheit befasst. Das sind häufig Angelegenheiten aus dem Nachbarrecht. Um Streitigkeiten aus dem Familien- und Arbeitsrecht kümmern sich die Schiedspersonen nicht.

Wo liegt die Ursache?

Klassische Fälle seien die herübergewachsenen Zweige von Sträuchern und Bäumen, die Frage, ob Grundstücksgrenzen eingehalten würden oder Lärm beispielsweise durch bellende Hunde, Vogelvolieren oder Partys zu hoch gewesen sei, erzählt Liesel Hoevermann.

Häufig hätten sich die Themen hochgeschaukelt. Ziel sei es dann, die Parteien zusammen an einen Tisch zu bringen, damit sie wieder miteinander reden würden. „Jeder hat seine Wahrheit und jeder hat aus seinem Blickwinkel oft auch Recht“, betont Liesel Hoevermann. Manchmal sind es sogar richtige Kumpel, die nach Jahren plötzlich in Streit gerieten. Dann kommt es oft darauf an, herauszufinden, welche Dinge wirklich ursächlich seien. „Die Zweige oder das Hundegebell sind manchmal nur vordergründig“, so Liesel Hoevermann. Wenn die Dinge dann zusammen angesprochen würden, dann entwickele sich auch häufig eine Lösung, die beide Seiten akzeptieren könnten.

Schiedsperson als Moderator

Der Antragsteller müsse rund 50 Euro vorstrecken, darin enthalten sind die Kosten für den Antrag sowie weitere anfallende Gebühren – unterm Strich also wenig Geld im Vergleich zu Gerichtskosten. Danach werde ein gemeinsamer Termin mit den Beteiligten in den Bürgerbüros in Berge, Bippen oder Fürstenau organisiert. Die Schiedsperson in ihrer unabhängigen Rolle moderiere dann das Gespräch. Eine eigene Recherche gehörte nicht zu den Aufgaben der Schiedsperson.

Sobald die Parteien miteinander reden würden, löse sich meistens das Thema und oft gebe es eine große Erleichterung für beide Seiten. Das Schlichtungsergebnis werde dann schriftlich festgehalten und gelte dann auch 30 Jahre in Form eines verbindlichen rechtlichen Titels. Allerdings gebe es auch Fälle, die schlichtweg einfach nicht zu schlichten sein. Dann erhalte der Antragsteller eine Bescheinigung, die dann beim Amtsgericht vorzulegen sei.

Fortbildungen für Schiedspersonen

Von der Samtgemeinde Fürstenau würden die Schiedspersonen optimal unterstützt, sagt Liesel Hoevermann. Es gebe Fortbildungen zu den zentralen Fragen des Zivilrechts, des Strafrechtes und der Technik der Mediation. Sämtliche Aufwendungen würden von der Samtgemeinde bezahlt.

Die bisherige Stellvertreterin von Liesel Hoevermann, Petra Sievers-Over-Behrens, wird die Aufgaben der hauptamtlichen Schiedsfrau zukünftig übernehmen, ein entsprechender Beschluss wird voraussichtlich bei der nächsten Samtgemeinderatssitzung gefasst. Jetzt wird noch ein neuer Stellvertreter oder eine Stellvertreterin gesucht, die sich zutrauen, diese spannende und verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen.

Ansprechpartnerin bei der Samtgemeinde Fürstenau ist Magdalena Föcke vom Fachbereich Bürgerservice und Ordnung, die unter der Telefonnummer 05901 932026 zu erreichen ist.

Der Zeitaufwand für die wichtige ehrenamtliche Aufgabe sei übrigens übersichtlich. Im vergangenen Jahr habe es sechs Fälle gegeben, so Liesel Hoevermann. Sie vermutet, dass die geringe Zahl von Fällen auch an der Struktur der Samtgemeinde Fürstenau liege: „Hier gibt es häufig sehr viel Fläche zwischen den Leuten, da gibt es auch weniger Konflikte.“ 



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