Förderung für Hausbesitzer Energetische Sanierung in Fürstenaus Innenstadt möglich

Der Energiebedarf der Häuser in der Fürstenauer Innenstadt soll reduziert werden. Symbolfoto: Roger Hensel/dpaDer Energiebedarf der Häuser in der Fürstenauer Innenstadt soll reduziert werden. Symbolfoto: Roger Hensel/dpa

Fürstenau. Wer in der Fürstenauer Innenstadt sein Haus sanieren will, kann jetzt nicht nur auf Mittel aus der Städtebauförderung hoffen, sondern auch aus dem Programm "Energetische Stadtsanierung". Was die Hausbesitzer erwarten können, stellte die Stadt am Mittwochabend vor.

"Zwei unterschiedliche Paar Schuhe" sind die beiden Förderprogramme, betonte Samtgemeindebürgermeister Benno Trütken. Bei der Städtebauförderung gehe es um optische und funktionelle Aufwertung der Innenstadt. Doch oft stelle sich in diesem Zusammenhang die Frage, wie es mit der energetischen Sanierung aussehe. Deshalb sei es sinnvoll, das mitzudenken, erklärte Trütken die Beweggründe für die Bewerbung um die Fördermittel der KfW-Bankengruppe.

Insgesamt untersuchte die Enakon Wolfenbüttel GmbH die 158 Gebäude im Förderbereich in der Innenstadt. Dabei wurden alle Gebäude von außen betrachtet, erklärte Tobias Kuhlmann von Enakon. Die Experten achteten darauf, ob die Fenster schon ausgetauscht wurden oder schauten nach Photovoltaik- und Solarthermieanlagen. Sie erstellten auf dieser Grundlage eine Schätzung des Strom- und Wärmebedarfs. 

Autoverkehr berücksichtigt

Ermittelt wurde auch der CO2-Ausstoß des Bereichs, dabei wurden Privatautos ebenfalls mitberechnet, die immerhin 21 Prozent des CO2-Ausstoßes ausmachen. Die Bewohner könnten also beim Kauf des nächsten Autos darauf Rücksicht nehmen und vielleicht auf einen SUV verzichten, sagte Kuhlmann. 

Aus der gesammelten Daten ermittelten die Experten Einsparpotenziale. Wer zum Beispiel die Fenster austauscht und das Dach dämmt, kann 20 Prozent Energie einsparen. Bis zu 60 Prozent sind bei der Dämmung der Außenwände möglich. Außerdem gebe es Möglichkeiten für Solarthermie und Photovoltaikanlagen. Inwiefern sich die Dächer eignen, ist im Internet unter www.solardachkataster-lkos.de einsehbar.

Weitere Ziele der energetischen Sanierung für Fürstenau sind auch der Austausch der Heizungen und die Umrüstung von Heizöl auf Erdgas. Außerdem lassen sich einige Stromsparmaßnahmen umsetzten wie die Nutzung von LED-Lampen oder Hocheffizienzgeräten.

Die Möglichkeiten des Förderprogramms "Energetische Stadtsanierung" stellten Tobias Kuhlmann (von links), Predrag Gorgieec (beiden Enakon), Frederic Hoogen (Baubecon) und Samtgemeindebürgermeister Benno Trütken vor. Foto: Nina Strakeljahn


Drei Hausbesitzer hatten ihre Häuser näher von den Experten begutachten lassen. Daraus sind drei Musterakten entstanden. Anhand der Angaben wurden jeweils mögliche Sanierungsfahrpläne erarbeitet. In den Akten finden sich außerdem konkrete Vorschläge für Maßnahmen sowie die Fördermöglichkeiten durch die KfW. Für die Erneuerung einer Heizung können Eigentümer beispielsweise 15 Prozent erhalten, vorausgesetzt der Wohnteil nimmt den meisten Platz in Anspruch, erklärte Predrag Gorgiev von Enakon. Ist der Gewerbeteil größer, fällt die Förderung geringer aus. Fördern lassen kann man sich Einzelmaßnahmen, Pakete oder auch ein Effizienzhaus. Auch für Denkmäler und als erhaltenswert eingestufte Häuser gibt es Gelder. Ermittelt wurde für die unterschiedlichen Gebäudetypen auch die Wirtschaftlichkeit der jeweiligen Maßnahmen.  

Den Eigentümern im Förderbereich werden diese Musterakten zur Verfügung gestellt, erklärte Gorgiev. Daran können sich die Hausbesitzer orientieren. Sollten sie sich jedoch für eine energetische Sanierung entscheiden, muss jedes Gebäude fallspezifisch von einem Energieeffiziensberater geprüft werden, das verlangt die KfW. Eine solche Beratung werde aber ebenfalls gefördert, erklärte Gorgiev.

Energieberater für die Stadt

Für die Fürstenauer könnte die Beratung sogar finanziert werden, sagte Trütken. Da das Interesse an der energetischen Sanierung groß sei, wie die Zahl der Zuhörer im Sitzungssaal zeige, will die Stadt sich für die zweite Phase der Förderung bewerben. Damit verbunden wäre ein Energieberater für die Stadt, der wiederum die Eigentümer unterstützen würde.

Sowohl bei der Stadt als auch bei der Baubecon bekommen Interessierte mehr Informationen zu den Förder- und Kombinationsmöglichkeiten.


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