Wallhecken statt Osterfeuer? Hegering Neuenkirchen will Schnittholz ökologisch verwenden

Im dichten Gestrüpp finden Insekten und Kleintiere sicheren Unterschlupf. Foto: HegeringIm dichten Gestrüpp finden Insekten und Kleintiere sicheren Unterschlupf. Foto: Hegering

Neuenkirchen. Statt abgeschnittene Äste und Gestrüpp als Osterfeuer zu verbrennen oder mühsam zu schreddern, appelliert der Hegering Neuenkirchen für neue Lösungen. Wer zukünftig ein kleineres Feuer veranstalte oder bereit sei, ganz darauf zu verzichten, werde mit einer Prämie belohnt.

Dies gelte besonders für Vereine, schreibt der Hegering Neuenkirchen in einer Pressemitteilung. Wer eine pfiffige Alternative zum Osterfeuer habe, dem winkte zusätzlich ein Preis. Die Jäger der Reviere Neuenkirchen, Steinfeld, Limbergen, Vinte, Lintern und Rothertshausen wollen in den kommenden Jahren außerdem viele neue Lebensräume mit dem anfallenden Holzschnitt schaffen.

Der Hegering richtet sich deshalb in seinem Schreiben an die Bevölkerung mit einem besonderen Anliegen: Wer Platz in seinem Wald oder Feldgehölz habe oder geeignetes, sauberes Strauchholz zur Verfügung stellen möchte, melde sich bitte bei Thomas Lammerding, Telefon 0171/5629546 (Vinte), Ansgar Hinnenkamp (Rothertshausen), Theo Hackmann, Telefon 0171/ 7554219 (Steinfeld), Christian Glindkamp (Lintern), David Pinke, Telefon 0170/ 8324212 (Neuenkirchen) oder Bernward Abing, Telefon 0152/08986583 (Limbergen).

Prämien und Preise fürs Mitmachen ausgesetzt

Die neu geschaffenen Lebensräume sollen insbesondere Insekten, Kleinvögeln, Bodenbrütern und dem Niederwild zu Gute kommen. Dazu sollen vor allem die Wegeseitenräume genutzt werden. In Abstimmung mit dem Bauamt der Samtgemeinde Neuenkirchen seien bereits einige geeignete Flächen ausgewählt worden, die im Besitz der Gemeinde beziehungsweise der Samtgemeinde Neuenkirchen sind.

Es wurden gezielt weniger befahrene Wege und Straßen ausgewählt, damit der durch die beabsichtigten Maßnahmen gesteigerte Nachwuchserfolg nicht gleich wieder dem Straßenverkehr zum Opfer falle. Dort, wo seitens der Kommune in diesem Jahr Entastungsschnitte oder ein „auf den Stock setzen“ geplant ist, soll nun das anfallende Strauchholz in ausreichender Entfernung zur Fahrbahn aufgeschichtet werden. Außer der Steigerung der Populationsdichte der örtlichen Faunaund der ökologischen Aufwertung der Wegeseitenränder erhofft sich der Hegering eine optische Aufwertung des Landschaftsbildes, denn unter dem Schutz des Totholzes werden nach und nach auch die standorttypischen Kräuter und Sträucher aufwachsen – eine Win-Win-Situation für Mensch, Tier und Umwelt. Außerdem wird die Jägerschaft in Feldgehölzen, denen es an Unterholz fehlt, kleine, locker aufgeschichtete Asthäufchen einbringen.

Die Landjugend von der Idee überzeugt

Als erster Kooperationspartner konnte laut Hegering die KLJB gewonnen werden. Die Landjugend werde in diesem Jahr das Holz wie gewohnt annehmen, es jedoch nicht alles zum Osterfeuer fahren, sondern Teile davon den Jägern bringen, die es dann, wie beschrieben, wegpacken.


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