Restaurierung hat begonnen Orgel der Lutherkirche Berge erhält alten Klang zurück

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Die Pfeifen der Orgel in der Lutherkirche werden gereinigt. Außerdem will Orgelbauer Georg Schloetmann der Orgel ihren ursprünglichen Klang zurückgeben. Foto: Nina StrakeljahnDie Pfeifen der Orgel in der Lutherkirche werden gereinigt. Außerdem will Orgelbauer Georg Schloetmann der Orgel ihren ursprünglichen Klang zurückgeben. Foto: Nina Strakeljahn

Berge. Die Orgel in der Lutherkirche in Berge ist eine Besonderheit. In den nächsten Monaten wird sie nun restauriert.

Schädlinge hatten sich an der Orgel zu schaffen gemacht. Deshalb waren im Oktober vergangenen Jahres Schädlingsbekämper angerückt, um die Larven des gemeinen Nagekäfers – auch Holzwurm genannt – mit Gas zu töten. Nun wird die Restaurierung fortgesetzt. Die Firma E. Hammer Orgelbau übernimmt die dringend notwendige Reinigung sowie die weiteren Arbeiten.

Schimmel wird zum Problem

Neben dem Schädlingsbefall entdeckten Inhaber Georg Schloetmann und sein Team auch Schimmel: ein Problem, das in den vergangenen zehn bis elf Jahren aufgetreten und bei etwa einem Drittel des Kundenstamms zu finden sei. Die Gründe seien vielfältig. Die Veränderungen des Klimas könnten sich auswirken, erklärt Schloetmann. In den vergangenen Jahren habe es feuchte Sommer und milde Winter gegeben. Hinzu kämen allgemein veränderte Nutzungen oder auch energetische Sanierungen. Woran es im konkreten Fall liege, könne er nicht sagen, betont Schloetmann.

Das Leder der Bälgchen wird erneuert. Foto: Nina Strakeljahn


Restauriert werden auch die Bälgchen, die an den Windladen, dem das Verteilersystem einer Orgel, sitzen und die Ventile aufziehen. Sie sind mit einem feinen Leder überzogen, das ausgetauscht werden muss. Das ist eine mühsame Arbeit. Im Liegen muss jedes Bälgchen einzeln abmontiert werden – und das von 729 Pfeifen.

Die Bälgchen, die an den Windladen sitzen, werden ausgebaut. Foto: Nina Strakeljahn


Außerdem kümmert sich Georg Schloetmann in seiner Werktstatt noch um die Steuerung, die durchgesehen und überarbeitet wird. Diese Orgel wird pneumatisch gesteuert. Per Luftdruck wird die Pfeife aktiviert, wenn eine Taste gespielt wird.

Da kann noch mehr herausgekitzelt werdenGeorg Schloetmann, Orgelbauer


Eines ist dem Orgelbauer besonders wichtig: der Klang der Orgel. "Da kann noch mehr herausgekitzelt werden", sagt er, denn es ist eine besondere Orgel. Sie stammt aus dem Jahre 1907 und wurde von den Gebrüdern Rohlfing aus Osnabrück erbaut. "Es ist eine hochromantische Orgel", erklärt Schloetmann – und so soll sie auch wieder klingen.

Die Orgel stammt aus dem Jahr 1907. Foto: Nina Strakeljahn


Fast alle Rohlfing-Orgeln sind untergegangen. Das soll mit der Orgel in der Lutherkirche nicht passieren. Sie steht seit 1984 in der Denkmalliste des Landes Niedersachsens. Deshalb kommt die Hälfte der Renovierungskosten, die sich auf bis zu 67.000 Euro belaufen, aus dem Denkmalfördertopf des Bundes (33.000 Euro). Die restlichen Kosten übernehmen die Landeskirche Hannover sowie die Kassen des Kirchenkreises Bramsche.

Wie lange die Restaurierung genau dauert, darauf will sich Schloetmann nicht festlegen. Er schätzt, dass er und sein Team drei bis vier Monate brauchen, um die Arbeiten abzuschließen.

Weiterlesen: Orgel-Rarität in der Berger Lutherkirche wird saniert


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