Kirchengelände als zweite Heimat Der gute Geist von Maria Rosenkranz in Hollenstede

Von Maria Kohrmann-Unfeld

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Bernd von Wulfen. Foto: Maria Kohrmann-UnfeldBernd von Wulfen. Foto: Maria Kohrmann-Unfeld

mkun Hollenstede. Seit mehr als dreißig Jahren ist Bernhard von Wulfen in der Kirchengemeinde Maria Rosenkranz in Hollenstede als Hausmeister und Friedhofsgärtner tätig. Dabei kommen ihm seine Talente als Elektriker, Klempner und Heizungsinstallateur zugute, gepaart mit einer gehörigen Portion Idealismus.

Offiziell handelt es sich um einen Mini-Job mit 6,5 Stunden die Woche. Damit kommt Bernhard von Wulfen bei Weitem nicht aus. Das Kirchengelände ist ihm fast zu einer zweiten Heimat geworden.

„Im Laufe der Jahre habe ich insgesamt sechs Priester kommen und gehen sehen: Pastor Lückerts, Pastor Anders, Pastor Krupinski, Pastor Gorny, Pastor Löffler und den jetzigen Pastor Hubert Schütte “, erklärt er stolz. Dabei wurde er neben seiner Hausmeistertätigkeit auch schon mal als Chauffeur gebraucht. Wichtig sei auch die gute Zusammenarbeit mit dem Kirchenvorstand betont er. „Bernhard arbeitet selbstständig und weiß immer, was zu tun ist“, lobt Matthias Nöring, der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes.

Als Hausmeister ist der Rentner zuständig für das Kirchengebäude, die Friedhofskapelle, das Pfarrheim, die Villa Kunterbunt und das sogenannte Schwesternhaus. Er weiß genau, wo die Wasser- und Stromleitungen liegen und kümmert sich um die Heizung im Kirchenkeller ebenso wie in den übrigen Gebäuden und sorgt für ausreichende Beleuchtung innen und außen. Viele Reparaturarbeiten liegen im Laufe eines Jahres an – von der Wasserleitung auf dem Friedhof bis zur Heizung im Pfarrheim. Natürlich erfüllt er auch die Wünsche der jeweiligen Priester, wenn es um die Ausleuchtung der Kirche geht oder um das Anbringen von Lautsprechern. Sogar an der Kirchenorgel musste er neulich Hand anlegen: „Die B-Taste funktionierte nicht, das Fußpedal war nicht richtig eingerastet.“

Was tun, wenn sich der Glocken-Klöppel lockert?

Vor Jahren entdeckte er bei der Kontrolle der Kirchenglocken, dass sich ein Klöppel gelockert hatte. Während der komplizierten und nicht ungefährlichen Arbeit zog er die Schrauben nach und sicherte die Muttern mit Splinten. Zwei Tage dauerte die Aktion. Er installierte einen Wasseranschluss in der Kirche und eine neue Wasserpumpe im Pfarrheim, die auch das Friedhofsgelände mit Wasser versorgt. Der Fahrradständer am Schwesternhaus bekam eine Beleuchtung und Bewegungsmelder wurden angebracht. Die Reparatur der Bestuhlung führt der Mittsiebziger ebenfalls aus. Im Wechsel mit den Küstern übernimmt er den Schließdienst der Kirche. „Kein anderer kennt das Kirchengelände so gut wie er“, betont Matthias Nöring.

Neben seiner Hausmeistertätigkeit ist Bernhard von Wulfen ganzjährig auf dem Friedhofsgelände tätig. Im Herbst gehört das Laubharken zu seiner Hauptbeschäftigung. Hinzu kommt das Säubern der Dachrinnen an sämtlichen Gebäuden und das Entsorgen und Sortieren des Grünabfalls. Im Winter heißt es Schnee schippen und die Wege rund um Kirche und Pfarrheim räumen. Außerdem sorgt er für angemessene Beleuchtung. Gemeinsam mit dem Krippenverein kümmert er sich um den Aufbau der Krippenlandschaft. Im Sommer müssen die Rasenflächen regelmäßig gemäht werden. Die Grünstreifen mäht er sogar mit der Sense. Teilweise schneidet er Hecken und Sträucher und räumt den Schnitt mit seinem eigenen PKW-Anhänger fort. Auch leere Grabstellen hält er in Ordnung und säubert die Fugen auf den Gehwegen. Ehefrau Elfriede unterstützt ihren Mann bei seiner Arbeit. Sie ist selbst Küsterin und engagiert sich in der Gemeinde.

„Der Kirchenvorstand sucht für die Gartenarbeiten einen Nachfolger“, erklärt Matthias Nöring. Wer Interesse hat, kann sich unter Telefon 05901/958699) melden.


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