Eine Geschichte vom Ankommen Katrin Seelenbinder seit drei Monaten im Menslager Pfarrhaus

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Seit drei Monaten ist Katrin Seelenbinder als Pastorin im verbundenen Pfarramt Bippen, Berge, Menslage tätig. Foto: Jürgen AckmannSeit drei Monaten ist Katrin Seelenbinder als Pastorin im verbundenen Pfarramt Bippen, Berge, Menslage tätig. Foto: Jürgen Ackmann

Menslage/Bippen/Berge. Als Jugendliche wollte Katrin Seelenbinder Medizin studieren, geworden ist sie Pastorin. Seit drei Monaten ist die 44-Jährige im verbundenen Pfarramt Bippen, Berge, Menslage tätig – und fühlt sich wohl in ihrer neuen Heimat. Sie liebe das Dörfliche, sagt Katrin Seelenbinder.

Da, wo sie aufgewachsen sei – im Emmerthaler Ortsteil Kirchohsen bei Hameln – da habe es für junge Leute nur zwei Möglichkeiten gegeben, die Freizeit zu gestalten: entweder im Sportverein oder in der Kirche. Sie habe sich für die Kirche entschieden und sei dabei auf einen Diakon getroffen, der sie inspiriert habe. Gleichwohl habe sie aber in der gymnasialen Oberstufe zunächst ein Medizinstudium favorisiert. Die Vorstellung, als Hausärztin mit Menschen umzugehen, gefiel ihr.

Das änderte sich aber nach Gesprächen mit dem Schulpastor. Der schlug ihr vor, doch besser Theologie zu studieren. Sie sei für den Pastorenberuf geeignet. Das könne ihre Profession werden. Das Problem: Katrin Seelenbinders Fächerauswahl im Abitur war darauf nicht ausgerichtet – kein Latein, kein Griechisch und schon gar nicht Hebräisch. Am Ende kam es, wie es kommen sollte: Katrin Seelenbinder büffelte nach dem Abitur zunächst in Bethel Vokabeln. Es folgten Stationen in Bonn und Göttingen und die erste Stelle in Leer. Heute ist sie sich sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, zumal die Naturwissenschaften nicht ihre Welt sind.

Von den Vorzügen einer Dorfgemeinschaft

Nach Stationen in „Wipshausen, Rüper und drumherum“ bei Gifhorn sowie in Wietzendorf bei Soltau ist sie nun im Pfarrhaus in Menslage am Kirchwinkel angekommen und freut sich über ihr Pastorinnendasein. „Wir haben immer nach Dörfern gesucht“, betont Katrin Seelenbinder. Der eine Grund: Ihr und ihrem Mann Hartmut – Pastor im Ruhestand –sei es wichtig, in einer überschaubaren Dorfgemeinschaft zu leben, den Menschen beim Spazierengehen zu begegnen, mit ihnen beim Einkaufen zu plaudern. Der andere Grund: Tammo, der Landseer-Rüde. Widerristhöhe 82 Zentimeter, Gewicht 65 Kilo. Er ist definitiv kein Stadthund.

Mit ihm sind die Seelenbinders viel in der Natur unterwegs. Unter anderem haben das Ehepaar und Tammo die Billkuhle in Berge für sich entdeckt. Ansonsten stehen zum Beispiel Wandertouren in den Bergen Mallorcas oder Ausflüge auf die niederländische Insel Texel auf dem Programm. Die sind in der Familie beliebt, da die Niederländer fast alle in Hunde vernarrt sind und gut mit ihnen umgehen können, wie Katrin Seelenbinder festgestellt hat.

Den Tag im „Kälberstall“ wiederkäuen

Und welches Hobby pflegt Katrin Seelenbinder? Die Antwort: Sie liest gerne düstere Island-Krimis mit viel Mord und Totschlag und joggt regelmäßig. Ansonsten genießt sie es, mit ihrem Mann am Abend einfach entspannt auf dem Sofa im Wohnzimmer zu sitzen, um den zurückliegenden Tag zu sortieren. „Kälberstall“ nennt ihr Mann dieses Ritual, da der Tag „wiedergekäut“ werde.

Viel Neues ist auf Katrin Seelenbinder in den vergangenen drei Monaten eingeprasselt. Das will sie erst einmal an sich heranlassen, bevor sie als Pastorin selbst neue Akzente setzt. Obwohl: Einen kleinen hat sie bereits mit ihrem Mann gesetzt. Am Totensonntag fand in der Marienkirche erstmals ein Gedenken an die Verstorbenen statt. Dass sie nicht nur für die Kirchengemeinde Menslage zuständig ist, sondern mit einer – rechnerisch betrachtet – Viertel-Stelle in der Nachbargemeinde Berge, ist für sie eine Herausforderung. Gleichwohl werde sie versuchen, auch in Berge Präsenz zu zeigen und Nähe herzustellen, betont sie.


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